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Vom Breisgau auf die große Bühne: Der Aufschwung des SC Freiburg

Der SC Freiburg hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen und startet mit breiter Brust in die Ligaphase der Conference League.

Derry Scherhant hat sich bei Freiburg zum Nationalspieler entwickelt
Derry Scherhant hat sich bei Freiburg zum Nationalspieler entwickelt Getty Images

Als Derry Scherhant vor gut einer Woche in Thessaloniki vom Platz ging, dürfte er selbst kaum geglaubt haben, wie schnell sich sein Fußballleben verändert hat. Vor wenigen Wochen noch ein aufstrebender Flügelspieler des SC Freiburg, nun deutscher Nationalspieler - und zwar einer, der bei seinem erst zweiten Einsatz für die DFB-Elf unter Jürgen Klopp gegen Griechenland zu den auffälligsten Akteuren gehörte.

Der 23-Jährige wirbelte auf der linken Seite, suchte immer wieder das Eins-gegen-Eins. Am Ende stand zwar nur ein 0:0 zu Buche, doch Scherhant hatte dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt. "Ich versuche auf jeden Fall, den Schwung mitzunehmen, jetzt auch in die Bundesliga und Conference League, die jetzt ansteht mit Freiburg", sagte Scherhant nach der Partie.

Ein Satz, der viel über den aktuellen Stand von Freiburg erzählt: Die Nationalmannschaft ist längst nicht mehr nur ein fernes Ziel für Freiburger Spieler. Sie ist zum nächsten Schritt einer Entwicklung geworden, die den Sport-Club in den vergangenen Jahren immer weiter nach oben geführt hat. Eine Entwicklung, die den Verein aus dem Breisgau aus der zweiten Bundesliga im Jahr 2016 bis ins Finale der UEFA Europa League 2026 geführt hat.

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Scherhant ist dabei das aktuellste und vielleicht spektakulärste Beispiel. Noch vor wenigen Monaten war der gebürtige Berliner in Freiburg eher Herausforderer von Vereinsikone Vincenzo Grifo. In dieser Saison ist er Stammspieler, Leistungsträger und einer der auffälligsten Offensivspieler der Bundesliga. Schon beim 4:1 gegen Motherwell in der Conference-League-Qualifikation war er der Mann des Abends: Ein Tor, zwei Vorlagen. Kurz darauf folgte die Berufung in die deutsche Nationalmannschaft.

Und Scherhant ist längst kein Einzelfall. Auch Philipp Treu durfte unter Klopp auf der rechten Abwehrseite sein DFB-Debüt geben und zeigte beim Einstand gegen die Niederlande engagierten Auftritt. Auch Yannik Engelhardt und Max Rosenfelder wurden erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert. Insgesamt stellte Freiburg damit gleich vier Spieler für Klopps ersten DFB-Kader.

Freiburgs Rechtsverteidiger Philipp Treu überzeugte bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft
Freiburgs Rechtsverteidiger Philipp Treu überzeugte bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft Getty Images

Für Trainer Julian Schuster ist das kein Zufall. “Das ist eine Bestätigung der Entwicklung und gleichzeitig ein Kompliment für die ganze Mannschaft“, sagte der 41-Jährige nach der Nominierung. Solche Entwicklungen könnten nur entstehen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Spieler "Tag für Tag voll gefordert" würden.

Genau darin liegt die vielleicht wichtigste Veränderung beim SC. Freiburg produziert nicht mehr nur Talente für größere Vereine. Der Sport-Club entwickelt Spieler, die selbst auf höchstem internationalem Niveau interessant sind. Scherhant, Treu, Engelhardt und Rosenfelder stehen für eine Mannschaft, deren individuelle Qualität mit der sportlichen Entwicklung des gesamten Vereins wächst.

Jetzt wartet für die Freiburger direkt die nächste große Bühne. Am 15. Oktober startet Freiburg gegen FK Jablonec in die Ligaphase der Conference League. Danach folgen unter anderem Auswärtsspiele bei Monaco und Trabzonspor sowie Heimspiele gegen Twente und Panathinaikos.

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Für Scherhant ist die Conference League mehr als ein weiterer Wettbewerb: Sie ist die nächste Gelegenheit, zu beweisen, dass seine Leistungen gegen Serbien und Griechenland kein kurzer Höhenflug waren. Für Schuster wiederum bietet sich die Chance, zu zeigen, dass Freiburgs Entwicklung nicht von einzelnen Spielern abhängt.

Der SC hat sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt entwickelt. Vom Aufsteiger zum etablierten Bundesligisten und nun zu einem Klub, der international mitreden kann und inzwischen sogar Nationalspieler hervorbringt. Jetzt wartet die nächste Bewährungsprobe. Bereits letzte Saison konnte man auf europäischer Bühne glänzen, gegen eine Wiederholung dieser europäischen Galaauftritte hätte wohl nicht nur im Breisgau keiner was dagegen.