Fakten: Ferencváros - Leverkusen
Samstag, 11. März 2023
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Die Puskás Arena in Budapest, Austragungsort des Endspiels der UEFA Europa League, ist Schauplatz des Achtelfinal-Rückspiels zwischen Ferencváros und Bayer Leverkusen. Der Bundesligist reist mit einer 2:0-Führung aus dem Hinspiel in die ungarische Hauptstadt.
Ferencváros setzte sich in der hart umkämpften Gruppe H der UEFA Europa League dank des besseren direkten Vergleichs als Tabellenerster gegen Monaco durch. Zehn Punkte reichten dem Team aus Budapest, um erstmals seit fast einem halben Jahrhundert wieder im Europapokal zu überwintern.
Leverkusen kam im Herbst in der Gruppenphase der UEFA Champions League nie richtig auf Touren. In vier der sechs Spielen der Gruppe B blieb man ohne Torerfolg, erreichte aber dank des besseren direkten Vergleichs gegenüber Atlético Madrid den dritten Platz und überwinterte damit in der UEFA Europa League. In den Play-offs der K.-o.-Runde setzte man sich in einem Krimi gegen Monaco durch. Das Heimspiel ging mit 2:3 verloren, doch im Fürstentum drehte Bayer den Spieß um. Florian Wirtz, der nach langer Verletzung bereits im Hinspiel traf, legte mit einem Doppelpack den Grundstein zum 3:2-Erfolg und im Elfmeterschießen behielt Leverkusen die Oberhand.
Frühere Begegnungen
Ein frühes Tor von Kerem Demirbay (10.) und ein später Kopfballtreffer von Edmond Tapsoba (86.) entschieden das Hinspiel in der BayArena. Leverkusen beendete damit die Negativserie von drei Heimniederlagen in Folge in der K.-o.-Phase der UEFA Europa League und fügte Ferencváros in dieser Saison die vierte Auswärtsniederlage im fünften Spiel im Wettbewerb zu.
Die beiden ersten Begegnungen dieser beiden Teams in der Gruppenphase der letzten Saison endeten mit Siegen für die jeweiligen Gastgeber. Leverkusen drehte in der BayArena am 1. Spieltag einen Rückstand in einen 2:1-Erfolg: Exequiel Palacios glich den Führungstreffer von Ryan Mmaee aus, ehe Wirtz in der zweiten Halbzeit den Endstand besorgte. Vor dem Rückspiel am 6. Spieltag war die Spannung raus. Leverkusen hatte den Gruppensieg bereits in der Tasche, während Ferencváros als Gruppenletzter feststand. Die Ungarn gewannen dank des Treffers von Aïssa Laïdouni in der 82. Minute mit 1:0 und beendeten die bis dato ungeschlagene Serie der Werkself in jener Gruppenphase.
Am 6. Spieltag der letzten Saison feierte Ferencváros den vierten Sieg im sechsten Heimspiel gegen eine deutsche Mannschaft (1U 1N), allerdings war es erst der zweite Triumph über einen Bundesliga-Vertreter und der erste seit 50 Jahren.
Leverkusen hatte zuvor nur in der 2. Runde des UEFA-Pokals 1994/95 Bekanntschaft mit einem ungarischen Vertreter gemacht. Gegen Honvéd gab es damals zwei klare Siege (2:0 A, 5:0 H).
Hintergrund
Ferencváros
Letzte Saison konnte Ferencváros zum vierten Mal hintereinander die ungarische Meisterschaft gewinnen und ist mit 33 Titeln Rekordmeister, außerdem wurde der Klub ungarischer Pokalsieger. Ferencváros war auch an 14 Partien im Europapokal beteiligt – acht in der Qualifikation zur UEFA Champions League und sechs in der Gruppenphase der UEFA Europa League, wo man die Gruppe G hinter Leverkusen, Real Betis und Celtic mit nur drei Zählern als Letzter beendete.
In dieser Saison wird die Mannschaft von Russlands Ex-Nationalcoach Stanislav Cherchesov trainiert und setzte sich in den ersten beiden Qualifikationsrunden der UEFA Champions League gegen Tobol und Slovan Bratislava durch, ehe man an Qarabağ scheiterte. Also musste der Klub in die Play-offs der UEFA Europa League und behielt dort gegen Shamrock Rovers die Oberhand (4:0 H, 0:1 A). Zum dritten Mal (nach 2019/20 und 2021/22) nahm Ferencváros an der Gruppenphase teil. Dort konnten die Ungarn vor Monaco, Trabzonspor und Roter Stern Belgrad den ersten Platz belegen.
Das Team aus Budapest hatte in allen fünf vorherigen Versuchen den Sprung aus der Gruppenphase eines UEFA-Wettbewerbs verpasst. Nun ist man erstmals seit dem Pokal der Pokalsieger 1974/75 wieder im Frühjahr europäisch vertreten, damals erreichte der Klub das Finale und verlor dort mit 0:3 gegen Dynamo Kyiv.
Ferencváros ist in der UEFA Europa League seit fünf Heimspielen ungeschlagen. Das 1:1-Unentschieden gegen Monaco am fünften Spieltag beendete eine Serie von vier Siegen in Folge, die mit dem Sieg gegen Leverkusen in der letzten Saison begann.
Ferencváros hat 19 der 22 UEFA-Duelle verloren, in denen das Hinspiel verloren ging, zuletzt vergangene Saison gegen die Young Boys in den Play-offs zur UEFA Champions League (2:3 A, 2:3 H). Das Hinspiel wurde noch nie mit 0:2 verloren und alle drei Gesamtsiege resultierten nach einem Rückstand nach dem Hinspiel mit einem Tor, zuletzt setzte man sich in der ersten Runde des UEFA-Pokals der Pokalsieger 1994/95 im Elfmeterschießen gegen ZSKA Moskva durch (1:2 A, 2:1 H).
Leverkusen
Als UEFA-Pokalsieger 1988 und UEFA-Champions-League-Finalist von 2002 belegte Leverkusen in der Saison 2021/22 den dritten Platz in der Bundesliga, die beste Platzierung seit 2015/16. Damit sicherte man sich die 13. Teilnahme an der Gruppenphase der UEFA Champions League. In der vergangenen Saison wurde die Werkself Gruppensieger in der UEFA Europa League, schied aber im Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo aus (2:3 A, 0:1 H).
In dieser Saison verpassten die Leverkusener zum dritten Mal in den letzten vier Anläufen das Weiterkommen in der Gruppenphase der UEFA Champions League. Am ersten Spieltag verlor die Werkself zu Hause mit 0:1 gegen Club Brügge und zweimal gegen Porto (0:2 A, 0:3 H). Zwar holte man vier Punkte gegen Atlético (2:0 H, 2:2 A), doch ein Weiterkommen war nach dem fünften Spieltag nicht mehr möglich. Erst am 6. Spieltag schob sich Leverkusen auf den dritten Platz, als die Werkself zu Hause gegen den belgischen Meister 0:0 unentschieden spielte, während Atlético in Portugal verlor. Anschließend übernahm Xabi Alonso das Traineramt von Gerardo Seoane.
Für Leverkusen ist dies die fünfte Teilnahme am Achtelfinale der UEFA Europa League, allerdings konnten sie sich in den vier bisherigen Fällen lediglich ein Mal durchsetzen. Gegen die Rangers (3:1 A, 1:0 H) reichte es für die nächste Runde, dort war jedoch im Viertelfinale gegen Inter Mailand Endstation (1:2 in Düsseldorf). In der letzten Saison scheiterte man an Atalanta, davor behielt Villarreal in zwei Duellen die Oberhand (2010/11: 2:3 H, 1:2 A und 2015/16: 0:2 A, 0:0 H).
Leverkusens Sieg in Monaco im vergangenen Monat beendete beendete die Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg der Rheinländer in europäischen Auswärtsspielen (2U 4N). Inklusive der Niederlage gegen Inter lautet die Auswärtsbilanz in der K.-o.-Phase der UEFA Europa League nun 5S 1U 6N, wobei die drei Spiele vor dem Sieg im Stade Louis II jeweils verloren wurden.
Leverkusen hat eine hervorragende Bilanz in UEFA-Duellen, wenn das Hinspiel zu Hause gewonnen wurde: Zwölf von 13 Duellen entschied die Werkself dann für sich. Die bislang einzige Niederlage gab es im Achtelfinale der UEFA Champions League 2014/15 im Elfmeterschießen gegen Atlético de Madrid (1:0 H, 0:1 A). Zuletzt gab es einen Sieg gegen die Roma im Achtelfinale der UEFA Europa League 2019/20 (2:1 H, 3:1 A). Der einzige Sieg nach einem 2:0 im Hinspiel gelang in der ersten Runde des Europapokals der Pokalsieger 1993/94 gegen den tschechischen Vertreter Brno (3:0 A).
Am Sonntag kassierte Ferencváros die erste Heimniederlage in der laufenden ungarischen Liga, mit 1:2 gegen Puskás Akadémia; Leverkusen feierte derweil in der Bundesliga einen 3:2-Auswärtssieg bei Werder Bremen.
Kaderänderungen in der UEFA Europa League
Ferencváros
Neu dabei: Myenty Abena (Slovan Bratislava), Nikolai Baden Frederiksen (Vitesse, auf Leihbasis), Owusu Kwabena (Qarabağ)
Nicht mehr dabei: Franck Boli, Aïssa Laïdouni (Union Berlin), Xavier Mercier
Leverkusen
Neu dabei: Patrick Pentz (Reims), Florian Wirtz
Nicht mehr dabei: Andrei Lunev, Paulinho (Atlético Mineiro, auf Leihbasis)
Verschiedenes
Ferencváros-Mittelfeldspieler Muhamed Bešić wurde in Berlin geboren und begann seine Profikarriere in der Bundesliga bei Hamburg.
Leverkusen hat mehr Spiele absolviert (54), mehr Siege eingefahren (30) und mehr Tore erzielt (105) als jeder andere deutsche Verein in der UEFA Europa League (exkl. Qualifikation). Bayer ist einer von 16 Klubs, die ab der Gruppenphase bereits die Marke von 100 Treffern geknackt haben.
Mit Sevilla und Manchester United sind noch zwei ehemalige Sieger der UEFA Europa League im Wettbewerb vertreten. Leverkusen gehört neben Juventus, Feyenoord und Shakhtar Donetsk zu den vier Klubs, welche im Vorgänger-Wettbewerb UEFA-Pokal triumphieren konnten.
Durch das Weiterkommen von Ferencváros ist Ungarn als 24. unterschiedliche Nation im Achtelfinale der UEFA Europa League vertreten.
Der Klub aus Budapest ist der einzige nationale Meister, der am Achtelfinale der UEFA Europa League teilnimmt.
Elfmeterschießen
Ferencváros' Bilanz in fünf UEFA-Elfmeterschießen lautet: 2S 3N:
5:4 gegen Željezničar, Viertelfinale UEFA-Pokal 1971/72
4:3 gegen Helsingborg, zweite Qualifikationsrunde UEFA-Pokal 1997/98
4:5 gegen Hajduk Split, zweite Qualifikationsrunde UEFA Champions League 2001/02
2:3 gegen Copenhagen, erste Runde UEFA-Pokal 2003/04
1:3 gegen Partizani, zweite Qualifikationsrunde UEFA Champions League 2016/17
Leverkusens Bilanz in vier UEFA-ELfmeterschießen lautet: 2S 2N:
3:2 gegen Espanyol, Finale UEFA-Pokal 1987/88
3:5 gegen Tirol Innsbruck, Viertelfinale Intertoto Cup 1995
2:3 gegen Atlético de Madrid, Achtelfinale UEFA Champions League 2014/15
5:3 gegen Monaco, Play-offs der K.-o.-Runde UEFA Europa League 2022/23