Ribéry verlässt Bayern: Was macht ihn so besonders?

Franck Ribéry wird den FC Bayern im Sommer verlassen; wir erklären, warum er es verdient, als einer der ganz Großen angesehen zu werden.

©Getty Images

Franck Ribéry, der 2013 die UEFA Champions League gewann und achtmal deutscher Meister wurde, hat verkündet, dass er die Bayern am Ende der Saison verlassen wird. UEFA.com mit einer Hommage an den Franzosen. 

Meinung der Experten

"Ein Jahrzehnt bei einem Verein - und das auch noch bei den Bayern, wo enorm viel von den Spielern gefordert wird - ist eine herausragende Leistung, vor allem auch, weil er immer ein Schlüsselspieler war."
Ottmar Hitzfeld, ehemaliger Bayern-Trainer

"Bayerns Erfolge der letzten Jahre sind immer automatisch mit dem Namen Franck Ribéry verbunden. Er ist ein großartiger Spieler und ein absoluter Liebling bei den Fans.
Karl-Heinz Rummenigge, Bayern-Vorstandsvorsitzender

"Als er damals bei uns unterschrieben hat, war das wie ein Lotto-Gewinn."
Franz Beckenbauer, ehemaliger Bayern-Trainer

"Er will immer, dass die Mannschaft gut spielt und stellt die Mannschaft über sich selbst."
Mats Hummels, Bayern-Verteidiger

"Franck Ribéry ist nicht zu ersetzen. Ich habe eine besondere Beziehung zu Franck. Er hat mich hier von Beginn an unter seine Fittiche genommen und mir geholfen. Wir wissen, wie wichtig er für uns ist."
David Alaba, Bayern-Verteidiger

Aktuelle Leistungsdaten

Nationalmannschaft: 81 Spiele, 16 Tore
UEFA-Klubwettbewerbe: 117 Spiele, 25 Tore
Nationale Wettbewerbe: 517 Spiele, 128 Tore

Leistungsnachweise

Ribéry gewann 2013 die UEFA Champions League
Ribéry gewann 2013 die UEFA Champions League©AFP

• Ribéry war der Schlüsselspieler in der Saison 2012/13, in der eine deutsche Mannschaft mit dem Gewinn der Bundesliga, des DFB-Pokals und der Champions League zum ersten Mal überhaupt das Triple holte. Als einer der auffälligsten Spieler bereite er im Finale von Wembley den Siegtreffer von Arjen Robben gegen Borussia Dortmund vor. "Du wolltest den Erfolg für die ganze Mannschaft und hast deine Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft gestellt," schrieb Jupp Heynckes im kicker über Ribérys Leistung.

• Ribéry wurde 2013 vor Lionel Messi und Cristiano Ronaldo von der UEFA zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. "Diese Auszeichnung krönt ein ganz besonderes Jahr," sagte er, nachdem er nach Gerd Müller, Franz Beckenbauer und Rummenigge erst der vierte Bayern-Spieler wurde, der Europas Fußballer des Jahres wurde oder den Ballon d'Or gewann.

• Der mittlerweile 36-Jährige war schon immer der Mann für das Besondere. Sein erstes Tor für die Bayern war ein Panenka-Elfmeter gegen Werder Bremen; seine Torsammlung beinhaltet außerdem ein tolles Volley-Tor gegen Mönchengladbach 2013 und einen brillanten Chip gegen Plzeň im selben Jahr.  

• Seit seinem Wechsel aus Marseille im Jahr 2007 bestritt Ribéry insgesamt 422 Spiele für die Münchner und überholte im Dezember 2017 den aktuellen Sportdirektor Hasan Salihamidžić (365) als Ausländer mit den meisten Einsätzen im Trikot der Bayern. Mit seinen acht Bundesliga-Titeln ist er außerdem Rekord-Titelträger der ausländischen Spieler in der Geschichte der Bayern. 

• In seiner ersten Saison in München wurde er direkt zu Deutschlands Fußballer des Jahres 2008 gewählt - als erst zweiter Ausländer nach Ailton im Jahr 2004. In Frankreich gewann er im gleichen Jahr dieselbe Auszeichnung zum zweiten Mal in Folge. 

Wissenswertes

Alaba und Ribéry verstehen sich blind
Alaba und Ribéry verstehen sich blind©Getty Images

• Ribéry ist eng mit Bayern-Teamkollege David Alaba befreundet. "Wir verstehen uns einfach perfekt," sagte Ribéry 2013. "Wir müssen gar nicht viel reden - auf und neben dem Platz. Ein kurzer Blick in seine Augen reicht mir, um zu wissen, was er als nächstes macht." Alaba gab zurück: "Franck ist nicht nur ein weltklasse Fußballer, sondern auch ein toller Mensch. Er schaut nicht auf die jungen Spieler herab und behandelt alle gleich."

• Egal, ob er Daniel Van Buytens Socken zerschneidet oder den Teambus fährt, der Franzose ist immer für einen Spaß zu haben. Seinen berühmtesten Scherz machte er 2008, als er zusammen mit Van Buyten auf dem Dach des Trainingszentrums wartete, um Oliver Kahn mit einem Eimer voll kaltem Wasser zu übergießen, während "Der Titan" auf dem Weg zu seinem Auto war. 

Papin: Ribérys Vorbild
Papin: Ribérys Vorbild©Getty Images

• Kurz vor Beginn seiner Karriere arbeitete Ribéry zusammen mit seinem Vater als Hilfsarbeiter. "Ich habe schnell verstanden, wie hart der Job von meinem Vater war," sagte der Flügelspieler. "Ich habe auch schnell gemerkt, dass der Job nichts für mich ist. Ich musste einfach als Fußballer erfolgreich werden."

• Aufgrund seiner Schnelligkeit bekam er bei Galatasaray den Spitznamen  "Ferraribéry". In München, wo ihn Mannschaft und Fans verehren, wird er gerne "König Franck" genannt. 

Was er sagt

"Ich will jetzt noch nicht darüber nachdenken, was als nächstes kommt, weil ich jeden einzelnen Tag in den kommenden drei Wochen mit der Mannschaft genießen möchte. Ich werde auf jeden Fall weitermachen, aber ich weiß noch nicht sicher wo."

"In meiner ersten Saison waren wir nicht in der Champions League, sondern im UEFA-Pokal. Bayern war damals schon ein großer Klub, doch der Verein ist in der Zeit noch einmal gewachsen. Es ist schon erfreulich zu sehen, was wir in den letzten zehn Jahren erreicht haben. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen und Bayern war natürlich ein wichtiger Schritt in meiner Entwicklung. Ich habe eine besondere Beziehung zu dem Verein."

"Während meiner Zeit hier bin ich ziemlich deutsch geworden. Meine Mentalität und meine Familie sind deutsch. Wir haben uns hier prima eingelebt."

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