AZ findet langsam zu alter Form
Montag, 24. Oktober 2005
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Gruppe D:Der AZ Alkmaar feierte am Sonntag einen eindrucksvollen Sieg, während Middlesbrough schwer zu kämpfen hatte.
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Die fünf Mannschaften der UEFA-Pokal-Gruppe D waren in der heimischen Liga am Wochenende unterschiedlich erfolgreich. Der AZ Alkmaar konnte dabei zwar einen Sieg feiern, musste aber dafür die Verletzung eines Schlüsselspielers hinnehmen. Middlesbrough FC bezog eine bittere Niederlage, und der Grasshopper-Club verabschiedete sich unerwartet früh aus dem Schweizer Pokalwettbewerb. Der PFC Litex Lovech und der FC Dnipro Dnipropetrovsk kamen beide nicht über ein torloses Remis hinaus. Dnipros Trainer Evgeniy Kucherevskiy trat daraufhin zurück.
West Ham United FC - Middlesbrough FC 2:1
Die Mannschaft von Steve McClaren musste bei West Ham die vierte Saisonniederlage hinnehmen. Die Gäste hatten im Upton Park zwar den besseren Start, mussten aber nach 25 Minuten den Ausfall von Kapitän Gareth Southgate verkraften. Dieser musste nach einem Zusammenstoß mit Yossi Benayoun mit einer Platzwunde ausgewechselt werden. Für ihn kam Franck Queudrue. In der 65. Minute brachte der eingewechselte Teddy Sheringham West Ham mit seiner ersten Ballberührung - 48 Sekunden, nachdem er den Platz betreten hatte - in Führung. Acht Minuten später stand es bereits 2:0. Chris Riggott fälschte einen Freistoß von Paul Konchesky ab. Laut Schiedsrichterassistent Ralph Bone hatte der Ball die Linie bereits überschritten, doch im Fernsehen war zu sehen, dass Torhüter Mark Schwarzer den Ball eigentlich noch rechtzeitig erwischt hatte. Kurz vor dem Ende gelang Queudrue nach einem Eckball noch der Anschlusstreffer.
"Es hat uns ganz hart erwischt", so McClaren, der gegenüber dem Sieg am Donnerstag in Zürich vier Veränderungen vornahm. Matthew Bates ersetzte dabei den an der Leiste verletzten Stuart Parnaby. Southgate hat neben seiner Platzwunde ebenfalls mit Leistenproblemen zu kämpfen. "Wir haben eigentlich genug getan und uns bemüht, um aus diesem Spiel etwas mitzunehmen. Eine Fehlentscheidung hat uns um unseren verdienten Lohn gebracht. Aber Hochachtung vor meinen Spielern, sie haben einen großen kämpferischen Einsatz gezeigt. Ich weiß, dass wir noch viel besser spielen können, wir müssen uns noch um Einiges steigern."
FC Dnipro Dnipropetrovsk - FC Metalist Kharkiv 0:0
Nach dem torlosen Remis zu Hause gegen Metalist ist Dnipro in der ukrainischen Premier League auf den 14. Rang zurückgefallen. Trainer Kucherevskiy gab danach seinen Rücktritt bekannt. Dnipor vertraute auf die gleichen elf Spieler, die am Donnerstag zu Hause mit 1:2 gegen AZ verloren haben. Dennoch war die Mannschaft nicht in der Lage, in dieser ereignisarmen Partie für die Entscheidung zu sorgen.
"Ich habe mit Kucherevskiy gesprochen, nachdem sein Rücktrittsgesuch akzeptiert wurde - er hat mir gesagt, ich solle den Job zu Ende bringen, den wir gemeinsam begonnen haben", sagte Vadim Tyschenko, der von Kucherevskiys Assistent zum Übergangs-Cheftrainer aufstieg. Tyschenko wurde mit der Sowjetunion 1988 Olympiasieger. "Die Verantwortlichen des Klubs denken genauso. Ich verstehe, dass Dnipro einen berühmten Trainer braucht, der den Klub wieder auf Kurs bringen kann. Aber ich und die Spieler werden jetzt alles dafür tun, um unser Gesicht nicht zu verlieren."
PFC Botev Plovdiv - PFC Litex Lovech 0:0
Litex zeigte in der heimischen Liga eine weitere dürftige Vorstellung und musste sich bei Botev mit einem 0:0-Unentschieden begnügen. Die Truppe von Ljupko Petrovic hatte ihre beste Möglichkeit in der 74. Minute, als der französische Verteidiger Jean-Philippe Caillet einen Strafstoß verschoss - übrigens bereits zum zweiten Mal in dieser Saison.
Litex rangiert derzeit auf dem siebten Rang in der bulgarischen Premier League und ist in dieser Spielzeit noch ohne Auswärtssieg. Gegen Botev fehlte nur Kostadin Hazurov, der mit einem gebrochenen Bein auch noch bis ins neue Jahr ausfallen wird. Litex-Trainer Petrovic äußerte sich sehr kritisch über die Vorstellung seiner Mannschaft. "Ich kann nur mit der Leistung von Caillet, Sandrinho, [Alejandro Enrique] Cichero und [Nebojša] Jelenković zufrieden sein", so Petrovic. "Die anderen hatten einfach einen schlechten Tag."
FC Winterthur - Grasshopper-Club 4:2
Die Grasshoppers schieden in der Runde der letzten 32 überraschenderweise aus dem Schweizer Pokalwettbewerb aus. Am Sonntag verlor man beim Challenge League-Verein Winterthur mit 2:4. Die Grasshoppers begannen äußerst träge und lagen bis zur 24. Minute durch den Doppelpack von Patrick Bengondo bereits mit 0:2 zurück. Die Gäste mussten ohne die verletzten Leandro, André Muff und Gerardo Seoane sowie den gesperrten Igors Stepanovs auskommen. Dennoch schlugen sie noch vor der Pause zurück und kamen innerhalb von fünf Minuten durch zwei Treffer von Rogerio zum Ausgleich. Doch Winterthur fing sich wieder und sorgte in der 56. und 61. Minute durch Bengondo beziehungsweise Pascal Renfer für die Entscheidung.
AZ Alkmaar - Willem II 5-1
Der AZ kletterte dank des Kantersieges gegen Willem II auf den zweiten Rang in der niederländischen Eredivisie. Wermutstropfen war jedoch die schwere Knieverletzung des niederländischen Nationalverteidigers Barry Opdam, der lange ausfallen wird. Tarik Sektioui - der später wegen einer Rippenverletzung ausgewechselt werden musste - sorgte in der vierten Minute für die Führung der Gastgeber, die Kemy Augustien 13 Minuten später noch ausgleichen konnte. Fünf Minuten vor der Pause kam es zur entscheidenden Situation des Spiels, als der frühere AZ-Torhüter Oscar Moens seinen Ex-Teamkollegen Barry van Galen zu Fall brachte und dafür die Rote Karte sah. Den fälligen Elfmeter verwandelte Denny Landzaat. Kenneth Perez, Martijn Meerdink und Gretar Steinsson schraubten das Ergebnis in der zweiten Hälfte noch in die Höhe. Der AZ hatte am Ende auch nur noch zehn Mann auf dem Platz. Denn als Opdam nach einem Zusammenstoß mit Kevin Bobson vom Platz musste, hatten die Gastgeber ihr Auswechselkontingent bereits erschöpft.
"Nach guten ersten 15 Minuten hat unser Angriff enorm nachgelassen und Willem II dadurch ins Spiel kommen lassen", sagte AZ-Trainer Louis van Gaal. "Nach der Roten Karte für Moens und dem Elfmeter war die Partie eigentlich entschieden, obwohl wir unsere Überzahl nicht effektiv ausgenutzt haben. Jeder spielte für sich selbst, es gab kein Teamwork. Deshalb gibt es in den nächsten Tagen einiges, worüber wir sprechen müssen."