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Finale der UEFA Europa League: Next Level Teamwork Analyse

Die Technischen Beobachter der UEFA, Jan Peder Jalland und David Adams, nehmen Tore von Freiburg und Aston Villa unter die Lupe.

Freiburg feiert Yuito Suzukis Tor gegen Celta
Freiburg feiert Yuito Suzukis Tor gegen Celta AFP via Getty Images

Jan Peder Jalland und David Adams, Technische Beobachter der UEFA, werfen einen genauen Blick auf Tore der beiden Finalisten der UEFA Europa League, Freiburg und Aston Villa – in beiden Fällen handelte es sich um schöne Spielzüge, die zu entscheidenden Toren führten.

Yuito Suzuki (Celta - Freiburg 1:3)

Next Level Teamwork: Yuito Suzuki gegen Celta Vigo

David Adams
"Freiburg greift mit sieben Spielern an und hält dabei enge Verbindungen aufrecht, wobei Maximilian Eggestein als Nummer 8 für die nötige Balance sorgt. Dadurch gerät die Freiburger Abwehrreihe in eine 3-gegen-3-Situation gegen die am höchsten stehenden Spieler von Celta.

"Celta bleibt in Ballbesitz, wird aber sofort unter Druck gesetzt. Der linke Innenverteidiger Matthias Ginter greift ein, erobert den Ball und spielt einen kurzen Pass auf Yuito Suzuki. Zu diesem Zeitpunkt steht Celta mit einer kompakten Fünferkette, wobei nur drei Spieler die höchste Linie von Freiburg verteidigen.

"Ein tiefer, zeitlich perfekt abgestimmter Lauf von Jan-Niklas Beste und ein perfekter Pass von Suzuki ziehen den Innenverteidiger an den Rand des Strafraums. Suzuki läuft dann weiter in den frei gewordenen Raum in der Mitte, nimmt Bestes Pass an und schießt den Ball direkt mit dem rechten Fuß ins Eck."

Jan Peder Jalland
"Der auf der gegenüberliegenden Seite agierende Flügelspieler Jan-Niklas Beste rückt frühzeitig nach innen, um Überzahlsituationen zu schaffen, während Innenverteidiger Matthias Ginter, der sich in den Angriff eingeschaltet hat, den Ball weit vorne zurückerobert. Um die Balance zu halten, zieht der Rechtsverteidiger als dritter Innenverteidiger nach innen, was es Celta erschwert, sich zu befreien.

"Im Gegenpressing macht Freiburg den Raum um Fer López dicht und zwingt den Gegner, das Spiel auf die Flügel zu verlagern. Beste erkennt die Situation frühzeitig, startet einen gut getimten Lauf in den Rücken der Abwehr und zieht seinen Gegenspieler mit sich. Yuito Suzuki nutzt sofort den entstandenen Raum, und Beste zeigt hervorragendes Spielverständnis, als er den Ball mit dem linken Fuß direkt zwischen zwei Verteidigern zurücklegt.

"Suzukis Beinarbeit öffnet ihm den Raum für einen direkten Abschluss mit dem rechten Fuß, während Igor Matanović durch seine Positionierung ebenfalls dazu beiträgt, Lücken zu schaffen. Seine Vorstöße bis zur Grundlinie stellen die Innenverteidiger immer wieder vor ein Dilemma: Sollen sie zurückbleiben, um das Tor zu verteidigen, oder nach vorne gehen, um die Hereingabe zu unterbinden?"

Ollie Watkins (Aston Villa - Bologna 4:0)

Next Level Teamwork: Ollie Watkins gegen Bologna

David Adams 
"Die 1-3-2-5-Formation von Aston Villa gegen Bolognas 1-5-2-3 stellt den zweiten defensiven Mittelfeldspieler von Bologna vor ein Problem. John McGinn zieht von rechts nach innen auf seinen linken Fuß und spielt auf Emiliano Buendía, der von links nach innen rückt, um neben Morgan Rogers einen zweiten Zehner zu bilden und das Zentrum zu überladen.

"Schnelle Kombinationen durchbrechen die gegnerische Abwehr und umgehen Bolognas Offensive. Buendía bleibt in einer zentralen Position, während Lucas Digne für Breite sorgt und den Ball von Rogers in einem Raum annimmt, den der rechte Innenverteidiger nur ungern verlässt, da Ollie Watkins die drei Innenverteidiger beschäftigt."

"Ohne Druck dreht sich Buendía und spielt einen Pass zurück zu Rogers, der in den Strafraum eindringt, nach innen zieht und Watkins den Ball zum Abschluss auflegt."

Jan Peder Jalland 
"Villas Spielweise, bei der die Flügelspieler nach innen ziehen, sorgt für Überzahlsituationen im Zentrum, kurze Wege und gute Passwinkel. Diese taktische Aufstellung schafft die Verbindungen, die den Spielzug untermauern."

"Emiliano Buendía und John McGinn haben die Freiheit, nach innen zu ziehen, während Ollie Watkins die Abwehr mit Läufen hinter die Kette auseinanderzieht und so Räume zwischen den Linien schafft. Morgan Rogers verbindet das Spiel zwischen ihnen. McGinn sichert den Ball unter Druck, bevor Buendía und Rogers auf engstem Raum mit exzellentem Timing und Ballgefühl kombinieren. Jeder Ballkontakt ist nach vorne gerichtet, was es Villa ermöglicht, mit Tempo anzugreifen.

"Als Rogers sich zum Tor dreht, läuft Watkins sofort hinter die Abwehr. Lucas Digne sorgt auf der linken Seite für Breite und zieht die Abwehr auseinander, während Youri Tielemans nach vorne rückt, um Unterstützung zu leisten und Konter zu unterbinden. McGinns Position zwingt João Mário dazu, mehrere Anspielstationen im Auge zu behalten, und Dignes Breite hält Federico Bernardeschi weiter außen, wodurch im Zentrum mehr Raum entsteht."

"Der entscheidende Moment ist Buendías Klasse zu verdanken. Nachdem er den Ball von Rogers erhalten hat, öffnet er das Spiel mit seiner ersten Ballberührung und täuscht dann mit zwei weitere Berührungen vor, um die Verteidiger aus ihrer Position zu locken. Dadurch entsteht Raum für Rogers, der an seinem Gegenspieler vorbeisprintet, und für Watkins, der in den Strafraum vorstößt. Rogers spielt dann einen hervorragenden Querpass vor das Tor, den Watkins verwertet."

"Es ist ein Spielzug, der auf einer soliden Struktur, guter Raumaufteilung und gutem Zusammenspiel basiert und durch Buendías individuelle Brillanz noch aufgewertet wird. Ein Beweis dafür, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Ballkontakte man hat, sondern wie viele die Situation erfordert."

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