Drogba schießt Marseille zum Sieg
Donnerstag, 8. April 2004
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Marseille - Internazionale 1:0
Didier Drogba erzielte das Siegestor in Frankreich, ist aber für das Rückspiel gesperrt.
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Von Matthew Spiro im Stade Vélodrome
Olympique de Marseille hat nach dem knappen 1:0-Sieg im Hinspiel des UEFA-Pokal-Viertelfinals gegen den FC Internazionale eine gute Ausgangsposition. Didier Drogba traf in der zweiten Hälfte einer hochdramatischen Partie.
Für das Rückspiel gesperrt
Der Nationalspieler der Elfenbeinküste schlug in der ersten Spielminute der zweiten Halbzeit zu und gab seiner Mannschaft allen Grund zum Optimismus für das Rückspiel im San Siro. Er selber wird dieses Spiel allerdings verpassen, nachdem er wegen übertriebenen Torjubels die dritte gelbe Karte auf europäischer Bühne sah.
Einzige Spitze
Marseille bot Drogba als einzige Spitze auf, da Ahmed Hossam "Mido" wegen einer Sperre und Steve Marlet verletzungsbedingt nicht mitwirken konnten. Spielmacher Laurent Batlles und Camel Meriem bekamen die seltene Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Umstellungen bei Inter
Inters Trainer Alberto Zaccheroni musste in seiner Verteidigung umstellen. Daniele Adani ersetzte Marco Materazzi, der einen Fitnesstest kurz vor Anpfiff nicht bestand. Der griechische Nationalspieler Giorgios Karagounis übernahm die Position des nicht spielberechtigten Dejan Stankovic hinter den Spitzen Obafemi Martins und Christian Vieri.
Marseille am Drücker
Bei den Gästen musste überdies Alberto Fontana den verletzten Stammtorwart Francesco Toldo vertreten. Bereits nach zwei Minuten musste der Ersatzmann bei einem Schuss von Meriem seine Klasse unter Beweis stellen. Von ihren Fans nach vorne getrieben, übte Marseille besonders in der Anfangsphase enormen Druck auf die Gäste aus. Drogba verpasste das Tor mit einem artistischen Fallrückzieher um einige Meter.
Meriems Chance
Cristiano Zanetti setzte nach einer Ecke von Karagounis in der zwölften Minute seinen Kopfball am Tor vorbei, doch dies war auch die einzig nennenswerte Aktion der Gäste, die in den ersten 30 Minuten klar von den Hausherren beherrscht wurden. Inter hatte besonders große Schwierigkeiten, Meriem auszuschalten, der eine riesige Chance in der 26. Minute vergab. Demetrius Ferreiras Flanke wurde von Drogba herrlich mit der Brust weitergeleitet, direkt in den Lauf von Meriem, doch der Mittelfeldspieler feuerte seinen Schuss auf die Tribüne.
Vieri vergibt
Mit der Zeit begann sich die Partie zu drehen, Marseille verlor seine Dominanz zunehmend, und Inter demonstrierte seine Gefährlichkeit bei einem Konter fünf Minuten vor der Halbzeit. Vieri zwang Fabien Barthez nach herrlichem Doppelpass mit Martins mit einem gefährlichen Schuss von der linken Halbposition zu einer Glanzparade.
Drogbas Treffer
Die zweite Halbzeit hatte gerade erst begonnen, als Marseille in Führung ging. Inters Abwehr verlor Drogba für einen Moment aus den Augen. Dem fiel seine misslungene Direktabnahme genau vor die Füße. Drogba ließ sich nicht zweimal bitten und nutzte die sich ihm gebotene zweite Chance, um Inter-Torwart Fontana aus kurzer Distanz mit dem linken Fuß zu überwinden.
Marseille im Rausch
Marseille hatte nun Oberwasser und hätte seine Führung nach 53 Minuten ausbauen müssen. Ferreira schlug eine gefährliche Flanke auf den freistehenden Batlles am langen Eck, aber sein Kopfball ging am Kasten vorbei. Die Inter-Verteidigung geriet abermals unter Druck, als Mathieu Flamini auf der rechten Seite entwischte und flach nach innen passte, aber Drogba kam nicht richtig an den Ball heran.
Chancenverwertung katastrophal
Die Heimmannschaft hatte in der 65. Minute die Riesengelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen. Fabio Cannavaros Ausrutscher ließ Meriem freie Bahn, aber der Franzose kam ins Straucheln, als er Fontana umkurvte und konnte unter Druck nur noch den Pfosten treffen. Marseille blieb am Drücker und dominierte die Begegnung. Habib Beye köpfte einen Batlles-Freistoss direkt auf Fontana, Drogba scheiterte mit seinem Schuss Sekunden später nur knapp.
Noch mehr Möglichkeiten
Inter zeigte in den letzten Minuten mehr Engagement, konnte die Gastgeber aber in keiner Phase in Bedrängnis bringen. Erneut war es Meriem, der mit einem angeschnittenen Schuss einem Torerfolg am nächsten kam, doch der Ball flog über die Querlatte. Seine Mannschaft hatte allerdings schon alles Nötige für einen Sieg vollbracht und reist nächste Woche mit der Führung im Rücken nach Italien.