Hat Sabah-Trainer Valdas Dambrauskas seine Trainerkarriere tatsächlich mit dem Gewinn bei der litauischen Ausgabe von "Wer wird Millionär?" finanziert?
Montag, 2. November 2026
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Ein Gewinn bei einer Quizshow ermöglichte Sabah-Trainer Valdas Dambrauskas die ersten Schritte seiner Trainerkarriere, die ihn schließlich bis in die UEFA Champions League führte.
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Der Weg von Valdas Dambrauskas in die UEFA Champions League begann mit einem ungewöhnlichen Glücksfall. Lange bevor er den aserbaidschanischen Klub Sabah in die Ligaphase der Königsklasse führte, gewann der litauische Trainer bei einer Quizshow ein Preisgeld, das sein Leben verändern sollte.
Der heute 49-jährige Litauer spielte einst in den unteren Ligen Fußball und hielt sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, um seine Familie zu unterstützen. Sein Vater war gestorben, als er noch jung war. Doch mit 25 Jahren nahm sein Leben eine entscheidende Wendung: Er gewann die litauische Version von "Wer wird Millionär?" und konnte dank des Preisgeldes nach England ziehen, um an der London Metropolitan University eine Trainerausbildung zu absolvieren. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Berufen und sammelte nebenbei weitere Erfahrungen als Trainer in England.
Später betreute er die litauischen U17- und U19-Nationalteams, bevor er als Cheftrainer bei Ekranas, Žalgiris, dem lettischen Klub RFS, Gorica und Hajduk Split in Kroatien, Ludogorets in Bulgarien, OFI Kreta in Griechenland, Omonia auf Zypern und Diósgyőr in Ungarn tätig war. 2025 übernahm er schließlich Sabah in Aserbaidschan und führte den Klub zum nationalen Double. Im Gespräch mit der UEFA erklärte er, wie sein Sieg bei der Quizshow damals alles ins Rollen brachte.
"Die Sendung hieß Šeši nuliai – milijonas [übersetzt: Sechs Nullen – eine Million, der ursprüngliche Name der litauischen Fernsehsendung]. Man nimmt daran teil, um sich selbst zu testen. Ich hatte definitiv nicht vor, Geld zu gewinnen, um damit irgendwohin zu reisen oder etwas Bestimmtes zu machen. Das war im April [2002], und ich war gerade 25 geworden. Ich hatte einen Job und studierte nebenberuflich Philosophie und Sozialwissenschaften an der Universität Šiauliai."
"Ich gewann 4.000 Litas, also etwas mehr als 1.000 Euro. Damals entsprach das allerdings zehn Monatsgehältern, denn man verdiente 400 Litas im Monat. Heute wäre das ungefähr so, als würde man 20.000 Euro gewinnen."
"Stimmt es, dass ein Teil des Geldes gleich zu Beginn in die Trainerausbildung und verschiedene Kurse geflossen ist? Nein, das klingt eher nach einer Hollywood-Geschichte. Man muss die damaligen Umstände verstehen."
"Das Geld kam mir sehr gelegen. Unsere Prüfungen an der Universität Šiauliai fanden Ende Mai statt. Als ich dort ankam, sagte sofort jemand: 'Das hast du gut gemacht. Damit kannst du die Studiengebühren für zwei bis zweieinhalb Jahre bezahlen.' Das war zunächst das Wichtigste. Später ergab sich dann die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen. Ein Teil des Geldes floss natürlich auch in die noch ausstehenden Studiengebühren."
"Dann stellte sich die Frage: Wie kommt man nach England? Zuerst musste man Flugtickets kaufen, und zwar für Hin- und Rückflug. Anschließend musste man einen Englischkurs bezahlen und eine Unterkunft für etwa einen Monat organisieren. Außerdem brauchte man einen Kontoauszug, der belegte, dass man über etwas Geld verfügte. Dafür ging das gesamte Geld drauf."
"Ich erinnere mich noch, wie ich mit Ingrida [Dambrauskienė], meiner heutigen Frau, nach England reiste. Sie wurde sofort durchgelassen und war nach ungefähr fünf Minuten eingereist. Ich dagegen stand etwa zwei Stunden dort, während alles überprüft wurde. Sie riefen sogar bei der Bildungseinrichtung an, um sicherzugehen, dass es sie tatsächlich gab und ich dort wirklich einen Kurs besuchen würde. Bei mir dauerte die Einreise nach England also deutlich länger. Aber am Ende hat alles geklappt."
Das Interview wurde am 18. Oktober 2026 geführt.