Klose meldet sich zurück
Freitag, 13. April 2007
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Werder Bremens Miroslav Klose beendete gegen den AZ Alkmaar nach 1158 torlosen Minuten sein Tief und war mit zwei Treffern maßgeblich am 4:1-Erfolg und Halbfinaleinzug der Bremer beteiligt.
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Miroslav Klose hat sich als Torjäger eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Topstürmer der Bremer beendete seine torlose Zeit nach fast schon unglaublichen 1158 Minuten und schoss Werder Bremen gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar mit zwei Treffern beim 4:1-Erfolg fast im Alleingang ins Halbfinale des UEFA-Pokals.
Tor zum 2:1
Zunächst bewies der 28-Jährige in der 37. Minute den für einen Top-Stürmer nötigen Torinstinkt und war nach einer schönen Vorlage von Sturmpartner Aaron Hunt in der Strafraummitte vor seinem Gegenspieler zur Stelle und konnte so das Leder zur moralisch wichtigen 2:1-Pausenführung ins Netz der Niederländer drücken.
Perfektes Comeback
Im zweiten Spielabschnitt machte Klose sein starkes Comeback mit der Vorentscheidung zum 3:1 perfekt. Nach einer genialen Flanke von Spielmacher Diego hechtete der Nationalspieler mit einem Flugkopfball in die Vorlage und traf spektakulär zum vorentscheidenden 3:1 für den Tabellenzweiten der Bundesliga.
Vorlage für Diego
Einmal in Fahrt, war der Held des Abends nicht mehr zu bremsen und bereitete acht Minuten vor dem Spielende mit einem schönen Doppelpass das 4:1 von Diego vor. 120 Sekunden später gönnte Trainer Thomas Schaaf, der während der torlosen Zeit stets zu seinem kritisierten Spieler gehalten hatte, Klose den perfekten Abgang, als er ihn gegen den jungen Kevin Schindler austauschte. 35.000 Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen im Weserstadion und feierten ihren Stürmer, der dies sichtlich genoss.
Anhaltendes Leistungstief
Denn nach einer perfekten letzten Saison und einer ebenso guten FIFA Fußball-Weltmeisterschaft rutschte der Goalgetter in ein fast unendliches Leistungstief und wurde von der Öffentlichkeit und den Medien in den letzten Monaten und Wochen zunehmend unter Druck gesetzt und kritisiert.
Vertragsverhandlungen
Auf der Suche nach den Gründen für die in dieser Saison nachlassende Effektivität des letztjährigen Torschützenkönigs der Bundesliga stießen die Kritiker schnell auf drei Aspekte: Die mit seinem Berater Alexander Schütt seit Monaten geführten Überlegungen eines Wechsels ins Ausland stören die Konzentration des Musterprofis, wurde vermutet.
Mangelnde Unterstützung
Die durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Ivan Klasnić und Aaron Hunt mangelnde Unterstützung in der Offensive sah man als zweiten Faktor für die Torflaute des Ausnahmespielers, der in laufenden Bundesliga-Spielzeit bisher lediglich elf Treffer erzielen konnte.
Dauerstress fordert Tribut
Und als dritter und nicht unwesentlicher Punkt wurde die Tatsache angeführt, dass der Stürmer nach der Saison 2005/06, in der er trotz zwischenzeitlicher Verletzungen seinem Körper absolute Höchstleistungen an der Grenze der Belastbarkeit abverlangte, überspielt und ausgebrannt wirkt. Klose musste seiner genialen Fitness bei der Weltmeisterschaft einen späten Tribut zollen und erklärte viel sagend: "Natürlich steckt uns allen die WM in den Knochen. Ich komme einfach nicht von der Stelle."
Kloses Emotionen
Doch der Musterprofi gab sich nie auf und arbeitete sich mit zunehmender Saisondauer aus seinem körperlichen und mentalen Tief. Nach dem erlösenden 3:1 gegen Alkmaar platzten auch bei dem stets zurückhaltenden Klose die Emotionen und er zeigte unter dem Jubel der Fans seinen berühmten Salto.
Freude der Mitspieler
Zu Interviews nach dem Spiel ließ sich Klose jedoch nicht bewegen. Still und leise genoss er seinen großen Erfolg, dessen Bedeutung aber an der Anzahl der Gratulanten abzulesen war. Das ganze Team feierte den Helden des Abends im Weserstadion. Mittelfeldspieler Tim Borowski sagte: "Es wurde auch endlich Zeit, dass Miro wieder getroffen hat. Wir alle freuen uns für ihn, denn er hatte zuletzt sehr viel Druck und hat gegen Alkmaar ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht.“
Lob von Schaaf
Auch Trainer Schaaf, der nach Kloses Treffern an der Seitenlinie seltene Emotionen zeigte, war von der Leistung seines Stürmers angetan und erklärte: "Miroslav Klose hat immer an sich gearbeitet und heute gezeigt, dass er noch Tore schießen kann."
Warnung für Espanyol
Tore, die großen Anteil daran hatten, dass Werder Bremen den AZ Alkmaar in einem schwierigen Spiel ausschalten konnte und den Einzug ins Halbfinale des UEFA-Pokals perfekt machte. Bremens Halbfinalgegner RCD Espanyol sollte gewarnt sein – Miroslav Klose hat sich rechtzeitig vor dem Halbfinale im UEFA-Pokal eindrucksvoll zurückgemeldet.