Schalke träumt vom UEFA-Pokal
Donnerstag, 6. April 2006
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Der FC Schalke 04 will nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel bei PFC Levski Sofia nach 1997 zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte den UEFA-Pokal gewinnen.
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Den 21. Mai 1997 wird in Gelsenkirchen Niemand vergessen. Es war der Tag des größten Triumphes in der Vereinsgeschichte des FC Schalke 04. Die Mannschaft von Huub Stevens besiegte in einem dramatischen Elfmeterschießen im Mailänder San-Siro-Stadion den übermächtigen FC Internazionale Milano und holte den UEFA-Pokal ins fußballverrückte Gelsenkirchen. Die „Schalker Helden“ gingen als die „Eurofighter“ in die Vereinshistorie ein.
Zielsetzung Titelgewinn
Nun, neun Jahre später, strebt der Kultklub aus dem Ruhrgebiet eine Wiederholung des Erfolges von 1997 an. Nach dem 3:1-Sieg im Viertelfinalhinspiel beim PFC Levski Sofia träumen die Vereinsbosse und fanatischen Anhänger des Klubs erneut von internationalem Renommee. „Wir wollen Geschichte schreiben und den UEFA-Pokal gewinnen“, erklärte Schalke-Coach Mirko Slomka vor dem Rückspiel gegen die Bulgaren.
Thon glaubt an Chance
Und auch Olaf Thon, Mitglied der legendären 1997er-Mannschaft, glaubt an eine mögliche Wiederholung des Spektakels. Er sagte zu uefa.com: „Wir haben eine sehr starke Mannschaft, die hervorragend besetzt ist. Ich traue dem Team das Finale und dann auch den Titelgewinn zu.“
Schalke spielt auch für Deutschland
Dabei drückt - genau wie vor neun Jahren - ganz Deutschland den „Eurofightern“ aus Gelsenkirchen die Daumen. Nach dem kollektiven Aus der deutschen Vorzeigeklubs in den internationalen Wettbewerben soll Schalke nun die Ehre des deutschen Fußballs retten.
Frust statt Euphorie im Gastgeberland der WM
„Ich bin eigentlich davon überzeugt, dass alle deutschen Klubs durch die WM noch einmal einen Schub bekommen und wir in der laufenden Saison starke Leistungen der deutschen Mannschaften sehen“, hatte Franz Beckenbauer vor Beginn der WM-Saison gemutmaßt. Allerdings hatten die Klubs aus der Bundesliga gegen die internationale Konkurrenz wieder einmal das Nachsehen. Das zeitnahe 1:4-Debakel der deutschen Nationalmannschaft in Italien setzte der allgemeinen Depression über den Zustand des Deutschen Fußballs im Gastgeberland der FIFA-Weltmeisterschaft die Krone auf.
Schalke soll Ehre retten
Und nun soll Königsblau im bisher relativ emotionslosen Vorfeld der WM für Schwung und Euphorie sorgen. Eine verdammt schwierige Aufgabe, bei der alle den Kultklub unterstützen wollen. “Ich traue Schalke einiges zu“, sagte Hertha BSC Berlin-Coach Falko Götz zu uefa.com und HSV-Trainer Thomas Doll erklärte nach dem Sieg im Bundesliga-Spiel in Gelsenkirchen: „Ich wünsche Schalke ganz viel Glück für die kommenden Spiele im UEFA-Pokal.
Fußball als Religion
Der Zuneigung der eigenen Fans kann sich S04 sowieso sicher sein. Der Erfolg von 1997 hat sich in die Herzen der Menschen unauslöschbar eingebrannt. In der wohl fußballintensivsten Region in Deutschland, mitten im Ruhrgebiet - mit seinem Kohleabbau und einer traditionell hohen Arbeitslosen-Quote - nimmt der Kampf um das Leder fast religiöse Züge an. Schalke ist Kult und das Gesprächsthema Nummer eins. Ein Sieg der Königsblauen entschädigt die Menschen für ein hartes Leben und so werden auch gegen Sofia wieder 53.000 Zuschauer voller Hoffnung und mit großen Emotionen ins ausverkaufte Schalker-Stadion pilgern, um den Einzug ins UEFA-Pokal-Halbfinale live zu erleben.
Ziel Eindhoven
Und dann? „Ich hätte auch nichts dagegen zum Finale nach Eindhoven zu fahren“, erklärte Olaf Thon uefa.com. Die „Eurofighter“ sollen am Abend des 10. Mai 2006 in Eindhoven den Höhepunkt einer dann grandiosen Saison feiern. Für ihre fantastischen Fans, für das in internationalen Wettbewerben so erfolgsarme Deutschland, für die Stimmung im Vorfeld der WM und zum Erreichen der eigenen Ziele - eine schwere Bürde und interessante Aufgabe zugleich.