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Augsburg trotzt der Doppelbelastung

Augsburgs Start in die Saison 2015/16 war alles andere als berauschend, doch dank eines starken Schlussspurts vor der Winterpause fingen sich die Schwaben sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League.

Augsburg feiert das Weiterkommen in der Europa League
Augsburg feiert das Weiterkommen in der Europa League ©AFP/Getty Images

Als einzige Debütmannschaft starteten die Schwaben in die Gruppenphase, unter dem Motto "In Europa kennt uns keine Sau", das den Mannschaftsbus ziert, sowie dem passenden Hashtag #KeineSau verschafften sie sich Gehör – und jetzt kennt man sie überall, allerspätestens nach dem Traumlos Liverpool und Jürgen Klopp für die Runde der letzten 32.

Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Partien der Gruppenphase und null Punkten auf dem Konto schien der Traum von Europa schnell ausgeträumt; in der Liga lief es auch alles andere als rund. Es sah schon ganz nach der alten Geschichte aus: Verhältnismäßig kleiner Verein spielt eine herausragende Saison, qualifiziert sich für den Europapokal und kommt im nächsten Jahr nicht mit der Doppelbelastung klar. Ein langer und harter Abstiegskampf winkte.

Nicht so der FC Augsburg: In der Länderspielpause im November besann man sich, trainierte die "Basics" intensiv und siehe da, die Gegentore werden weniger und der Erfolg, zumindest in der Liga, stellt sich so langsam ein. Von Platz 18 nach dem 12. Spieltag kletterte Augsburg dank 13 Punkten aus fünf Spielen bis auf Platz 12.

In der UEFA Europa League lebte die Hoffnung nach zwei Siegen gegen AZ in Folge, doch die Heimniederlage gegen Athletic am fünften Spieltag verpasste der Euphorie einen Dämpfer. So wirklich glaubte niemand mehr daran, dass Augsburg es noch in die K.-o.-Phase schaffen könnte, und doch: Nach dem Wahnsinnserfolg in letzter Minute bei Partizan geht das Märchen weiter. "Das ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte", sagte Trainer Markus Weinzierl nach Abpfiff – zweifelsohne.

Nur allein durch Glück lässt sich die Erfolgssträhne der letzten eineinhalb Monate nicht erklären. "Wir haben intensiv daran gearbeitet, wieder kompakter zu stehen und weniger Chancen zuzulassen. Das war der richtige Ansatz", erklärte Weinzierl. "Die vielen Gegentore waren das große Problem", so Manager Stefan Reuter über die Startschwierigkeiten.

"Wenn du defensiv besser stehst, kommt durch gute Ergebnisse das Selbstvertrauen wieder", sagte Weinzierl. Bei Augsburg war das ganz klar zu sehen: Kaum stand ein paar Spiele lang die Null, konnten die Schwaben in Belgrad einen Rückstand drehen und drei Tage später daheim gegen Schalke in letzter Minute gewinnen.

In der Regel liegen die Schwierigkeiten der Überraschungsklubs mit der Doppelbelastung an der mangelnden Breite des Kaders, doch bei den Schwaben scheint dies nicht das Hauptproblem gewesen zu sein: Die "zweite Wahl" fügt sich nahtlos in den Rest der Elf ein, beispielsweise Verteidiger Jeong-Ho Hong, der bei Partizan für den verletzten Jan-Ingwer Callsen-Bracker eingewechselt wurde und den Ausgleich markierte. Auch der Brasilianer Caiuby ist immer für ein Tor gut: Er erzielte den Siegtreffer gegen Schalke in der Nachspielzeit.

Reuter stellte ebenfalls fest, "dass wir einen breiteren Kader haben als in den Vorjahren, wir können also schon reagieren". In der Winterpause stehen höchstwahrscheinlich noch weitere Verstärkungen an. "Wenn es so läuft, sind wir sehr glücklich. In der Europa League zu überwintern, ist für den FC Augsburg ein Riesenerfolg", lautete Weinzierls Fazit nach dem Partizan-Spiel.

Der Traum des FC Augsburg geht weiter, und das haben sie sich verdient.