Gute Nullnummer in München

Deutschland und Frankreich lieferten sich vor allem in der zweiten Halbzeit eine gute Partie. Die DFB-Elf war dem Sieg am Ende näher.

Keine Tore beim brisanten Auftakt der UEFA Nations League. Deutschland musste sich in München gegen Weltmeister Frankreich nach einer ausgeglichenen Partie mit einem 0:0 begnügen.

Ähnlich wie bei der WM 2014 ließ Joachim Löw in der Viererkette nur gelernte Innenverteidiger auflaufen. Dies funktionierte ganz gut, auch weil Joshua Kimmich als zentraler Mittelfeldspieler über weite Strecken vorzüglich absicherte.

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Wenn die DFB-Elf in der Anfangsphase gefährlich wurde, war meist Timo Werner mit involviert. Bei seinem Schuss in der 19. Minute zeigte Areola Alphonse aber eine gute Reaktion. Richtig viele Chancen waren in der ersten Halbzeit ansonsten nicht geboten. Rüdiger vergab nach Ecke freistehend, auf der Gegenseite kratzte Manuel Neuer einen Kopfball von Olivier Giroud aus dem Eck.

Kurz vor der Pause erhöhte Frankreich den Druck und ließ die deutsche Abwehr erstmals in dieser Partie wackelig aussehen. Die DFB-Truppe überstand diese kurze Druckphase aber ohne Gegentreffer.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten sich wohl viele Zuschauer in der ausverkauften Arena gefragt, wann die Partie endlich mehr Unterhaltungswert bieten würde. Antoine Griezmann feuerte zwei Warnschüsse in Richtung Neuer ab, Deutschland schnupperte in Person von Reus, der am glänzend parierenden Areola scheiterte, an der Führung.

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Frankreich ging Mitte der zweiten Hälfte mehr Risiko, was Deutschland hier und da Räume eröffnete. In der 73. Minute ging Hummels bei einem Konter mit nach vorne, fand aber ebenfalls in Areola seinen Meister.

In den nächsten Minuten folgten weitere Großchancen für Thomas Müller, Matthias Ginter und İlkay Gündoğan - Deutschland hätte zu diesem Zeitpunkt die Führung verdient gehabt.

Es blieb jedoch beim 0:0 und damit war die Niederlande quasi der einzige Gewinner dieser Partie. Das dritte Team in der Gruppe 1 hatte spielfrei und muss am Sonntag in Paris gegen den Weltmeister antreten. Deutschland ist am 13. Oktober in Amsterdam wieder am Zug.

Trainerstimmen

Joachim Löw, Bundestrainer
Es war ein Spiel, das über weite Strecken von taktischen Elementen geprägt wurde. Wir wollten nach der enttäuschenden WM eine andere Einstellung und ein anderes Gesicht zeigen. Das hat die Mannschaft heute getan. Wir waren gut organisiert und sind nie in Konter gelaufen. Damit haben wir die große Stärke der Franzosen verhindert. Wir hatten in der zweiten Halbzeit zwei oder drei gute Torchancen. Insgesamt war ich absolut zufrieden. Laufbereitschaft und Kampfbereitschaft waren vorhanden.

Eine Viererkette, die nur aus Innenverteidigern besteht, wird nicht immer die richtige Lösung sein. Frankreich mit den beiden offensiven Außenverteidigern hat enorme Kraft im Spiel nach vorne. Deshalb wollten wir eine stabile Viererkette und Absicherung für unsere Außenstürmer.

Didier Deschamps, Frankreich
Vor allem gegen Ende war das Spiel ein wenig mühsam für uns. Das hat Energie gekostet. Aber viele Spieler sind erst seit drei Wochen wieder im Training, einige Spieler sind noch nicht in Bestform. Wir waren präsent und haben ein gutes Spiel gezeigt.

Positiv ist, dass wir kein Gegentor kassiert haben. Wir haben solide gestanden. Es gab für beide Teams kaum Chancen. Es gab eine deutsche Mannschaft, die vorsichtig gespielt und es gut gemacht hat. Für uns war das ein Auswärtsspiel und dementsprechend ist das 0:0 ein gutes Ergebnis für uns.

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