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Europa League: Spielanalyse Frankfurt - West Ham 1:0

Die Technischen Beobachter der UEFA analysieren, wie Eintracht Frankfurt gegen West Ham ins Finale der Europa League eingezogen ist.

Gegen West Ham nutzte Frankfurt die Außen geschickt und entschied die Partie so für sich.
Taktische Analyse: Frankfurt und die Flügel

Eintracht Frankfurt steht erstmals seit 1980 wieder im Endspiel eines Europapokals, nachdem man sich im Halbfinal-Rückspiel der UEFA Europa League gegen West Ham durchsetzen konnte.

In diesem Artikel, präsentiert von Swissquote, analysieren die Technischen Beobachter der UEFA die Stärken der Hessen im Flügelspiel, repräsentiert vor allem durch Ansgar Knauff und Filip Kostić.

So lief das Spiel: Frankfurt - Rangers 1:0

Tor

1:0: Rafael Borré (26.)

Frankfurt - Rangers: Borrés Traumtor
Frankfurt - Rangers: Borrés Traumtor

Im Hinspiel hatte er das erste Tor erzielt, diesmal gab Knauff den Assist zum Führungstreffer der Frankfurter. Er setzte sich auf dem Flügel gegen Ben Johnson und Kurt Zouma durch und legte den Ball dann intelligent auf den Elfmeterpunkt zurück, wo Borré das Leder perfekt traf und flach im unteren Toreck versenkte - sein dritter Treffer in diesem Wettbewerb.

Formationen

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurts 1-3-4-2-1-Formation
Eintracht Frankfurts 1-3-4-2-1-Formation

Oliver Glasner schickte sein Team in einer 1-3-4-2-1-Formation auf den Rasen, entscheidende Rollen kamen dabei den Flügelspielern – Knauff (36) auf rechts und Kostić (10) auf links – zu. Die beiden öffneten den Platz soweit wie nur möglich, vor allem Kostić begeisterte den Technischen Beobachter der UEFA mit seinen gefährlichen Flanken und intelligenten Rückpässen. Bei Knauff imponierte die Fähigkeit, sich im Dribbling auch unter Bedrängnis durchzusetzen.

Der Erfolg der Eintracht war vor allem auf eine geschlossene Mannschaftsleistung zurückzuführen, es gab im Team praktisch keine Schwachstellen, angefangen bei Torhüter Kevin Trapp (1), der nicht nur durch seinen Fähigkeiten als Ballfänger glänzte, sondern auch immer wieder eine ganze Menge für den Spielaufbau der Frankfurter tat.

Vor ihm fanden sich drei fußballspielende Innenverteidiger – obwohl Kapitän Martin Hinteregger (13) schon früh verletzt runter musste und auch im Finale fehlen wird. Im Mittelfeld stopften Djibril Sow (8) und Sebastian Rode (17) unermüdlich alle Löcher und weiter vorne stießen Daichi Kamada (15) und Jens Peter Hauge (23) immer wieder in die entstandenen Lücken. Ganz vorne zeigte sich Borré (19) als zentrale Spitze extrem beweglich und lauffreudig.

Auch als West Hams Kapitän Aaron Cresswell nach 17 Minuten mit Rot vom Platz musste, änderte Eintracht-Coach Oliver Glasner seine Taktik nicht.

West Ham

West Ham setzte nach dem Platzverweis für Aaron Cresswell auf ein 1-4-4-1
West Ham setzte nach dem Platzverweis für Aaron Cresswell auf ein 1-4-4-1

Die Londoner begannen mit einem 1-4-2-3-1, mussten nach dem frühen Platzverweis für Cresswell aber umstellen. Danach baute Trainer David Moyes auf ein 1-4-4-1, das nur in der Offensive in ein 1-4-2-2-1 wechselte.

Bester Spieler der Engländer war ihr wuchtiger Stürmer Michail Antonio (9), der allerdings meist alleine auf weiter Flur der Eintracht-Abwehr gegenüberstand. Frankfurt nutzte seine numerische Überlegenheit sehr gut aus und West Ham fand nie zu seinem Spiel.

Frankfurts Weg ins Finale
Frankfurts Weg ins Finale

Die Stimmen der Trainer

Olivier Glasner, Frankfurt: "Ich war bis zum Schlusspfiff unheimlich unter Stress, weil wir zu viele leichte Ballverluste hatten. West Ham hat uns mit langen Bällen und bei Standards immer wieder unter Druck gesetzt. Sie haben alles gegeben und sehr körperlich gespielt, aber das wussten wir schon vorher. Am Ende war es, zusammen mit unseren Fans, ein unvergesslicher Abend."

Knauff über einen "unglaublichen Sieg"
Knauff über einen "unglaublichen Sieg"

David Moyes, West Ham: "Viele Mannschaften wären in diesem Spiel auseinandergefallen und hätten noch mehr Tore kassiert. Wir waren aber immer im Spiel und das mit zehn Mann, meine Spieler waren heute brillant. Sie haben Frankfurt unter Druck gesetzt und hatten ihre Chancen. Wir haben dieses Duell in der ersten Minute des Hinspiels verloren, als wir nach 50 Sekunden ein Tor kassiert haben, dem sind wir bis zum Ende vergeblich hinterhergelaufen."