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Conference League Performance Insights: Mainz mit der richtigen Struktur gegen Strasbourg

Der technische Beobachter der UEFA Packie Bonner analysiert, wie Mainz mit einer besseren Struktur zum ersten Team wurde, das Strasbourg seit zehn Spielen in der UEFA Conference League schlagen konnte.

 Kaishu Sano (rechts) nach seinem Führungstor für Mainz gegen Strasbourg
Kaishu Sano (rechts) nach seinem Führungstor für Mainz gegen Strasbourg Getty Images

Bei der ersten Teilnahme an einem Europapokal-Viertelfinale traf Mainz auf Strasbourg, das in dieser Spielzeit die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der UEFA Conference League war. Die taktische Ausrichtung der Gastgeber sorgte für eine ausgelassene Stimmung, als sie das Hinspiel am Donnerstag mit 2:0 gewannen.

In den ersten 45 Minuten war die Mannschaft von Urs Fischer das besser organisierte und effektivere Team. Das lag an ihrem 5-3-2-System mit tiefem Mittelfeldspieler-Block und den Vorteilen, die sich daraus gegen ballbesitzorientierte Gegner ergeben.

In diesem Artikel untersucht der Technische Beobachter der UEFA, Packie Bonner, wie die Mainzer Mittelfeldspieler anfangs mit dem kontrollierten Passspiel Straßburgs zurechtkamen und welche strukturellen Änderungen es den Franzosen ermöglichten, ihren Ballbesitz besser zu nutzen.

Live-Ticker: Mainz - Strasbourg 2:0

'Perfekter' Ansatz der Gastgeber

"Mainz hatte die perfekte Struktur, um gegen Strasbourg zu spielen: 1-5-3-2, solide im Mittelfeld, Strasbourg in die Breite treibend und auf Fehlpässe wartend", sagt Bonner. Das erste Video zeigt, wie stark sie waren, wenn Strasbourg den Ball im Spiel verlor – oder wenn sie, wie im Fall des Eröffnungstors in der 11. Minute, einen Zweikampf verloren.

Der Ballverlust findet knapp in der Mainzer Hälfte statt und von dort aus nutzen sie den Raum vor der Abwehr aus: Kaishu Sano gewinnt den Zweikampf, setzt sich ab, spielt einen Doppelpass und schießt mit einem abgefälschten Schuss ins Tor. "Strasbourg wurde wieder beim Kontern erwischt, nachdem sie den Ball im Mittelfeld verschenkt hatten", fügte Bonner hinzu. "Sie drängten nach vorne, aber nur einer blieb hinten."

Conference League Taktikanalyse: Mainz "direkt und organisiert"

Es war ein eiskalter Moment, der die direkte und aggressive Herangehensweise von Mainz beim siebten Europapokal-Heimsieg in Folge verdeutlichte. Sano war Teil eines Mittelfeldspielertrios, das Strasbourg in die Breite drängte und gleichzeitig auch immer wieder quer schob, um mögliche 2-gegen-1-Situationen auf den Flügeln zu unterbinden. "Diese drei Mittelfeldspieler haben sehr hart gearbeitet, um die Abstände zwischen ihnen kurz zu halten", bekräftigte Bonner.

Im gleichen Video wird deutlich, dass die Außenverteidiger ebenfalls eine wichtige Rolle spielten, wenn es darum ging, schnell da zu sein, zu pressen und das Spiel breit zu machen, bevor sie bei einer sich bietenden Gelegenheit den schnellen Konter suchten. Die 18 Torversuche von Mainz gegen eine Mannschaft mit 63% Ballbesitz sind der Beweis für ihr kollektives Konterspiel – und für das Gegenpressing, das dies ermöglichte.

Strasbourg bekommt Grip

Für Trainer Fischer war das Heimteam in der ersten Halbzeit "sehr gut", doch in der zweiten Halbzeit zeigten die Gäste, warum sie die beste Passgenauigkeit des Wettbewerbs haben: Strasbourg-Coach Gary O'Neil versetzte Ben Chilwell von der seiner traditionellen Linksverteidigerposition auf die Position des umgekehrten Außenverteidigers. Dadurch bekam Racing einen zusätzlichen Mittelfeldspieler, der die Mannschaft weniger verwundbar machte und den Ball besser kontrollieren konnte.

Die Auswirkungen sind im nächsten Video zu sehen, einschließlich der Sequenz, die zu einer Torchance für Julio Enciso führt. Da Strasbourg nun nicht nur die Mainzer Spielweise einschränkte, sondern auch Chancen kreierte, waren die Vorteile klar.

Conference League Taktikanalyse: Strasbourgs Taktikänderung

"Mit dem zusätzlichen Spieler im Mittelfeld wurden sie bei Gegenangriffen nicht mehr so oft erwischt, weil sie mehr Spieler um den Ball herum hatten, um schnelles Gegenpressing zu betreiben", erklärte Bonner. "Das stoppte den Fluss der Gegenangriffe und ermöglichte es ihnen, mehr nach vorne zu spielen."

Ein weiterer Aspekt der Umstellung war, dass sich der linke Mittelfeldspieler Valentin Barco in den freien Raum fallen ließ, um in Ballbesitz zu kommen, so dass Chilwell vorne bleiben konnte.

"Es ist interessant, sich auf die Ansätze beider Mannschaften zu fokussieren und zu sehen, wie ein Plan – zum Beispiel ein auf Ballbesitz basierender, der offen für Konter ist – einer anderen Mannschaft zum Erfolg verhelfen kann."

Packie Bonner, Technischer Beobachter der UEFA 

Trainer-Reflektion: Anpassbarkeit ist unerlässlich

O'Neils Wechsel in der zweiten Halbzeit hatte zwar keine direkte Auswirkung auf das Ergebnis – Barco scheiterte zweimal am Gebälk –, aber sie brachten eine Wende, die Straßburg Hoffnung für das Rückspiel nächste Woche gibt.

Flügelstürmer Diego Moreira sagte gegenüber Canal+: "Leider haben wir eine Weile gebraucht, um ins Spiel zu kommen, aber der Trainer hat in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden. Wenn wir nächste Woche so spielen können wie in der zweiten Halbzeit, können wir es noch schaffen."

Für Packie Bonner betonte dies auch die Anpassungsfähigkeit moderner Trainer, die in der Lage sein müssen, ihre taktischen Aufstellungen an wechselnde Spielsituationen anzupassen: "Trainer müssen in der Lage sein, ihr System zu optimieren oder komplett zu überarbeiten, um das Spiel zu Gunsten ihrer Mannschaft zu verändern. Wenn sie mit einer taktischen Änderung das Beste aus den einzelnen Spielern herausholen und den Spielfluss beeinflussen können, ist das ein Zeichen für einen Top-Trainer."

Torhüter Bonner, der 80 Mal für die Republik Irland auflief, absolvierte fast 650 Spiele für Celtic und gewann fünf schottische Titel. Seit seinem letzten Spiel 1995 übernahm er eine Reihe von Aufgaben beim irischen Fußballverband, unter anderem als technischer Direktor.