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Champions League Performance Insights: Wie Laufwege nach außen zum Erfolg führten

Im Vorfeld des Viertelfinals beleuchten der Technische Beobachter der UEFA, Erik ten Hag, und Torwart-Experte Hans Leitert, wie Teams ihre Gegner durch organisiertes Angriffsspiel vor Probleme stellen.

Fermín López und Lamine Yamal feiern ein Tor für Barcelona gegen Newcastle
Fermín López und Lamine Yamal feiern ein Tor für Barcelona gegen Newcastle UEFA via Getty Images

Wenn diese Woche das Viertelfinale der UEFA Champions League beginnt, lohnt es sich, die gut organisierten Angriffsstrategien der Viertelfinalisten im Auge zu behalten.

Das ist die Einschätzung der UEFA Game Insights Unit, die sich auf die Erkenntnisse aus den letzten Achtelfinalspielen stützt. Während in den Play-offs der K.o.-Phase vor allem die Konter ins Auge fielen, waren in den Rückspielen des Achtelfinals organisierte Angriffe ein entscheidender Faktor.

Wie wir gleich sehen werden, fuhren die Teams ihre überzeugenden Siege vor allem dadurch ein, dass sie den Ballbesitz dominierten und die Abwehrstrukturen ihrer Gegner störten – nicht zuletzt durch Läufe nach außen.

Die Grafik oben zeigt, dass von den acht siegreichen Teams am 12. Spieltag nur Arsenal weniger Ballbesitz hatte als der Gegner. Vier der acht Teams hatten mindestens 60% Ballbesitz, während fünf von ihnen bei den herausgespielten Torchancen so überlegen waren, dass sie ihre Partien mit mindestens drei Toren mehr aus dem Spiel heraus beendeten als der Gegner.

Die Rolle der Torhüter

Die Rolle des Torhüters beim Spielaufbau ist der erste Punkt, auf den man näher eingehen sollte. Erik ten, Technischer Beobachter der UEFA, hat drei Möglichkeiten herausgearbeitet, wie Torhüter den Ball verteilen: Durch den Gegner hindurch, um ihn herum oder über ihn hinweg.

Champions League Insights: Torhüter beginnen den Spielaufbau

Das Video oben beginnt mit Beispielen, wie Barcelona-Torhüter Joan García beim 7:2-Erfolg seines Teams im Rückspiel den Druck von Newcastle United überwindet. Laut Ten Hag ist dabei besonders zu beachten, wie García "die Stürmer von Newcastle auf sich zieht, um dann den Gegner auszuspielen".

Der zweite und dritte Clip zeigen Liverpools Alisson Becker und Arsenals David Raya, wie um ihre jeweiligen Gegner herum und über sie hinweg spielen. Im Fall von Alisson sieht Ten Hag, wie dieser "den Druck auf sich zieht und dann Ibrahima Konaté dazu drängt, direkt zu spielen", und fügt hinzu, dass "Ryan Gravenberch, der sich zurückfallen lässt, um Lucas Torreira weiter nach vorne zu locken, die Chance erhöht, den Ball zu halten, und es Alexis Mac Allister ermöglicht, den dadurch entstehenden Raum zu nutzen".

Was Raya betrifft, der "das Pressing überspielt" – Ten Hag hebt die hervorragenden Laufwege vor ihm hervor. "In einer Eins-gegen-Eins-Situation auf dem Spielfeld schüttelt Gabriel Martinelli seinen Gegenspieler Jarell Quansah ab, wodurch Mittelstürmer Viktor Gyökeres den Ball auf ihn ablegen kann, und von da an gewinnt der Angriff an Tempo."

Nirgendwo werden die Anforderungen an heutige Torhüter deutlicher als bei der Leistung von Barcelona-Keeper Joan García am 12. Spieltag, was sich in der Variabilität seiner Pässe widerspiegelt, die oben dargestellt ist. Seine Pässe sind nicht nur variantenreich – vorbei, durch die Lücke und über die Verteidigung hinweg –, sondern erreichen zudem jeden Bereich des Spielfelds.

Zu den dafür erforderlichen Eigenschaften sagt der Torwart-Experte der UEFA, Hans Leitert: "Das stellt hohe Anforderungen an den Torhüter, sowohl mit als auch ohne Ball, und wir sehen ganz klar, dass die Fähigkeiten, die zur Umsetzung der Spielkonzepte erforderlich sind, ziemlich komplex sind."

"Torhüter müssen das Pressing ihres Gegners im Blick behalten. Sie müssen wissen, welche Optionen sich ihnen bieten, wenn sie um das Pressing herum spielen, wenn sie durch das Pressing hindurch spielen oder wen sie anspielen sollen, wenn sie direkt bzw. mit langen Bällen spielen."

"Ein Laufweg nach außen ist in der Regel ein "In-to-Out"-Lauf in einen breiteren Raum. Er wird ausgeführt, um nach vorne zu kommen und hoffentlich aus der Breite heraus Spielzüge zu kreieren."

 UEFAs Game Insights Unit über Laufwege nach außen

Laufwege nach außen

Um den Fokus auf Laufwege nach außen zu richten, beginnt das folgende Video mit Beispielen aus der Partie Newcastle gegen Barcelona. Oftmals ist gegen gut organisierte Abwehrreihen der einzige freie Raum auf den Außenbahnen, weshalb gut eingespielte Laufwege nach außen sehr wichtig sind.

Tempo, Timing und Koordination sind entscheidend, und Newcastles Spielzug im ersten Clip unten vereint alle drei Aspekte. Anthony Gordon und Harvey Barnes antizipieren bereits Kieran Trippiers Pass auf Anthony Elanga und laufen nach vorne, während die Verteidiger von Barcelona nach vorne rücken.

Champions League Insights: Laufwege nach außen

Zum ersten und zweiten Clip sagt Ten Hag: "Wir sehen eine Flanke aus dem Lauf heraus auf den kurzen Pfosten, begleitet von einer starken Laufbewegung von Gordon. Im zweiten Clip folgt dann eine Hereingabe auf den langen Pfosten für Raphinha, der mit Tempo in den Strafraum läuft und den Elfmeter herausholt."

Im Hinblick auf Barcelonas Spielaufbau hebt Ten Hag den Laufweg von Fermín López hervor, der durch "einen fantastischen Pass von [Lamine] Yamal, der genau auf seinen Lauf in den Strafraum abgestimmt war", belohnt wird. Nur wenige Spieler, selbst auf Spitzenniveau, sind in der Lage, einen solchen Pass zu spielen, wie Yamal das mit dem Außenrist macht, doch Fermín erkennt die Absichten seines Mitspielers perfekt, weiß genau, wohin der Pass gehen wird, und timt seinen Lauf in die Tiefe perfekt.

Bei Laufwegen nach außen sind Flanken auf den kurzen und langen Pfosten nicht das einzige Problem für die Verteidiger. Wie die Clips drei und vier zeigen, zielen die Angreifer auch auf den Raum hinter der Abwehr, und hier sind zwei eindrucksvolle Beispiele, bei denen sowohl Bayern München als auch Sporting CP ein Tor erzielten.

"Die Technik von Harry Kane ist stark, aber schaut euch mal den Raum an, den Josip Stanišić durch seinen Lauf nach außen geschaffen hat", sagt Ten Hag zu Clip drei. "Im nächsten Clip gibt es dann praktisch zwei Läufe nach außen, erst von Daniel Bragança und dann von Francisco Trincão, bevor Maximiliano Araújo trifft."

Champions League Insights: Räume finden über außen

Eine weitere Funktion des Laufwegs nach außen besteht darin, die gegnerische Abwehr auseinanderzuziehen. Genau darauf konzentriert sich dieses letzte Video, das Läufe zeigt, die zwar nicht mit einem Pass belohnt werden, aber dazu führen, dass Sporting CP sein zweites Tor gegen Bodø/Glimt erzielt und Manchester City eine Torchance für Erling Haaland herausspielt.

Ten Hag fügt hinzu: "Bei Sporting zieht Rechtsverteidiger Iván Fresneda Bodøs durch seinen Lauf nach außen den linken Innenverteidiger Jostein Gundersen auf sich, und Sporting schafft so eine Zwei-gegen-Zwei-Situation gegen die Abwehr."

Angriffe gegen einen tiefen Block trainieren

Hier stellt der Technische Beobachter der UEFA, Erik ten Hag, eine Übung vor, mit der sich die Abwehr eines tief stehenden Blocks überwinden lässt.

"Dies ist eine Übung Angriff gegen Verteidigung, bei der es darum geht, einen tiefen Block zu überwinden, indem man das Spielfeld breit macht und die Abwehrreihe mit Überzahlsituationen unter Druck setzt", erklärt er.

"In den ersten beiden Spielphasen spielt man 10 gegen 8, doch zu Beginn der dritten Phase kommen nach 15 bzw. 30 Sekunden ein neunter und dann ein zehnter Verteidiger ins Spiel."

Spielregeln

  • Der erste Ball wird vom Torhüter zum Innenverteidiger gespielt
  • Das verteidigende Team spielt bei Umschaltsituationen auf Mini-Tore
  • Zweite und dritte Bälle werden vom Trainer ins Spiel gebracht
  • Einwürfe müssen innerhalb von vier Sekunden ausgeführt werden

Ten Hag fügt hinzu: "Für das angreifende Team liegt der Fokus darauf, über kurze Distanzen zu kombinieren, bevor ein verpflichtender Wechsel erfolgt. Das erfordert Bewegungen und Läufe sowohl in der Mitte als auch auf den Außenbahnen."

"Für das verteidigende Team besteht das Ziel darin, Druck auf den Ball auszuüben und aufzubauen. Die Verteidiger sollten versuchen, die Mitte zuzumachen und den Gegner auf die Außenbahnen zu drängen. Um in der Breite kompakt zu stehen, sollte sich das Team innerhalb von drei vertikalen Linien aufhalten. Um kompakt zu stehen, sollten sie die Strafraumgrenze als Orientierungspunkt nutzen. Um Druck auszuüben, sollte jeder Rückpass oder jeder Seitenwechsel ein Signal für die Abwehrreihe sein, höher zu stehen."