Swissquote Spielanalyse: Roma - Leverkusen 0:2
Freitag, 3. Mai 2024
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Die technischen Beobachter der UEFA haben den Erfolg von Leverkusen im Halbfinal-Hinspiel gegen die Roma genauer unter die Lupe genommen.
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Wir werfen einen genaueren Blick auf Bayer Leverkusens 2:0-Sieg gegen AS Rom im Halbfinal-Hinspiel in der UEFA Europa League.
In diesem Artikel, präsentiert von Swissquote, beleuchten die technischen Beobachter der UEFA zusammen mit der Leistungsanalyseabteilung der UEFA die Schlüsselfaktoren für einen weiteren Sieg von Xabi Alonsos Elf.
Leverkusens Weg ins Halbfinale der UEFA Europa League hat die klare Spielidentität der Werkself gezeigt. Mit effektivem Aufbauspiel von hinten und cleverer Positionsrotation im Mittelfeld sowie im Offensivtrakt hat der frisch gebackene deutsche Meister verschiedene Versuche überstanden, die eigene Spielweise zu stören.
Die Roma begann das Halbfinal-Hinspiel mit der Absicht, dort erfolgreich zu sein, wo andere zuvor gescheitert waren. Daniele De Rossis Mannschaft wollte verhindern, dass Leverkusen den eigenen Rhythmus im Aufbauspiel findet. Um dies zu erreichen, setzten die Italiener auf ein aggressives und frühes Pressing, um den Ball so nah wie möglich am Leverkusener Tor zurückzuerobern. Zeitweise rückten dabei sowohl ihre Außenverteidiger als auch alle drei zentralen Mittelfeldspieler mit nach vorne.
Die Heimmannschaft hatte mit dieser Strategie teilweise Erfolg. Der erste Clip im Video unten zeigt, wie die Roma nach Balleroberung im letzten Drittel eine 5-gegen-4-Situation kreiert, die allerdings nicht gewinnbringend zu Ende gespielt wurde.
Als Reaktion auf das hohe Pressing der Roma war Leverkusen gelegentlich gezwungen, den Druck mit einem weiten Ball nach vorne zu überspielen. Die Elf von De Rossi setzte darauf, durch das Erzwingen eines direkteren Spiels den Ball mithilfe der Lufthoheit ihrer Innenverteidiger Chris Smalling und Gianluca Mancini zurückzuerobern.
Der zweite Clip veranschaulicht, wie Romas drei zentrale Mittelfeldspieler – Bryan Cristante, Leandro Paredes und Lorenzo Pellegrini – rasch von ihrer hohen Pressingposition zurückeilen, um den zweiten Ball im Mittelfeld zu erobern. Durch dieses Vorgehen schafften sie es, in der gegnerischen Hälfte in Ballbesitz zu gelangen.
Leverkusen nutzte die Räume aus
Die Roma setzte regelmäßig sechs bis sieben Spieler für ihr hohes Pressing ein, wodurch Leverkusen die Möglichkeit hatte, die entstandenen Räume in der gegnerischen Defensive auszunutzen. Das Video unten zeigt, wie Alonsos Mannschaft regelmäßig die von Romas Außenverteidigern hinterlassenen Räume ausnutzte, um eine Reihe von Torchancen zu kreieren.
Die entstandenen Chancen ergaben sich aus Leverkusens schnellem Kombinationsspiel, progressiven Läufen ohne Ball und präzisen Vorwärtspässen. Mit mehr Überzeugung hätte die Werkself noch mehr von diesen Momenten profitieren können.
Ein beeindruckendes Beispiel lieferte Jeremie Frimpong, der zunächst Leonardo Spinazzola verfolgte und anschließend in den vom Linksverteidiger freigemachten Raum startete. Der niederländische Nationalspieler bewies damit die athletischen Qualitäten und das taktische Verständnis, die für einen Außenverteidiger/Schienenspieler in Leverkusens System erforderlich sind.
Auch die Rolle von Florian Wirtz, einem der herausragenden Spieler Leverkusens in der bisherigen Saison in der UEFA Europa League, sollte nicht unterschätzt werden. Der deutsche Nationalspieler zeigte sein technisches Können, indem er den Ball perfekt verarbeitete und einen wohltemperierten Steckpass für Frimpong spielte. In vielen Situationen half Wirtz Leverkusen dabei, schnell von Defensive in die Offensive zu schalten.
Leverkusens Variabilität im Positions- und Passspiel
Nicht nur durch das Umschaltspiel bereitete Leverkusen der Roma Probleme. Die drei Clips im Video unten veranschaulichen die Variabilität und ständige Rotation, die Leverkusen in Ballbesitz anwendete. Alonsos Mannschaft geht beim Aufbau von Angriffen oft in eine 3-2-2-3-Formation über und zeigte dies sowohl in der eigenen als auch in der gegnerischen Hälfte.
"Leverkusen spielte im Ballbesitz in einer 3-2-2-3-Formation", erklärten die technischen Beobachter der UEFA. "Um diese Formation zu schaffen, rotierten ihre Flügelspieler und Außenverteidiger ständig nach innen, um die beiden Zehner-Positionen zu besetzen. Wie in den Clips zu sehen ist, hatten die Gastgeber aufgrund der Vielzahl an Offensivspielern Schwierigkeiten, den Raum zwischen Mittelfeld und Abwehr zu kontrollieren."
Da die Außenverteidiger Josip Stanišić und Alejandro Grimaldo regelmäßig nach innen rückten, um Wirtz auf der Zehner-Position zu unterstützen. Dadurch konnte Leverkusen eine Reihe von zentralen Passwegen nutzen, die häufig vom defensiven Mittelfeldduo Granit Xhaka und Robert Andrich bespielt wurden. Insbesondere Xhaka spielte immer wieder Pässe in die Gefahrenzone der Italiener.
"Leverkusens Variabilität im Positions- und Passspiel zeigte sich beim zweiten Tor", fügten die technischen Beobachter der UEFA hinzu. "Obwohl Andrichs Traumtor die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, waren es die Pässe von Verteidiger Jonathan Tah und Mittelfeldmann Xhaka, die Andrich in eine aussichtsreiche Schussposition brachten. Zudem schuf die selbstlose Bewegung des Mittelstürmers Amine Adli vor Xhakas Pass den nötigen Raum für Grimaldo, um in die entstandene Lücke zu laufen."