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Jürgen Klopp neuer Bundestrainer: "Besonderer Tag für mich"

Jürgen Klopp ist offiziell neuer Bundestrainer. Die Erwartungen an den 59-Jährigen sind immens.

Jürgen Klopp bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer
Jürgen Klopp bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer AFP via Getty Images

Das Warten hat ein Ende: Der DFB hat Jürgen Klopp am Freitag offiziell als Nachfolger von Julian Nagelsmann vorgestellt, sein Vertrag läuft bis zur WM 2030. Damit endet eine kurze, aber intensive Trainersuche, die den Verband zuletzt beschäftigt hatte.

"Es ist ein sehr, sehr besonderer Tag für mich", sagte Klopp sichtlich bewegt zu Beginn seiner ersten Stellungnahme als neuer Bundestrainer – und machte gleich deutlich, worum es ihm geht: "Ich glaube, dass die Kraft des Fußballs darin liegt, Leute zusammenzubringen." Genau das wolle er auch mit der Nationalmannschaft wieder erreichen.

Auch personell setzt er auf Vertrautes: Peter Krawietz und Pepijn Lijnders, seine langjährigen Weggefährten, stehen erneut als Co-Trainer an seiner Seite, dazu kommt der frühere Nationalspieler Sven Bender.

Klopps Trainerkarriere begann 2001 beim 1. FSV Mainz 05, wo er zuvor bereits als Spieler aktiv gewesen war. Drei Jahre später führte er den Klub erstmals in die Bundesliga und machte sich damit auch über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen.

Jürgen Klopp 2006 als Trainer von Mainz
Jürgen Klopp 2006 als Trainer von MainzBongarts/Getty Images

2008 folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund. Dort etablierte Klopp den BVB wieder an der Spitze des deutschen Fußballs, gewann zweimal die Meisterschaft (2011, 2012) und erreichte ein Jahr später mit dem BVB das Finale der UEFA Champions League.

In die absolute Weltspitze schaffte es Klopp schließlich beim FC Liverpool. Von 2015 bis 2024 prägte er die Reds und gewann 2019 mit den Engländern die Champions League. Ein Jahr später beendete er mit der englischen Meisterschaft das 30 Jahre lange Warten des Klubs auf den nationalen Titel.

Nach seinem emotionalen Abschied von der Anfield Road übernahm er bei Red Bull als Head of Global Soccer eine übergeordnete Rolle und arbeitete an der Weiterentwicklung der Spielphilosophie der Klubs in Leipzig, Salzburg und New York – eine Erfahrung, die ihm nun auch beim DFB zugutekommen soll.

Denkwürdige Liverpool-Tore unter Klopp

Klopp übernimmt die Nationalmannschaft in einer Phase des Umbruchs. Nach dem frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay endete die Amtszeit von Nagelsmann als Bundestrainer. Bei der Suche nach einem Nachfolger fiel die Wahl des DFB schnell auf den ehemaligen Liverpool-Coach. "Er war von Anfang an unsere Wunschlösung", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

Viel Zeit zum Ankommen bleibt Klopp nicht, denn bereits im September stehen die nächsten Länderspiele in der UEFA Nations League an. Bei konkreten Personalfragen wollte sich der neue Bundestrainer noch nicht auf einzelne Namen festlegen.

Stattdessen machte er deutlich, dass die Tür für alle Spieler offensteht: "Jeder, der berechtigt ist, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, sollte sich da jetzt ruhig mal ein bisschen Mühe geben, weil ich werde gucken." Niemand sei abgeschrieben, so Klopp: "Heute ist wirklich ein Neustart."

Mit großen Versprechen für die Zukunft hielt er sich dagegen zurück. Auf die Frage, ob Deutschland mit Mannschaften wie Frankreich mithalten könne, erwiderte der 59-Jährige: Man habe zwar nicht "so viele Spieler wie Dembélé, Mbappé, Doué oder Barcola" – schlagen könne man sie trotzdem.

Liverpool feiert den Champions-League-Triumph 2019
Liverpool feiert den Champions-League-Triumph 2019Liverpool FC via Getty Images

DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke, der Klopp noch aus gemeinsamen Dortmunder Zeiten kennt, betonte seinerseits das große Vertrauen in den neuen Bundestrainer. Er habe "als Einziger hier das Privileg gehabt", sieben Jahre eng mit Klopp zusammenzuarbeiten, sagte Watzke. Genau diese Erfahrung zeige ihm, dass Klopp für diese Aufgabe wie geschaffen sei.

Neben der Verpflichtung von Klopp klärte der Verband eine weitere prominente Personalie: Per Mertesacker, Weltmeister von 2014 und zuletzt Leiter der Jugendakademie beim FC Arsenal, wird zum 1. Januar 2027 neuer Geschäftsführer Sport – als Nachfolger von Andreas Rettig und ebenfalls mit einem Vertrag bis 2030. Er soll vor allem die Verbindung zwischen Nachwuchs und A-Nationalmannschaft stärken.

Im Mittelpunkt steht jedoch zunächst die Aufgabe des neuen Bundestrainers: Klopp soll eine Mannschaft, die zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb, wieder näher an die internationale Spitze führen. Der Weg dorthin beginnt genau in zwei Monaten mit der Partie in den Niederlanden – und mit dem Ziel, die Verbindung zwischen Team und Fans weiter zu stärken. Sein eigener Anspruch klingt dabei fast schon programmatisch: Die Menschen sollen nach den Spielen nach Hause gehen und denken: "Wow, das war wirklich cool."