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Liebesbriefe an die Champions League

Durch die Ferne wächst die Liebe: UEFA.com-Reporter über die Zeit ohne Königsklasse.

Seit 55 Tagen ruht die UEFA Champions League nun bereits.

Die Sehnsucht nach magischen Fußball-Abenden ist weit verbreitet und dennoch schwer zu beschreiben. Redakteure und Reporter von UEFA.com zeigen erste Entzugserscheinungen.

Nuno Tavares, Portugal

Barcelonas ehemalige Zauberer Deco und Ronaldinho
Barcelonas ehemalige Zauberer Deco und Ronaldinho Getty Images

Es ist nur ein Spiel, könnte man sagen. Für mich nicht. In meinem Traum war ich derjenige Spieler, der Rabah Madjer bei seinem Hackentor gegen den FC Bayern in Wien 1987 die Vorlage gegeben hat. Ich lief neben José Mourinho im Old Trafford, als hätte es in der Schule gerade den letzten Gong vor den Sommerferien gegeben. Ich war außerdem der dritte Musketier in der so produktiven Offensive mit Deco und Ronaldinho.

Ich habe nie den Sprung in den Profifußball geschafft, aber die nächstbeste Errungenschaft ist es, über diese einzigartigen Momente berichten zu dürfen. Ich vermisse sie sehr.

Gerne würde ich weiter darüber schreiben, warum es nicht nur ein Spiel ist. Aber die Pflicht ruft: Fernando Redondo hat gerade Henning Berg stehen gelassen und wartet darauf, dass ich mich am langen Pfosten freilaufe. In meinen Träumen zumindest.

Philip Röber, Deutschland

Selbstredend gibt es auf der Welt momentan viel wichtigere Angelegenheiten, aber für mich persönlich ist es schwer, die Abwesenheit des Fußballs komplett auszublenden. Die Champions League sorgt für einige der spannendsten Momente meines Berufs: Dies kann ein Interview mit einem scharfsinnigen Thomas Müller sein (Achtung, Gegenfrage!), vor allem aber das Spiel im Stadion. Auf der Anreise fährt man an Fanbussen vorbei, in denen die Vorfreude kaum Grenzen kennt. Im Stadion wird man dann zum Zeuge, wie sich leere Tribünen innerhalb kürzester Zeit zu Hotspots voller Erwartungen, Hoffnungen und Emotionen wandeln.

Die dann folgenden 90 Minuten plus X sind immer anders, aber auch immer eine Herausforderung. Jedes Mal kitzelt der Balanceakt aufs Neue, das Spiel zu verfolgen und gleichzeitig auf verschiedenen Kanälen darüber zu berichten. Und dann dieses Gefühl, wenn das Spiel in der Schlussphase (der stressigsten Zeit eines Reporters) noch eine dramatische Wendung nimmt... Solche Abende hinterlassen gerne mal einen Effekt, der mehrere Tage andauert. Sie werden sehnsüchtig vermisst.

Paolo Menicucci, Italien

Inter-Legende Javier Zanetti
Inter-Legende Javier ZanettiGetty Images

Ich wohne in Mailand und die Champions League ist für mich daher eng verknüpft mit dem San Siro. Das legendäre Stadion ist besonders an Europapokal-Abenden ein ganz spezieller Ort, an dem Milan und Inter zahlreiche denkwürdige Spiele abgeliefert haben. Ich denke an Legenden wie Paolo Maldini, der Milans Eleganz und Schönheit verkörpert hat, oder Javier Zanetti, der als Argentinier zu einer Vorzeigefigur für die Nerazzurri-Kultur wurde - unerschütterlich, fleißig und stilvoll. Und dann natürlich auch die Tore. Wohl keines war schöner als Dejan Stanković’ unglaublicher Volley vom Mittelkreis im Spiel gegen Schalke im Viertelfinale 2010/11.

Wenn du mich fragst, welches das beste Spiel im San Siro war, muss ich nicht lange nachdenken. Es war das Halbfinal-Rückspiel 2006/07: Es gab sinnflutartigen Regen, Blitz und Donner. Doch noch lauter und spürbarer waren die Milan-Fans, die ihre Mannschaft gegen Manchester United nach vorne peitschten. Die Rossoneri drehten die Hinspielpleite um und holten später ihren siebten Titel.

Dmitri Rogovitski, Russland

Es war Herbst 1995. Spartak Moskva gewann je zwei Mal gegen Blackburn, Legia und Rosenborg und legte eine perfekte Gruppenphase in der UEFA Champions League hin. So verliebte ich mich in diese Mannschaft und in diesen Wettbewerb.

Spartak war der einzige regelmäßige Teilnehmer an der Champions League in den 1990ern. Ich erinnere mich an Heimspiele gegen Barcelona, Real Madrid und Inter. Vor allem aber weiß ich noch, wie gut der 4:1-Sieg gegen Arsenal im November 2000 geschmeckt hat. Nicht einmal -10° Celcius konnten meiner Freude etwas anhaben.

Acht Jahre später war ich wieder im Luzhniki und wurde Zeuge des dramatischen Endspiels zwischen Manchester United und Chelsea. Ich sah das Tor von Cristiano Ronaldo und die Tränen von John Terry. Eigentlich sollte mein Lieblingswettbewerb auf der Welt auch jetzt wieder in die entscheidende Phase gehen. Die spannenden und überraschenden Momente fehlen mir in meinem Leben.

Joe Walker, Spanien

Antoine Griezmann scores past Manuel Neuer in 2016
Antoine Griezmann scores past Manuel Neuer in 2016Bongarts/Getty Images

Als Antoine Griezmann in München frei auf Manuel Neuer zulief, weiß ich noch, wie ich kurz gedacht habe: "Das gibt es doch nicht." Aber es war und ist einfach das Atlético Madrid von Diego Simeone. Der Ausgang war unvermeidlich. Gegen alle Widerstände hatten die Rojiblancos das zweite Endspiel der UEFA Champions League innerhalb von drei Jahren erreicht. Und Simeone, einer der härtesten Männer im harten Fußballgeschäft, war beim Abpfiff ein emotionales Wrack. Es sind diese Art von sportlichen Emotionen, die nur der Fußball und insbesondere dieser Wettbewerb hervorrufen kann.

Die Atmosphäre, die man während der Hymne spürt, das Flutlicht und die besten Spieler der Welt, die vor einem versuchen, alles aus sich herauszuholen - nie sollte man all dies als selbstverständlich abhaken. Wie heißt es im Lied Big Yellow Taxi von Joni Mitchell so schön? "You don’t know what you’ve got ’til it’s gone" (Du weißt nicht, was du hast, bis es weg ist").

Christian Châtelet, Frankreich

Liebe Champions League,

Du warst in den letzten Jahren nicht immer besonders gut zu den französischen Klubs. Auch in der Zeit davor waren die großen Momente eher spärlich gesät. Tatsächlich konnte nur Marseille im Jahr 1993 den Titel holen, aber trotzdem hat meine Zuneigung in all den Jahren zugenommen.

Ich denke auch an all die Momente, in denen es fast zur perfekten Liebe geworden wäre. Porto mag Monaco im Finale 2004 in Gelsenkirchen aus dem Stadion geschossen haben, aber vielleicht wäre es ganz anders gekommen, wenn Ludovic Giuly nicht schon nach 23 Minuten verletzungsbedingt runter gemusst hätte. Und was wäre passiert, wenn Paris 2017 nicht zum Opfer von Barcelonas 'Remontada' geworden wäre? Es ist egal, denn ich bleibe dir treu - fasziniert von den Abenden und Momenten, die du immer wieder lieferst.

Tom Kell, England

Ole Gunnar Solskjær mit seinem Siegtor 1999
Ole Gunnar Solskjær mit seinem Siegtor 1999Icon Sport via Getty Images

Früher bin ich als Kind zum TV gerannt, als ich die Hymne gehört habe. Später durfte ich sie live im Stadion erleben, kurz bevor das Finale angepfiffen wurde. Die UEFA Champions League sorgt nicht nur dafür, dass der Puls von Fans auf der ganzen Welt in die Höhe schnellt, sondern auch bei Spielern, Trainern und meiner Wenigkeit.

Ole Gunnar Solskjærs unfassbarer Siegtreffer im Endspiel 1999 fällt mir als Erstes ein. Das Wohnzimmer meiner Familie hat seitdem nie wieder so viele ungläubige Gesichter gesehen. Es war einer jener Momente, die mich dazu bewegt haben, eine Karriere im Fußball anzustreben. Zidanes Volley, die stehenden Ovationen für Ronaldo, Batistutas Tor im Wembley, das "Wunder von Istanbul", Rooneys Dreierpack, das 4:4 zwischen Chelsea und Liverpool, der Fünferpack von Messi, Barcelonas ‘Remontada’ und "You’ll Never Walk Alone" in Madrid letztes Jahr - es sind alles unlöschbare Erinnerungen.

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