In the Zone: Leipzig - Shakhtar Leistungsanalyse
Samstag, 10. September 2022
Artikel-Zusammenfassung
Die Technischen Beobachter der UEFA haben den Sieg von Shakhtar bei Leipzig genauer unter die Lupe genommen.
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Shakhtar Donetsk gelang am Dienstagabend mit dem 4:1-Sieg in Gruppe F in Leipzig eine der großen Überraschungen des ersten Spieltags. Die Ukrainer erzielten in der Gruppenphase der UEFA Champions League der vergangenen Saison nur zwei Tore und holte nur zwei Punkte, sicherten sich aber einen deutlichen Sieg in Deutschland an einem Abend, an dem insbesondere die beiden Stürmer Marian Shved und Mykhailo Mudryk glänzten und ihre Treffsicherheit unter Beweis stellten.
In diesem Artikel, präsentiert von FedEx, haben die Technischen Beobachter den Sieg von Shakhtar analysiert, der zum Rauswurf von Domenico Tedesco führte.
Tore
0:1: Marian Shved (16.)
EIn Fehler von Leipzigs Péter Gulásci. Der Torhüter vertändelte den Ball außerhalb des Strafraums, nachdem Shved ihn unter Druck setzte. Der Stürmer schob den Ball anschließend ins leere Tor.
1:1: Mohamed Simakan (57.)
Es war das erste Tor des Franzosen in der UEFA Champions League. Nach einem schönen Spielzug der Leipziger landete der Ball über Dominik Szoboszlai rechts im Strafraum bei Simakan, der den Ball humorlos im kurzen Eck versenkte.
1:2: Marian Shved (58.)
Shakhtar gab die perfekte Antwort und lag 13 Pässe später wieder in Führung. Über mehrere Stationen brachte Shakhtar auf der linken Seite Mudryk ins Spiel, der im Zentrum Shved bediente. Der Stürmer zog aus gut 14 Metern ab und der Ball landete, abgefälscht von Willi Orbán, im Netz der Leipziger.
1:3: Mykhailo Mudryk (76.)
Nach einem abgefälschten Schuss von Szoboszlai ging es bei den Gästen blitzschnell. Neven Durasek bediente Georgiy Sudakov, der mit viel Tempo die rechte Seite entlang sprintete und in der Mitte Mudryk fand. Dieser blieb coll und ließ Gulásci mit einem Schuss ins rechte Eck keine Chance.
1:4: Lassina Traoré (80.)
Beim vierten Treffer der Gäste wurde erneut Mudryk auf der linken Seite schön in Szene gesetzt. Dieser bediente im Strafraum mit seinem ersten Kontakt im Zentrum den eingewechselten Traoré, der den Ball problemlos über die Linie drückte.
Spieler des Spiels: Marian Shved (Shahktar)
Es war ein Traumdebüt in der Gruppenphase für Shved, der zuvor nur in einem Qualifikationsspiel für Celtic gegen Nõmme Kalju in der Königsklasse zum Einsatz kam (auch damals traf er). Bei seinem ersten Spiel für Shakhtar glänzte er in der Offensive der Gäste, war gut am Ball und erkannte durch sein gutes Spielverständnis viele wichtige Räume. Ohne Ball war er diszipliniert und presste effektiv, um seine Außenverteidiger zu unterstützen.
Formationen
Leipzig
Leipzigs spielte in einem 4-2-3-1, das bei Ballbesitz zu einem 4-2-2-2 und ohne Ball zu einem 4-4-1-1 oder 4-4-2 wurde. In der Offensive war man darum bemüht, über viel Ballbesitz die Außenverteidiger in den vorderen Bereichen in Szene zu setzen, was beim Ausgleichstreffer auch gelang.
In der Offensive war Christopher Nkunku (18) immer eine wichtige Anspielstation, während André Silva (19) versuchte, Druck auf die Abwehrreihe auszuüben. Direkt hinter den beiden Stürmern spielte Timo Werner (11), der zwischen den Linien agierte und versuchte, Akzente nach vorne zu setzen.
Shakhtar
Shakhtar lief in einem 4-1-4-1 auf, das im Ballbesitz zeitweise zu einem 4-2-3-1 wurde. Die Stürmer Shved (9) und Mudryk (10) kamen vermehrt über die Außen und die Außenverteidiger agierten offensiv sehr zurückhaltend und waren sich der Leipziger Stärke bei Kontern bewusst. Bei der Umstellung auf ein 4-4-1-1 zogen Shved und Mudryk nach innen.
Features
Shakhtar baute das Spiel in der Abwehr auf, um das Pressing der Leipziger zu provozieren und dann die weiten Räume dahinter auszunutzen, in denen sie immer wieder Überzahlsituationen schaffen konnten.
Dies zeigte sich besonders deutlich in der Entstehung des zweiten Tors, als die Mannschaft nach dem Ausgleichstreffer der Leipziger den Ball zu ihrem Torhüter zurückspielte. In den 37 Sekunden zwischen dem Wiederanpfiff und dem Treffer bewegten sie den Ball geduldig im eigenen Defensivdrittel, in einer 6-gegen-5-Situation, fanden den Raum, um das Pressing zu überwinden und spielten Mudryk auf der linken Seite erfolgreich frei. Dieser dribbelte nach vorne, passte nach innen und bediente Shved, der das Tor erzielte.
In der Defensive agierten die Ukrainer diszipliniert und unaufgeregt. Verteidiger Valeriy Bondar (5) fiel durch seine Athletik und sein exzellentes Stellungsspiel im Eins-gegen-Eins sowie durch seine Ruhe im Spielaufbau auf.
Aus Leipziger Sicht war es ein Abend zum Vergessen, ein Abend, an dem sie durch individuelle Fehler und mangelnde defensive Stabilität angreifbar wurden. Tedesco, der die Mannschaft erst im vergangenen Mai zu ihrem ersten großen Titel, dem deutschen Pokal, geführt hatte, bezahlte dafür mit seinem Job.
Stimmen
Domenico Tedesco, ehemaliger Trainer Leipzig: "Die Spieler waren voll bei der Sache, und es wäre nicht fair, ihnen mangelnde Mentalität vorzuwerfen. Sie sind viel gelaufen und haben nach vorne gespielt. Wir haben die zweite Halbzeit sehr gut begonnen und den Ausgleich erzielt, aber dann ging der zweite Torschuss von Shakhtar direkt ins Tor. Das ist schon hart. Wir haben die Bälle einfach zu leicht verloren und sind in viele Konter gelaufen. Deshalb waren wir nicht mehr so mutig nach vorne gespielt."
Igor Jovićević, Trainer Shakhtar : "Ich kenne Marian Shved aus meiner Zeit beit [Karpaty] Lviv und ich wollte ihn unbedingt zurückhaben. Jetzt bin ich glücklich, dass ich ihn wieder in meinem Team habe. Er arbeitet hart und ich weiß, wozu er in der Lage ist."
Konrad Laimer, Mittelfeldspieler Leipzig: "Wir haben unsere Außenverteidiger weit nach vorne geschoben und sind ein hohes Risiko eingegangen. Nach dem verdienten Ausgleich war ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen.60 Sekunden später haben wir dann direkt das zweite Gegentor kassiert, ich konnte es kaum glauben."
Taras Stepanenko, Kapitän Shakhtar: "Es ist eine neue Mannschaft, aber viele Jungs kommen aus der Akademie von Shakhtar. Deshalb haben sie unsere Mentalität, das hilft uns sehr. Wir sind ein eingeschworener Haufen und geben immer alles."