UEFA.com funktioniert besser bei anderen Browsern
Um das bestmögliche Erlebnis zu haben, empfehlen wir, Chrome, Firefox oder Microsoft Edge zu verwenden.

Wunder von Istanbul 2005: Xabi Alonso über Liverpools Aufholjagd gegen Milan

Expedia präsentiert ein Interview mit Xabi Alonso, der über Liverpools unglaubliche Wiederauferstehung im Finale der UEFA Champions League 2005 spricht.

Der frühere spanische Nationalspieler blickt vor dem neuerlichen Duell zwischen Liverpool und Milan zurück auf eines der größten Comebacks in der Geschichte der Königsklasse, präsentiert von Expedia.
Alonso über Liverpools Triumph 2005

Als im Finale der UEFA Champions League 2005 der Pausenpfiff erklang, schien die Partie bereits entschieden. Liverpool, damals trainiert von Rafael Benítez, lag gegen den AC Milan mit 0:3 hinten.

In diesem von Expedia präsentierten Interview verrät Xabi Alonso, wie die beispiellose Aufholjagd im Olympiastadion Atatürk ihren Lauf nahm und wie die Reds schlussendlich im Elfmeterschießen das "Wunder von Istanbul" perfekt machten.

Vor dem Spiel

Xabi Alonso
Xabi Alonso Santiago Garcés

"Du stehst in den Katakomben und bist völlig konzentriert. Der Blick geht auf die andere Seite und du siehst die Mannschaft von Milan. Das war ein sehr erfahrenes Team mit beeindruckenden Spielern. Und dann schaust du ein paar Meter weiter nach vorne und siehst den Pokal. Meine Frau war auch da, sowie mein Vater mit meinem Bruder. Meine Mutter ist in San Sebastian geblieben und hat vom Sofa aus den Fernseher angeschrien."

"Wir wollten diesen Pokal unbedingt, denn wir hatten eine lange Durststrecke hinter uns. Für uns war es das erste Endspiel in der Champions League und dementsprechend angespannt waren wir dabei. Wir waren uns der Verantwortung bewusst."

Während dem Spiel

Final-Highlights 2005: Milan - Liverpool
Final-Highlights 2005: Milan - Liverpool

"Milan hat mit sehr viel Selbstvertrauen gespielt, das wirkte alles fast mühelos. Aber wir haben ihnen das Leben auch einfach gemacht. Wir hatten zwar Ballbesitz, konnten uns aber keine Chancen erspielen. Wir waren nicht sehr gefährlich und ich weiß noch, wie sehr ich zur Halbzeit unzufrieden über meine eigene Leistung war. Einige der Spieler waren komplett am Boden und es gab Sprüche wie 'Okay, das war's' und 'Wir haben keine Chance mehr''."

"Anstelle einer emotionalen Rede hat Rafa einfach nur gesagt: 'Oh, das müsst ihr ändern! Sie haben das nicht verdient.' Er hat eine sehr taktische Ansprache gehalten und dabei erklärt, was falsch läuft. Er hat uns gesagt, was wir verändern sollen und meinte: 'Schauen wir mal, was dann passiert.'"

Xabi Alonso nach dem Ausgleichstreffer Istanbul
Xabi Alonso nach dem Ausgleichstreffer IstanbulPA Images via Getty Images

"Der Anschlusstreffer von Stevie [Gerrard] hat uns Hoffnung verliehen. Er hat bestätigt, dass wir besser im Spiel waren. Als Vladi [Šmicer] das zweite Tor erzielt hat, haben wir uns gesagt: 'Jetzt läuft es für uns!' Ich hatte das Gefühl, dass wir auch ein drittes Tor machen würden. Dann erhielten wir einen Elfmeter und ich sollte erstmals in meiner Profi-Karriere schießen. Es stimmt, dass ich vorher noch nie zu einem Strafstoß angetreten war. Ich hatte eine sehr klare Vorstellung, wo ich hinschießen wollte. Der Elfer war auch gar nicht schlecht geschossen, aber Dida hat eine tolle Parade hingelegt. Zum Glück habe ich die schnellste Reaktion meiner Karriere gezeigt und nach dem Abstauber fühlte ich mich wie neugeboren."

"Wir waren wieder im Spiel und hatten quasi ein Bonusleben erhalten. Jetzt ging es darum, am Leben zu bleiben. Nach dem dritten Treffer waren wir gut drin, aber Milan war wie ein verwundeter Löwe. Sie waren brandgefährlich. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Abpfiff der Verlängerung war es eine lange Leidenszeit. Milan hätte durchaus noch ein Tor machen können."

Xabi Alonso jubelt in Istanbul
Xabi Alonso jubelt in IstanbulPA Images via Getty Images

"Im Elfmeterschießen hatten wir die Überzeugung, dass wir - aufgrund der Tatsache, es überhaupt bis hierhin geschafft zu haben - die besseren Chancen hatten. Es herrschte eine unheimliche Anspannung und alles war sehr dramatisch. Es war jedes Mal so, als würde einer deiner Teamkollegen in den Krieg ziehen. Soldat gegen Soldat."

Nach dem Spiel

"Eine Explosion der Freude, pure Euphorie. Ich bin einfach losgerannt und wusste nicht, was ich machen soll. Neben der Freude hatte man auch das Gefühl, andere Leute glücklich gemacht zu haben. Das war toll. Du wusstest einfach, wie sehr die Liverpool-Fans aus dem Häuschen sind. Das bleibt dir ewig in Erinnerung und macht uns so stolz. Auch nach so vielen Jahren ist das die eine Sache, die alles überragt. Deshalb spielen wir. Ohne Fans ist der Fußball nichts."