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Champions League Performance Insights: Lösungen für die Manndeckung finden

Die UEFA-Abteilung für Spielanalysen untersucht, wie PSV Eindhoven und Bayern München am 8. Spieltag der UEFA Champions League mit Manndeckung gegen ihre Gegner vorgegangen sind.

Die UEFA-Abteilung für Spielanalyse hat sich die Manndeckung beim Spiel zwischen PSV und den Bayern am 8. Spieltag der Ligaphase der UEFA Champions League angeschaut
Die UEFA-Abteilung für Spielanalyse hat sich die Manndeckung beim Spiel zwischen PSV und den Bayern am 8. Spieltag der Ligaphase der UEFA Champions League angeschaut FC Bayern via Getty Images

Das Mann-gegen-Mann-Spiel ist kein neues Phänomen in der UEFA Champions League.

Letztes Jahr hat die UEFA-Abteilung für Spielanalysen die Partie von Atalanta am 8. Spieltag in Barcelona genau unter die Lupe genommen, um die Manndeckung der Gäste und die Reaktion der Gastgeber darauf zu bewerten.

Zwölf Monate später bot das Spiel des FC Bayern München am 8. Spieltag bei PSV Eindhoven Gelegenheit, dieses Thema erneut aufzugreifen – allerdings mit einem wesentlichen Unterschied. Diesmal spielten beide Teams Mann gegen Mann.

PSV-Trainer Peter Bosz fasste es nach dem Spiel treffend zusammen: "Sie haben Eins-gegen-Eins gespielt, und wir haben genau dasselbe gemacht. So entsteht ein unglaublich intensives Umschaltspiel."

In der folgenden Analyse wird die UEFA-Abteilung für Spielanalysen – mit Unterstützung des technischen Beobachters der UEFA, Erik ten Hag – das Eins-gegen-Eins in Eindhoven genauer untersuchen und sich insbesondere die Art und Weise anschauen, wie beide Teams nach Lösungen gesucht haben.

Mann gegen Mann

Champions League Taktikanalyse: Mann gegen Mann

"Hoch pressen, Mann gegen Mann spielen und versuchen, den Gegner zu dominieren." So beschrieb Ten Hag am Mittwoch in der Halbzeitpause die Spielweise beider Teams.

Das obige Video veranschaulicht seinen Standpunkt. Zu Beginn des ersten Clips sehen wir, wie PSV-Innenverteidiger Jerdy Schouten Bayern-Stürmer Jamal Musiala verfolgt, als dieser sich in seine eigene Hälfte zurückzieht. Ebenso spielen die Bayern, wenn sie den Ball verlieren, mit gleichem Einsatz im Eins-gegen-Eins über das gesamte Spielfeld – nun ist es Musiala, der Schouten unter Druck setzt. Die Sequenz endet damit, dass der Ball wieder bei den Bayern ist und PSV erneut Druck ausübt.

Wie Bosz sagte, führte dies zu einem „Umschaltspiel“, und Clip zwei oben vermittelt einen Eindruck davon. Die körperlichen Anforderungen an die Spieler sind groß– wie man an den Läufen des Bayern-Trios Alphonso Davies, Serge Gnabry und Harry Kane sehen kann, wobei Davies die entscheidende Balleroberung gelang.

PSV mit Läufen in die Tiefe

Taktikanalyse: PSV mit Läufen in die Tiefe

Wenn zwei Teams so gut aufeinander eingestellt sind wie PSV und Bayern, wie kann man diese Balance stören? Für die Gastgeber boten Läufe in die Tiefe – insbesondere der Außenverteidiger – eine Lösung, wie das zweite Video zeigt.

Der erste Clip zeigt einen hervorragenden Lauf von Rechtsverteidiger Sergiño Dest, der Luis Díaz hinter sich lässt. Ein frühes Detail in diesem Clip ist, dass sich Ismael Saibari tief fallen lässt, um mit seinem Torwart Matĕj Kovář zu kombinieren und so die Manndeckung zu Beginn des Spielaufbaus zu umgehen.

"Sie nutzen den Torwart als zusätzlichen Spieler, um eine Überzahlsituation zu schaffen", beobachtete Ten Hag. Clip zwei zeigt einen Vorstoß von Linksverteidiger Mauro Júnior auf der anderen Seite. Ten Hag lobte PSV für die kleinen Details in ihrem Ballbesitzspiel, und hier ist ein Paradebeispiel dafür.

"Seht euch an, wie Joey Veerman das Spiel verzögert, um [Joshua Kimmich] anzulocken und Schouten die Möglichkeit zu geben, in den Raum vor ihm vorzudringen", sagte er. Und beachtet auch, wie Ivan Perišić Tom Bischof blockiert, um Mauro Júnior den Vorstoß in den Raum auf der linken Seite zu ermöglichen.

Bayern überspielt das Pressing

Taktikanalyse: Bayern überspielt das Pressing

Die Bayern reagierten darauf mit dem Versuch, das Pressing von PSV zu überspielen. Der erste Clip des dritten Videos zeigt einen großartigen Lauf von Rechtsverteidiger Bishof, der einen Pass von Torwart Jonas Urbig annimmt, dessen Passspiel, wie unsere Analyse nach dem Spiel hervorhob, ein wesentliches Merkmal des Angriffsspiels der Bayern war. "Er hat einige großartige Pässe gespielt", sagte Ten Hag.

Um zu veranschaulichen, dass der Spielaufbau über Urbig Spielaufbau eine gute Variante darstellt, zeigt diese Grafik, dass fast zwei Drittel (63 %) seiner Pässe lange Bälle waren. In den letzten sieben Spielen der Bayern waren es durchschnittlich nur 37 %.

Ein weiterer Urbig-Ball – dieser über fast 70 Meter – ist das Hauptelement des zweiten Clips, der mit Harry Kanes Siegtreffer endet.

Ten Hag resümierte: "Bayern ist sehr gut darin, den Ball auch unter hohem Druck zu halten oder vertikal zu spielen."

Ein letzter Punkt aus Sicht der Münchner war der Vorteil, dass Trainer Vincent Kompany nach 62 Minuten vier Spieler mit viel Qualität einwechseln konnte – Kane, Davies, Gnabry und Michael Olise.

In einem intensiven, körperbetonten Spiel machte dies zweifellos einen Unterschied, wie Urbig bestätigte: "Durch die Einwechslungen konnten wir für frischen Wind sorgen und die sich bietenden Räume nutzen."

Starkes Umschaltspiel

Taktikanalyse: Starkes Umschaltspiel

Schließlich war dies ein Spiel, das die Bedeutung des Umschaltspiels unterstreicht. Wenn beide Teams so mannorientiert verteidigen, bieten Umschaltmomente ein kurzes Zeitfenster, in dem weniger Kontrolle herrscht und Räume entstehen.

Das Video zeigt drei Beispiele, beginnend mit einem hervorragenden PSV-Spielzug aus der ersten Halbzeit, der damit endet, dass Guus Til von links in den Strafraum vorstößt und Urbig auf die Probe stellt.

Clip zwei zeigt den Führungstreffer der Bayern durch Musiala, nachdem Lennart Karl den Raum genutzt hat, den Mauro Júnior durch sein Vorrücken in die gegnerische Hälfte geschaffen hatte. Schließlich gibt es noch Saibaris großartiges Tor für PSV – ebenfalls das Ergebnis einer direkten Aktion nach einem Ballverlust bei einem Einwurf der Bayern.

Ten Hag lobte insbesondere die Gefahr, die Bayern in solchen Situationen ausstrahlt. "Im Umschaltspiel geht der erste Ball immer nach vorne, und dann sind sie extrem schnell und kreativ", stellte er fest.

Ideen für Trainer: Vertikale Spielweise trainieren

Für Ten Hag ist vertikale Spielweise ein wichtiges Mittel, um eine Manndeckung zu überwinden, wie Bayern gezeigt hat. Er empfiehlt die folgende Übung, um mit Spielern an ihren Vorwärtspässen und Läufen in die Offensive zu arbeiten.

Ten Hag erklärte: "Bei dieser Übung würde ich vorschlagen, ein Neun-gegen-Neun-Spiel auf einem großen Teil des Spielfelds zu spielen, von einem Strafraum zum anderen, aber innerhalb eines schmalen Korridors – nur etwa 20 bis 25 Meter, da dies die Spieler dazu zwingt, nach vorne zu passen.

"Die Herausforderung besteht darin, die Gegner durch Vorwärtspässe und das Schaffen von Drei-Mann-Kombinationen zu schlagen. Eine Mannschaft kann einen Punkt für sechs aufeinanderfolgende Pässe in der eigenen Hälfte gewinnen – oder dafür, dass sie den Ball nach vorne bringt und ein Tor erzielt.

"Neben den neun Spielern setze ich zwei zusätzliche Spieler ein, die sich dem Team anschließen, das gerade in Ballbesitz ist. Man nutzt sie als zusätzliche Spieler für Drei-Mann-Situationen, und von dort aus kann man hinter die Abwehr laufen oder den Ball halten."

Regeln des Spiels: 9 gegen 9 + 2

• 2 Kontakte in der eigenen Hälfte; kein Limit in der gegnerischen Hälfte
• Stürmer bleibt in der gegnerischen Hälfte
• Stürmer mit maximal drei Kontakten bis zu einem möglichen Abschluss
• Abseits nur in der gegnerischen Hälfte