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Champions League Performance Insights: Real Madrids taktische Disziplin

Henning Berg und Aitor Karanka zeigen, wie Real Madrids taktische Disziplin zum 3:2-Sieg bei Manchester City geführt hat.

Kylian Mbappé arbeitete bei City auch in der Defensive mit
Kylian Mbappé arbeitete bei City auch in der Defensive mit Getty Images

"Der Plan war, nur zu Beginn hoch zu pressen, wenn Ederson die Bälle auf die Außenbahn schlug, und ansonsten einen kompakten Mittelblock zu haben [und] die Pässe nach innen zu spielen, um zu verhindern, dass unsere Mittelfeldspieler ins Pressing müssen, da wir sie lieber näher an der Abwehrlinie halten wollten."

So äußerte sich Carlo Ancelotti nach dem 3:2-Sieg von Real Madrid bei Manchester City im Hinspiel der K.o.-Runden-Play-offs der UEFA Champions League, mit dem Real einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht hat.

Analyse: Southgate lobt die Ball-Zirkulation

Wie Ancelotti erklärte, baute Madrid auf einen massiven Mittelblock und zeigte eine bewundernswerte Organisation und Disziplin, wie diese Studie der UEFA-Analyseabteilung unterstreicht.

Die obige Grafik zeigt zunächst, dass Madrid gute 15 Minuten in einem massiven Mittelblock verbracht hat, mehr als in jedem anderen Spiel in dieser Saison. Am nächsten kamen sie dieser Zahl im November in Anfield (14,3 Minuten), aber das Ergebnis war ein ganz anderes. Auf den Unterschied zwischen der 0:2-Niederlage damals und dem Sieg in dieser Woche werden wir später zurückkommen.

Champions League Performance Insight: Madrids taktische Disziplin

Madrids taktische Disziplin wird im ersten Video verdeutlicht, das zeigt, wie gut ihre Linien miteinander harmonieren. Wir sehen, wie die beiden Stürmer Kylian Mbappé und Vinícius Júnior hart arbeiten, zentral abschirmen und dank der kompakten Form der Mannschaft nicht allzu weit vom Mittelfeldduo Eduardo Camavinga und Dani Ceballos entfernt sind. Die beiden vermeiden es, sich zu weit nach vorne locken zu lassen. Stattdessen sind sie sich des Raumes hinter sich bewusst und sind eng an den City-Spielern, wenn der Ball auf ihre rechte bzw. linke Seite verlagert wird.

Die Heatmaps sind sehr aufschlussreich, da sie uns zeigen, in welchen Bereichen verschiedene Madrider Spieler den Ball zurückerobern konnten. Die Tatsache, dass Ceballos' Balleroberungen vor allem auf den Außenbahnen stattfanden, zeigt, dass City, eine Mannschaft, die gerne durch die Mitte spielt, im Zentrum nicht so viel Gefahr ausstrahlte, wie sie es normalerweise tut. Auf den Außenbahnen konnten sie sich zwar Räume schaffen, aber es gab nicht so viele Läufe durch die Mitte, und in diesem Sinne war das Führungstor, das auf einen Lauf von Josep Gvardiol folgte, eher die Ausnahme.

Im Fall von Camavinga gibt es mehr Balleroberungen im Zentrum, aber nicht so viele wie erwartet; Mbappés rackerte als erste Verteidigungslinie überwiegend im Zentrum, wie seine Heatmap zeigt.

Diese Grafik unterstreicht die kompakte Aufstellung Madrids und zeigt die durchschnittlichen Positionen der Spieler, wenn sie im 4-4-2-System im Mittelblock verteidigen.

Camavinga (6) und Ceballos (19) blieben in der Nähe ihrer Innenverteidiger - sowie der City-Spieler in den Halbräumen, Kevin De Bruyne (17) und Bernardo Silva (20) - und widerstanden der Versuchung, zu John Stones (5) aufzuschließen. Anders als im November in Anfield, als Liverpool in der zweiten Halbzeit bewusst versuchte, die Madrider Mittelfeldspieler einzuladen, auf das eigene zentrale Mittelfeldduo Ryan Gravenberch und Alexis Mac Allister loszustürmen und somit Raum für den offensiven Mittelfeldspieler Curtis Jones und die Stürmer zu schaffen. Die Tatsache, dass Real sich dieses Mal nicht aus der Ruhe bringen ließ, war wohl spielentscheidend.

Champions League Performance Insight: Madrids Kompaktheit im Mittelfeld

In diesem zweiten Video kehren wir zu Ancelottis Zitat oben zurück, in dem es darum geht, Pässe nach innen zu unterbinden, denn es ist ein gutes Beispiel dafür, wie kompakt Madrid im Zentrum steht. Es unterstreicht auch die Disziplin der beiden Mittelfeldspieler: Man sieht, wie Ceballos den Passweg zu De Bruyne abschirmt, während er gleichzeitig in der Nähe von Manuel Akanji ist, auch wenn er sich nicht herauslocken lässt.

Wir sehen Mbappé und Vinícius Júnior, die weiter vorne agieren, und am Ende, da die Passwege im Zentrum blockiert sind, muss City auf die Flügel ausweichen. Ein weiteres Zeichen für die hervorragende Organisation Madrids ist, dass sie ihren Strafraum dicht machen, um im Falle einer Flanke eine numerische Überlegenheit zu gewährleisten.

Diese Bereitschaft zur Defensivarbeit wird durch die obige Grafik veranschaulicht, in der die sechs besten Madrider Spieler bei den Abwehraktionen im Mittelblock aufgeführt sind - allen voran der Matchwinner Jude Bellingham mit 21. Die Tatsache, dass Vinícius Júnior (14) und Rodrygo (neun) ebenfalls unter den ersten sechs zu finden sind, zeigt, dass es sich um eine kollektive Leistung handelte, an der auch die Angreifer der Gäste ihren Anteil hatten.

Champions League Performance Insight: Madrid verteidigt als Mannschaft

In diesem letzten Video liegt der Schwerpunkt auf Madrids Viererkette, die sich zusammenzieht und dann als perfekt abgestimmte Einheit über das ganze Spielfeld schiebt.

Die UEFA-Analysten unterstreichen die wichtige Rolle des Innenverteidigers Raúl Asencio, den wir im Kreis sehen, während er lautstark Anweisungen gibt. Wie diese Sequenz zeigt, ist es Madrid gelungen, als Team zu verteidigen. Auch hier sehen wir, wie Camavinga und Ceballos sich nicht nach vorne locken lassen, sondern den Raum vor Asencio und seinen Verteidigerkollegen kontrollieren.

Ein weiterer Aspekt, der positiv hervorgehoben wird, ist Madrids Zonen-Ansatz, wie in dem Moment im Clip zu sehen ist, in dem jeder Spieler der Viererkette in die Zone eines Mitspielers wechselt und sich nach links orientiert, wenn Ferland Mendy De Bruyne unter Druck setzt.

Überlegungen der UEFA-Beobachter

"Ein wirklich cleveres 4-4-2", so beschrieb Henning Berg die Art und Weise, wie Madrid in Manchester aufstellte. Berg, UEFA-Beobachter und ehemaliger Verteidiger von Manchester United, sagte, dass dies der Schlüssel sei, um Gegner zu frustrieren, die "durch die Mitte spielen und mit einem zusätzlichen Spieler in der Mitte Übergewicht schaffen wollen".

"So wie Madrid gespielt hat, wollten sie das Mittelfeld mit den Stürmern noch dichter machen, und es war sehr wichtig, dass die beiden zentralen Mittelfeldspieler nicht aus ihrer Position herausgelockt wurden. Wenn bei einem Mittelblock die Stürmer und Mittelfeldspieler aufrücken, entstehen Löcher zwischen den Linien, und City hätte das dann ausnutzen können, aber das ist nicht passiert. Madrid spielte ein sehr kluges 4-4-2 und machte das Mittelfeld dicht, und wenn sie den Ball eroberten, hatten sie die Qualität, ihn nicht wieder zu verlieren. Sie haben keine Angst, tief zu stehen und sind sehr gut organisiert.

Aitor Karanka, ein weiterer Ex-Champions-League-Sieger und ehemaliges Madrider Urgestein, sah die Vorteile eines Mittelblocks am Dienstagabend ganz klar: "Wenn man in einem Mittelblock steht, ist es viel einfacher, sich zu organisieren", sagte Karanka. "Wenn man hoch presst und größere Abstände hat, wird die Kommunikation auf dem Spielfeld schwieriger. Wenn in einem hohen Block die Stürmer pressen und die Mittelfeldspieler folgen, bleibt viel Platz. Wenn man aber enger zusammensteht, ist es einfacher, an Bälle zu kommen, zu kommunizieren und jemanden zu decken. In einem Mittelblock, wenn die Linien näher beieinander stehen, ist alles viel einfacher, besonders für die Innenverteidiger."

Jan Peder Jalland, Bergs norwegischer Beobachterkollege, erläuterte die Rolle des Innenverteidigers in einer solchen Konstellation: "Das Wichtigste für einen Innenverteidiger in Bezug auf die Positionierung ist, dass er den ballführenden Spieler lesen kann - ist der ballführende Spieler eine Gefahr für meine Abwehr? Wenn nicht, kannst du die Linie zusammenziehen. Wenn der Spieler am Ball eine Gefahr darstellt und bereit ist, nach vorne zu spielen, dann muss man teuflisch aufpassen."

"Man muss den Spieler am Ball lesen, lesen, ob von ihm eine Bedrohung ausgeht und dann muss man die Linie sehen - dass niemand Raum verschenkt oder zu hoch oder zu niedrig steht. Das muss sehr gut koordiniert werden. Die Trainer sollten sagen: Lest den Spieler, der den Ball hat. Wenn er eine Gefahr darstellt, muss man sich wahrscheinlich zurückfallen lassen und den Raum dahinter verteidigen. Aber wenn nicht, dann kann man die Linie halten und die Abstände in der Mannschaft kurz halten und kompakt sein."

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