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Nizza will wieder ganz nach oben

Der neue Klub von Mario Balotelli hat seinen eigenen Song, seinen eigenen Adler und einen jungen Kader, der an die Erfolge der 1950er-Jahre anknüpfen will. UEFA.com erklärt, was Nizza so besonders macht.

Nizza qualifizierte sich mit seinem sehr jungen Kader für Europa
Nizza qualifizierte sich mit seinem sehr jungen Kader für Europa ©AFP/Getty Images

Erfolge in UEFA-Vereinswettbewerben
• Keine

Nationale Titel (die letzten in Klammern)
Meisterschaft: 4 (1959)
Französischer Pokal: 3 (1997)

• Die Nizza-Fans beginnen jedes Heimspiel mit dem Absingen der Vereinshymne, die den Namen Nissa La Bella (Schönes Nizza) trägt. Dies ist zugleich der offizielle Song der Stadt, der im lokalen Dialekt geschrieben wurde. Im Text heißt es:
"Mein schönes Nizza, die Königin unter den Blumen.
Ich werde immer über unsere alten Dächer und die Berge singen.
Deine reiche Umgebung, deine grüne Landschaft, deine großartige goldene Sonne."

• Nizzas Geschichte gibt einen Hinweis auf den Fußballstil der Mannschaft. Im Jahre 1860 war es Napoleon III. (Neffe des berühmten Napoleon), der in Verhandlungen erreichte, dass das Gebiet Frankreich zugeschlagen wurde. Doch der kulturelle Einfluss Italiens auf diesen Teil der französischen Riviera blieb stark. Ein Beispiel dafür sind die Fans des Vereins und der Spielstil, der eher an die Serie A erinnert. Neuverpflichtung Mario Balotelli sollte sich hier wie zu Hause fühlen.

• Beim Klub schaffte der Lokalheld Hugo Lloris seinen ersten Durchbruch, als er im Alter von 18 Jahren sein Debüt bei den Senioren gab, ehe er nach Lyon und später, 2008, nach Tottenham wechselte. Niemand stand öfter als Kapitän der französischen Nationalmannschaft auf dem Platz als Lloris. Und nun ist der 21-jährige Bruder des Torhüters, Gautier, ebenfalls in Nizza - als Innenverteidiger.

• Ein weiterer legendärer Keeper ist der Spanier Ricardo Zamora, der in Nizza die letzte Saison seiner Karriere bestritt. Der ehemalige Schlussmann von Barcelona, Espanyol und Real Madrid floh während des Bürgerkriegs in Spanien nach Frankreich und spielte von 1937 bis 1938 in Nizza. Der Pokal, der jährlich in Spanien an den besten Torhüter vergeben wird, trägt Zamoras Namen.

Hatem Ben Arfas Karriere erhielt in Nizza neuen Aufschwung
Hatem Ben Arfas Karriere erhielt in Nizza neuen Aufschwung©AFP/Getty Images

• Nizzas Ruf, sich um verlorene Seelen zu kümmern, hält an. Hatem Ben Arfa setzte nach einer unglücklichen Zeit in Newcastle seine Karriere in der vergangenen Saison mit 17 Toren in der Ligue 1 fort. Er wurde wieder in die französische Nationalmannschaft berufen und spielt nun in Paris. Und nachdem zuletzt Balotelli geholt wurde, sagte Ben Arfa über den Klubpräsidenten Jean-Pierre Rivère, dass er wegen seiner Risikobereitschaft "die größten 'Cojones' im französischen Fußball hat" - die dicksten Eier also.

• Nizza trug ursprünglich blau-schwarze Spielkleidung - angelehnt an Inter Mailand -, ehe der Wechsel zu den Farben des AC Milan folgte und seitdem Schwarz-Rot angesagt ist. Der Verein wurde 1904 zunächst als Leichtathletik-Klub gegründet, erst 1908 kam eine Fußballabteilung hinzu. Und als elf Jahre später die Verschmelzung mit einem anderen lokalen Verein erfolgte, mit Gallia Football Athletic Club (GAFC), gab es den erwähnten Farbwechsel.

Highlights der EURO 2016: England - Island 1:2

• Sie werden auch "Les Aiglons" genannt, die Adler, denn ein solches Tier findet sich im Stadtwappen. Und nun hat der Klub sogar einen echten Adler namens Mefi, der im Stile des Adlers von Benfica vor jedem Spiel das Stade de Nice umkreist. Dieses Stadion ist die neue Heimat der Adler, und es wurde spätestens bei der UEFA EURO 2016 berühmt, als dort England im Viertelfinale von Island gerupft wurde.

• Nizza erlebte seine Hochzeit in den 1950er-Jahren. In diesem Jahrzehnt wurden die vier Meisterschaften, die der Verein bislang holte, gewonnen, außerdem zwei der drei französischen Pokale. Der Argentinier Luis Carniglia spielte dabei eine wesentliche Rolle, denn der Stürmer gewann eine Meisterschaft als Spieler und eine weitere in seiner ersten Saison als Trainer, ehe er zu Real Madrid ging, das er zum spanischen Titel und zweimal in Folge zum Gewinn des Pokals der europäischen Meistervereine (1958 und 1959) führte.

• Nizza hat allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Seit den 1950er-Jahren war der einzige Titel der französische Pokal im Jahre 1997. Aber die Triumphe bei den U18-Meisterschaften 2004 und 2012 könnten ein Hinweis darauf sein, dass goldene Zeiten bevorstehen. In der vergangenen Saison belegte Nizza in der Ligue 1 unter Paul Le Guen Platz vier und qualifizierte sich so für Europa. Und das mit dem jüngsten Kader in der Liga, der ein Durchschnittsalter von 24,2 Jahren hatte.

Adler Mefi bei seiner traditionellen Umkreisung des Stade de Nice
Adler Mefi bei seiner traditionellen Umkreisung des Stade de Nice©Getty Images