UEFA Champions League: Technische Erkenntnisse
Donnerstag, 29. Juni 2023
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Die Technischen Beobachter der UEFA haben die wichtigsten Auffälligkeiten der letzten UEFA Champions League genauer unter die Lupe genommen.
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Die Technischen Beobachter der UEFA haben die Erkenntnisse ihrer Analysen aus der abgelaufenen Spielzeit der UEFA Champions League zusammengestellt. Vor dem kompletten Bericht gibt es hier eine Zusammenfassung.
Der erste Treffer zählt
Das erste Tor ist das wichtigste: Dieses Motto galt auch in der vergangenen Spielzeit in der Königsklasse. Von den 117 Spielen in der Saison 2022/23, in denen ein oder mehrere Tore fielen, gab es für die Mannschaft, die zuerst traf, in 90 % der Fälle mindestens ein Remis. In 88 Spielen gewann sie auch.
Der Technische Beobachter Packie Bonner sagte, das erste Tor habe eine wichtige psychologische Komponente: "Es gibt der Mannschaft Selbstvertrauen und die Spieler können dadurch befreiter aufspielen." Das im Rückstand liegende Team muss stattdessen den eigenen Matchplan anpassen und kann dadurch in der Defensive anfällig werden, wenn sie auf den Ausgleichstreffer hinarbeiten.
Torwartspiel
Die Entwicklung des Torwartspiels geht weiter. Inters André Onana ist weniger ein Torhüter als ein Mittelfeldspieler, so Roberto Martínez über die beeindruckende Passgenauigkeit des Kameruners. Torhüter nehmen zunehmend höhere Positionen ein, da sie das Spiel mitgestalten, und Onana verkörperte diese Entwicklung im Finale - eines von fünf Spielen in Inters Champions-League-Spielzeit, in denen er 30 oder mehr Pässe an den Mann brachte.
Ein einziger Pass im Finale verdeutlichte seinen Einfluss auf den Spielaufbau, als er den Ball aus der eigenen Hälfte flach zu Lautaro Martínez spielte und damit eine Chance für Romelu Lukaku ermöglichte.
Wichtige Statistik
André Onana spielte in fünf Partien 30 oder mehr erfolgreiche Pässe.
Polyvalente Positionsbesetzung
Ein taktische Merkmal, das häufiger bei verschiedenen Teams zu sehen war, waren die defensiven Mittelfeldspieler, die sich zwischen die Innenverteidiger fallen ließen, und die Außenverteidiger, die ins Mittelfeld wechselten. Einer, der diese Variante perfektionierte, war natürlich Pep Guardiola. Der Spanier setzte John Stones als Mittelfeldspieler ein, der bei Ballbesitz den Part auf der Sechser-Position neben Rodri einnahm. Dadurch änderte sich die Formation zu einem 3-2-4-1.
UEFA-Beobachter David Adams meinte dazu: "Es gibt viel mehr Positionswechsel und das Ziel ist es, eine numerische Überlegenheit zu schaffen, entweder in der Abwehrreihe, um den Spielaufbau anzukurbeln, oder im Mittelfeld, wo versucht wird, den Ball ins letzte Drittel zu bringen."