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Luis Enrique im Interview über die Spielstile beider Teams und seine Freundschaft mit Mikel Arteta

"Dieses Mal lastet Druck auf uns, weil wir glauben, dass wir es verdient haben", sagt PSG-Coach Luis Enrique vor dem Champions-League-Finale gegen Arsenal.

Luis Enrique führte  Paris zweimal in Folge ins Finale
Luis Enrique führte Paris zweimal in Folge ins Finale Getty Images

Luis Enrique weiß, was es braucht, um die wichtigste Trophäe im europäischen Klubfußball zu holen, nachdem er Paris Saint-Germain in der vergangenen Saison zum Triumph in der UEFA Champions League geführt hat. Jetzt kommt es am 30. Mai im Finale gegen Arsenal in Budapest zum Duell mit seinem ehemaligen Teamkollegen Mikel Arteta .

Im Gespräch mit der UEFA im Vorfeld des Endspiels betont Luis Enrique, dass die beiden Mannschaften viele Gemeinsamkeiten aufweisen, und reflektiert darüber, was es für ihn selbst, den Verein und die Fans bedeutet hat, den Pokal in der vergangenen Saison in die französische Hauptstadt zu holen.

Aktuelle Infos: Paris - Arsenal

Über die Spielstile von Paris und Arsenal

Ich glaube nicht, dass die beiden Mannschaften Gegensätze darstellen. Arsenal ist eine Mannschaft, die ganz nach dem Vorbild von Mikel Arteta aufgebaut ist. Er hat ganz klar mit Pep Guardiolas Ideologie begonnen, die auf ballbesitzorientiertem Fußball basiert. Sie sind unglaublich kampfstark, was Mikels Persönlichkeit widerspiegelt.

Sie sind die beste Defensivmannschaft Europas, und das schon seit einigen Jahren. Das ist eine explosive Mischung. Sie sind nicht von einem einzelnen Spieler abhängig. Sie erzielen viele Tore nach Standardsituationen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie kaum Gegentore kassieren und gleichzeitig viele Tore schießen.

Man könnte einwenden, dass sie kaum Tore aus dem Spiel heraus erzielen, aber wen interessiert das schon? Fragen Sie irgendeinen Arsenal-Fan, und ich bin mir sicher, dass er begeistert von seinem Team ist. Sie haben nun die Premier League gewonnen, und ich gratuliere ihnen dazu. Sie haben es von Anfang an verdient, denn sie haben eine großartige Saison hingelegt. Sie sind kurz davor, jeden Wettbewerb zu gewinnen, an dem sie teilgenommen haben.

Wir sind insofern ähnlich, dass wir – genau wie Arsenal – versuchen, das Beste aus unseren Stärken und Fähigkeiten zu machen, und dafür müssen wir den Ball halten und unser Spiel aufziehen. Wir können zwar auch nach Standardsituationen Tore erzielen, aber wir lieben es, nach Wegen zu suchen, die Abwehr des Gegners zu knacken, und das tun wir als Mannschaft.

Unsere Spieler haben zwar größere individuelle Stärken, spielen aber dennoch als Team. Ich denke, wir sprechen hier von zwei großartigen Mannschaften – zusammen mit Bayern München gehören sie zu den drei besten Teams Europas. Das bedeutet, dass wir uns an eine andere Spiel- und Verteidigungsweise gewöhnen müssen als sonst, wenn wir sie schlagen wollen.

Paris' Weg ins Finale der Champions League: Alle Tore

Was ein erneuter Triumph bedeuten würde

Wenn man Titel gewinnt, wie wir es letztes Jahr getan haben, als niemand damit gerechnet hat, verspürt man ein Gefühl der Freude und des Stolzes, und dieses Gefühl ist auch jetzt noch da. Es geht nicht nur darum, dass wir die Champions League gewonnen und mit Paris Geschichte geschrieben haben, denn genau das war unser Ziel. Als ich zum Verein kam, dachte ich: "Mein Ziel ist es, Geschichte zu schreiben", und das haben wir tatsächlich geschafft, aber dieses Kapitel ist nun abgeschlossen.

Wir möchten diese Geschichte weiter schreiben, weil wir glauben, dass wir noch viel erreichen können, und das ist wunderbar, bereichernd, anregend und aufregend – vor allem, wenn man erkennt, dass man durch seine harte Arbeit Menschen glücklich machen kann, die man noch nie getroffen hat, sei es nur für einen kurzen Moment oder für viel längere Zeit.

Es kommen Familien auf mich zu, die ich gar nicht kenne, und bedanken sich, weil wir ihnen so viel Freude bereitet haben. Wenn jemand mit seiner Familie – mit Großeltern, Eltern, Brüdern, Schwestern oder Kindern – ein Fußballspiel anschaut, entsteht dabei ein Gefühl und eine Verbundenheit, die mit fast nichts anderem zu vergleichen ist. Und einen Titel wie den, den die Leute letztes Jahr gefeiert haben, miterleben zu dürfen, ist etwas ganz Wunderbares.

Luis Enriques Siege in der Champions League

Ist dieses Jahr der Druck größer?

Ich würde sagen, in der letzten Saison war der Druck größer, weil alle dachten: "Jetzt geht’s ums Ganze! Diesmal dürfen wir nicht verlieren!" Diesmal ist der Druck da, weil wir glauben, dass wir es verdient haben – aufgrund unseres bisherigen Turnierverlaufs und all der anderen Mannschaften, die wir auf dem Weg dorthin ausgeschaltet haben.

Wir haben die Play-off-Runde überstanden, obwohl wir von den 36 Mannschaften die ungünstigste Auslosung hatten. Nach allem, was wir im Laufe der Saison erlebt, krönen wir sie nun mit diesem Finale, und unser Ziel ist es natürlich, es zu gewinnen, um die Saison positiv abzuschließen.

Über seine Beziehung zu Mikel Arteta

Was mir an Mikel in Erinnerung geblieben ist, ist, dass er noch sehr jung war, als ich bereits beim Barça spielte. Ich glaube, wir haben eine Saison zusammen gespielt, aber ich weiß nicht, ob es überhaupt eine ganze Saison war, da er [auf Leihbasis] nach Paris ging. Wir haben uns also nicht so oft gesehen, aber ich habe sehr gute Erinnerungen an ihn. Ein außergewöhnlicher junger Mann, fleißig, charakterstark und mit viel Talent. Ein sehr guter Mittelfeldspieler.

Wenn man jemanden aus der Welt des Fußballs trifft, muss man nicht unbedingt täglich, wöchentlich oder monatlich Kontakt halten. Wann immer ich Mikel Arteta sehe, bringt er immer etwas Positives in mein Leben ein – sei es durch unsere Freundschaft oder durch die Erfahrungen, die wir während einer Saison gemacht haben. Man braucht nicht viel Zeit, um eine Verbindung aufzubauen. Wenn eine Verbindung da ist, ein gutes Gefühl und positive Energie, ist das sehr schön. Immer wenn wir uns sehen, erinnern wir uns daran, dass wir ein Jahr lang Teamkollegen waren und dass es fantastisch war.

Paris - Arsenal: Frühere Begegnungen

Dieses Interview wurde am 20. Mai 2026 geführt

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