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Champions League Performance Insights: Wie Dortmunds Läufe Atalanta knackten

Steve Holland, Technischer Beobachter der UEFA, analysiert die Struktur, die es den Verteidigern von Dortmund ermöglichte, erfolgreiche Pässe nach vorne zu spielen, sowie die Bewegungen ihrer Stürmer.

Dortmunds Serhou Guirassy im Zweikampf mit Atalantas Berat Djimsiti während des Hinspiels der Play-offs der K.-o.-Phase
Dortmunds Serhou Guirassy im Zweikampf mit Atalantas Berat Djimsiti während des Hinspiels der Play-offs der K.-o.-Phase AFP via Getty Images

"Wir haben sehr hart an einigen Dingen gearbeitet, die wir heute Abend gut gemacht haben." So lautete das Fazit von Dortmund-Trainer Niko Kovač nach dem Sieg seiner Mannschaft im Hinspiel der Play-offs der K.-o.-Phase der UEFA Champions League gegen Atalanta.

Der 2:0-Erfolg von Dortmund war einer dieser glücklichen Momente, wenn für einen Trainer der Matchplan aufgeht. In der folgenden Analyse untersucht die UEFA-Abteilung für Leistungsanalyse in Zusammenarbeit mit dem Technischen Beobachter Steve Holland die beiden wichtigsten Aspekte von Kovačs Plan: Erstens die Struktur, die es den Dortmunder Verteidigern ermöglichte, erfolgreiche Pässe nach vorne zu spielen, und zweitens die Bewegungen der Stürmer, um die Abwehr von Atalanta vor Probleme zu stellen.

Diese Ausrichtung in der Offensive war entscheidend dafür, dass sie Atalantas Manndeckung aushebeln und die Kontrolle über das Spiel übernehmen konnten – und sie lieferte eine Lehrstunde darüber, wie gewisse Bewegungen einen Gegner stören können, der Eins gegen Eins auf dem kompletten Spielfeld spielt.

Beginnen wir mit dem Spielaufbau von Dortmund aus der Abwehr heraus. Diese Grafik zeigt die langen Bälle von Torhüter Gregor Kobel und seinen Verteidigern aus ihrer Hälfte, die einen Mitspieler weiter vorne auf dem Spielfeld erreichten. Dortmund spielte mehr erfolgreiche lange Pässe dieser Art (26) als in jedem anderen Spiel dieser Saison, allein zehn davon gingen auf das Konto von Innenverteidiger Ramy Bensebaini.

Champions League taktische Analyse: Dortmunds 4 gegen 3 im Aufbau

Das erste Video zeigt Beispiele für Dortmunds +1 beim Spielaufbau aus der Abwehr heraus. Durch das Erreichen einer klaren 4-gegen-3-Situation im Spielaufbau konnten sie den Ball zu einem freien Spieler befördern, der ihn dann unter weniger Druck nach vorne zu den Spielern in der Sturmreihe spielen konnte, die immer wieder kreuzten.

Laut Atalantas Innenverteidiger Odilon Kossounou war dies der Grund für die Schwierigkeiten, mit denen die Italiener am Dienstagabend zu kämpfen hatten. "Sie haben viele vertikale Pässe gespielt und sich dann viel bewegt", sagte er.

Dortmunds linienbrechende Läufe

Die zweite Grafik zeigt, dass die Dortmunder Spieler 63 Versuche unternommen haben, die Abwehrreihe von Atalanta zu durchbrechen – mehr als in jedem anderen Champions-League-Spiel dieser Saison. Tatsächlich waren es in der Ligaphase höchstens 53 Versuche gegen Athletic Club und Manchester City, was darauf hindeutet, dass es sich hierbei um eine spezielle Taktik für das Spiel am Dienstag gegen einen Gegner mit Manndeckung handelt.

Genauer gesagt handelte es sich dabei um Läufe, die Dortmund in Momenten unternahm, in denen sich das Team in der Offensive befand und gegen die Manndeckung von Atalanta spielte. Das Ziel bestand darin, durch das Umspielen der Verteidiger von Atalanta durch die Offensivspieler für Unruhe zu sorgen und Räume zu schaffen.

Steve Holland, Technischer Beobachter der UEFA, erklärte: "Wenn ein Spieler kurz kommt und den Verteidiger mit sich zieht, schafft man einen Freiraum, aber dann muss jemand diesen Freiraum erkennen und den richtigen Zeitpunkt für seinen Lauf dorthin finden, und dann muss der Ball auch noch dorthin gespielt werden. All das richtig zu timen und mit der richtigen Qualität zu machen, ist gar nicht so einfach."

Champions League taktische Analyse: Dortmunds linienbrechende Läufe

Das zweite Video zeigt, wie Dortmunds Bewegungen zu den beiden Toren führten. Ein weiterer Punkt von Holland war, dass die Stürmer der Gastgeber nicht nur geschickt Lücken schufen, sondern auch größtenteils in den Strafraum gelangten, um abzuschließen.

Holland sagte: "Wenn man die Spieler dazu bringt, in breite und tiefe Positionen zu laufen und die Verteidiger aus ihrer Position zu ziehen, kann das manchmal dazu führen, dass man im Strafraum zu wenige Spieler hat. Aber sie haben das wirklich gut gemacht – sie haben den Strafraum gut besetzt und gleichzeitig Lücken in der Offensive geschaffen."

Der zweite Clip, der das Führungstor von Seyr Guirassy zeigt, verdeutlicht diesen Punkt perfekt, indem er sechs Dortmunder Spieler im Strafraum zeigt.

Dortmunds Kapitän Julian Brandt fasste den Ansatz seines Teams wie folgt zusammen: "Wir waren sehr aktiv und haben uns sehr gut bewegt. Wir wussten, dass Atalanta Mann gegen Mann verteidigen würde. Wir haben uns viel aus unserer Position herausbewegt, was zu Maxis [Beier] Tor geführt hat. Wir konnten in die Räume laufen und den Ball spielen."

Steve Holland darüber, wie man Räume für Mitspieler schafft

Borussia Dortmund hat uns diese Woche ein Beispiel dafür gegeben, wie wichtig uneigennützige Läufe sind, um Räume zu schaffen und die gegnerische Abwehr aus dem Konzept zu bringen. Wie Steve Holland, Technischer Beobachter der UEFA, bestätigt, ist dies eine Fähigkeit, die junge Spitzenspieler entwickeln müssen.

Er erklärte: "Um Platz für jemanden zu schaffen, muss jemand von der Position weglaufen, an der der Ball landen wird.

"Vor allem junge Spieler neigen dazu, darüber nachzudenken, wie sie an den Ball kommen können. Daher ist es wichtig, ihnen dieses Prinzip zu vermitteln, das sich letztendlich auch auf die Champions League übertragen lässt. Es ist die ultimative Herausforderung für ein Team – die Uneigennützigkeit, etwas für einen anderen Spieler oder zum Wohle des Teams zu tun."

Um diese Fähigkeit zu entwickeln, empfiehlt Holland die oben genannten Übungen, die zusammen, nacheinander oder einzeln durchgeführt werden können. Sie unterstützen die in diesem Artikel behandelten Prinzipien und verbessern das Verständnis jüngerer Spieler für diesen Aspekt des Spiels.

5 gegen 5 – Regeln

• 1 Punkt für einen Fuß auf dem Ball in der Endzone
• Kein Abseits
• Unbegrenzt Ballkontakte, aber nur 2 Kontakte für den Torwart
• Torwart spielt nur bei Ballbesitz

Holland sagte: "Die erste Übung ist ein Fünf-gegen-Fünf-Spiel und beginnt mit den Grundlagen, wie man in engen Räumen Platz für andere schafft. Sie hat den Vorteil, dass die Grundlagen oft wiederholt werden können."

"Mit dem Übergang zum 8-gegen-8 kommen mehr Spieler hinzu und die Spieler müssen komplexere Situationen lösen", fügte Holland hinzu. "Durch die Einführung der Abseitsregel kommt das Szenario der Realität eines Spiels näher, wodurch die gegensätzlichen Bewegungen und das Passspiel noch mehr auf die Probe gestellt werden. Von dort aus kann man dann weiter zum 11-gegen-11 übergehen, wenn man über genügend Spieler verfügt.."

8 gegen 8 – gleiche Regeln, aber mit Anpassungen

• Mit Abseits
• Unbegrenzt Ballkontakte
• Torhüter hat 2 Kontakte und spielt nur in Ballbesitz