Bern bejubelt starke Moral
Mittwoch, 1. Dezember 2010
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Während man beim VfB Stuttgart kaum Worte für einen hergeschenkten Sieg fand, freuten sich die Akteure vom BSC Young Boys über den Einzug in die nächste Runde.
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Der BSC Young Boys steht nach dem 4:2-Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart vorzeitig in der Runde der letzten 32 der UEFA Europa League. Profitiert haben die Berner dabei vom 1:1-Unentschieden zwischen den Verfolgern Odense BK und Getafe CF.
Eine Viertelstunde vor Spielschluss sah es so aus, als müssten die Young Boys im abschließenden Gruppenspiel bei Getafe noch um das Weiterkommen zittern. Stuttgart führte 2:1 und hatte die Partie eigentlich relativ souverän im Griff. Doch dann folgten vier denkwürdige Minuten aus Berner Sicht.
Nach Scott Sutters Ausgleich zum 2:2 sicherte der Sambier Emmanuel Mayuka mit einem Doppelpack den Sieg für den Vierten der Schweizer Super League. "Wir haben am Schluss nochmals alles gegeben und konnten die Wende herbeiführen. Mayuka hat seine beiden Möglichkeiten kaltblütig ausgenutzt. Der Junge hat großes Talent und wird noch sehr wertvoll für uns werden", sagte Sutter nach der Partie.
Zufrieden zeigte sich auch Vladimir Petković, der Trainer der Siegermannschaft: "Wir haben viel Wille und Herz gezeigt. Am Schluss ist unser Sieg verdient." Weniger erfreut war Petković' Gegenüber Jens Keller: "In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Nach der Pause haben wir uns zwar gesteigert, und ich konnte Spielfreude erkennen. Doch in der Schlussphase haben wir dumme Fehler gemacht, die YB konsequent ausgenutzt hat", sinnierte der Stuttgart-Trainer.
Speziell war die Partie für die Degen-Zwillinge. Erstmals seit drei Jahren spielten YBs David und Stuttgarts Philipp wieder gegeneinander, und erstmals verließ David, der 30 Minuten ältere der beiden, das Spielfeld als Sieger. "Ich habe während des Spiels nicht auf Philipp geachtet, sondern mich nur auf unser Spiel konzentriert. Zudem spielten wir ja auch nicht auf der selben Seite", kommentierte David das Aufeinandertreffen mit seinem Bruder.
"Ich mag David und den Young Boys den Sieg gönnen. Doch wir können nicht zufrieden sein. Wir brauchen endlich wieder ein Erfolgserlebnis", sagte Philipp Degen, der mit Stuttgart in der Bundesliga nicht vom Fleck kommt und weiter auf einem Abstiegsplatz steht.
Zu Reden gab in Bern vor, während und nach dem Spiel auch der Schnee. Lange war nicht sicher, ob die Partie im Stade de Suisse stattfinden würde. Mit einer halben Stunde Verspätung pfiff Schiedsrichter Alon Yefet die Partie dann aber doch an. Je einmal pro Halbzeit mussten aber Schneeräum-Maschinen auffahren, die den Platz wieder einigermassen bespielbar machten. "Vielleicht hätte man die Partie nicht durchführen sollen, doch am Ende ist es für uns gut gelaufen", sagte Sutter schmunzelnd, um zu ergänzen: "Es wäre wohl auch sehr schwierig geworden, einen Ersatztermin zu finden."