Zaccheroni hofft auf Wende
Mittwoch, 14. April 2004
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FC Internazionale-Trainer Alberto Zaccheroni erwartet gegen Olympique de Marseille eine schwere Aufgabe.
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Von Paolo Menicucci in Mailand
Alberto Zaccheroni, Trainer des FC Internazionale, ist sich der schweren Aufgabe im Rückspiel gegen Olympique de Marseille im San Siro bewusst und hofft, dass seine Mannschaft den 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel noch drehen kann.
Marseille in guter Form
Die Nerazzuri wurden letzte Woche in Marseille über weite Strecken vorgeführt, doch die Hausherren verpassten es, nach Didier Drogbas Tor weitere Treffer folgen zu lassen. Zaccheroni war von der Leistung seiner Mannschaft natürlich alles andere als begeistert und hofft, dass sich sein Team im Rückspiel stark verbessert präsentiert.
Ein anderes Inter
"Ich will ein anderes Inter sehen als jenes, das gegen Marseille verloren hat", sagte er. "Wir müssen unsere Spielweise ändern, und ich bin mir sicher, dass uns dies auch gelingen wird. Wir müssen nach vorne spielen, aber aufpassen, dass wir keine Gegentreffer bekommen. Ich glaube, es ist höchst unwahrscheinlich, dass das Spiel 0:0 ausgeht."
Vieri nicht dabei
"Marseille spielt mit fünf Verteidigern, aber das interessiert mich nicht", meinte Zaccheroni, dessen Mannschaft ihre letzten vier Ligaspiele gewinnen konnte, weiter. "Wir müssen dynamisch sein und sie gleich am Anfang kalt erwischen." Doch Inter muss dies ohne Christian Vieri schaffen, der letzten Sonntag nach Inters 3:2-Sieg gegen den AC Perugia von gegnerischen Fans mit einer Glasflasche beworfen und am Kopf getroffen wurde.
Wichtige Spieler kehren zurück
Verteidiger Marco Materazzi kann ebenfalls nicht auflaufen, er laboriert an einer Hüftverletzung, die er sich im Spiel gegen Perugia zuzog. Er wird durch Daniele Adani ersetzt. Adriano und Dejan Stankovic sind nicht spielberechtigt, dafür haben Alvaro Recoba und Francesco Toldo ihre Hüft- bzw. Knöchelverletzung, die sie am Mitwirken im Hinspiel hinderten, auskuriert. Recoba könnte neben Julio Cruz und Obafemi Martins im Sturm zum Einsatz kommen.
"Große Unterstützung"
"Es wird nicht leicht, aber wir können weiterkommen", sagte Martins, der beim 4:3-Rückspielsieg über SL Benfica im Achtelfinale zwei Tore erzielte. "Wir müssen so schnell wie möglich einen Treffer machen, dann bin ich sicher, dass wir von den Fans große Unterstützung erhalten werden."
Makellose Bilanz
Marseilles Trainer José Anigo weiß, dass es nicht leicht wird, die Führung bei Inter über die Runden zu bringen. Die Italiener haben alle neun Europapokalduelle gegen französische Mannschaften gewonnen. Dennoch gibt er sich optimistisch.
Erfolg in Reichweite
"Ich weiß, dass es gegen eine europäische Spitzenmannschaft nicht leicht sein wird, doch ich denke, dass das Weiterkommen in greifbarer Nähe ist", sagte Anigo. "Inter kassiert und erzielt viele Treffer, daher denke ich, dass wir mindestens ein Auswärtstor benötigen, um weiterzukommen. Wir müssen kämpfen, konzentriert spielen und ein bisschen Tücke zeigen."
Ohne Drogba
Anigo muss ebenso auf seinen größten Star verzichten. Drogba, Torschütze beim Hinspiel im Stade Vélodrome, sah nach zu ausgelassenem Torjubel seine dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb. Der französische Trainer verlangt von seiner Mannschaft nun noch mehr Einsatz, um den Ausfall des Stürmers zu kompensieren.
Ohne den Topscorer
"Didier war so wichtig für uns in dieser Saison, und jetzt ist es an der Zeit, dass wir ihm etwas dafür zurückgeben", sagte Anigo über den Spieler von der Elfenbeinküste, der in der UEFA Champions League fünf Mal und in fünf UEFA-Pokal-Spielen vier Mal getroffen hat. "Er ist ein Torjäger und ein Führungsspieler."
4-5-1-Formation
Stürmer Ahmed Hossam "Mido", der das Hinspiel wegen einer Sperre nur von außen mitverfolgen konnte, und Steve Marlet, der nach einem Muskelfaserriss wieder fit ist, sind beide einsatzfähig. Anigo wird wahrscheinlich auf das altbewährte 4-5-1-System mit Mido als einziger Spitze zurückgreifen.
"Gute Gelegenheit"
"Es ist eine gute Gelegenheit für mich zu zeigen, was ich drauf habe", sagte der ägyptische Stürmer. "Ich glaube, ich habe bislang nicht so gut gespielt, wie ich dazu in der Lage bin. Jetzt ist es an der Zeit, dies zu tun."