Ein "Bulle" als Augsburger Erfolgsgarant
Freitag, 6. November 2015
Artikel-Zusammenfassung
Mit drei Toren beim 4:1-Heimsieg gegen AZ Alkmaar hatte Raúl Bobadilla dem Spiel mehr als deutlich seinen Stempel aufgedrückt, dementsprechend war er nach Schlusspfiff das Gesprächsthema Nummer eins.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Wenn ein Spieler drei Tore schießt und seine Mannschaft die Partie mit 4:1 gewinnt, kann man ihn mit Fug und Recht als überragenden Mann auf dem Platz bezeichnen. Dieses Prädikat durfte sich am Donnerstagabend der Augsburger Raúl Bobadilla anheften.
Mit einem herausragenden Freistoß und einer entschlossenen Einzelleistung brachte er den FCA gegen AZ Alkmaar mit 2:0 in Führung, in der Schlussphase machte er mit dem 4:1 endgültig alles klar. Damit hätte sich der Paraguayer eigentlich ein dickes Sonderlob verdient, doch sein Trainer Markus Weinzierl sah das etwas anders.
"Heute will ich niemanden hervorheben, auch wenn Raúl drei Tore erzielt hat. Trotzdem bin ich natürlich sehr zufrieden mit ihm", meinte Weinzierl pragmatisch. Und damit hatte er aus seiner Sicht auch Recht, denn es ist der Job des Trainers, seine Spieler auf dem Boden zu halten.
Für Bobadillas Teamkollegen ist die Lage anders, sie haben ihn nach seinem Dreierpack gerne gelobt. Kapitän Paul Verhaegh sagte: "Bobadilla hat ein super Spiel gemacht. Das tut nicht nur ihm persönlich gut, sondern auch der gesamten Mannschaft. Wenn Raúl am Ball war, war es immer gefährlich."
Dass Bobadilla ein Ausnahmekönner ist, weiß man nicht nur in der Fuggerstadt. Doch die Augsburger Ergebniskrise der letzten Wochen ist auch eng mit seinem Namen verknüpft. In der Bundesliga musste er bis zum 10. Spieltag auf seinen ersten Saisontreffer warten, und in der UEFA Europa League traf er zwar schon im ersten Heimspiel gegen Partizan, vergab in dieser Partie aber auch mehrere Hochkaräter und war so nicht ganz unschuldig an der Niederlage.
Die drei Tore gegen Alkmaar könnten nun der erhoffte Befreiungsschlag sein, sowohl für den Mann des Abends als auch für seine Mannschaft. Im Gedächtnis bleibt vor allem der unbändige Wille, den Bobadilla beim dritten Treffer an den Tag gelegt hat, als der Ball eigentlich schon verloren war und er trotzdem nachgesetzt hat.
Mittelfeldspieler Dominik Kohr meinte dazu kurz und prägnant: "Raúl ist ein Bulle. Er macht die Tore rein." Treffender kann man das 4:1 nicht beschreiben. Und auch Weinzierl war sich sehr wohl bewusst, wem der Abend gehörte, auch wenn er sich in den Interviews anschließend etwas anders äußerte.
Denn als die Entscheidung gefallen war, hat er seinen "Bullen" vorzeitig ausgewechselt und ihm damit einen rauschenden Abschied der Fans und stehende Ovationen gegönnt - nach dieser beeindruckenden Vorstellung auch völlig zurecht.