Internationale Pressestimmen
Mittwoch, 20. Oktober 2004
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Während die englische Presse die mangelnde Torausbeute ihrer Teams beklagte, beherrschte in Spanien ein Engländer die Schlagzeilen.
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Während die englische Presse die mangelnde Torausbeute von Manchester United FC und Liverpool FC beklagte, beherrschte in Spanien ein Engländer die Schlagzeilen. Die französischen Zeitungen waren unterdessen voll des Lobes für Olympique Lyonnais und den AS Monaco FC.
Liverpool FC - RC Deportivo La Coruña 0:0
Michael Owen hat endlich sein erstes Tor für Madrid erzielt, und Liverpool dürfte dem Torriecher seines Ex-Stürmers nachtrauern. Durch das frustrierende Unentschieden sind die Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League gesunken. Die Meldung von Owens erstem Treffer in Spanien zur Halbzeit sorgte für den einzigen Jubel der Fans an diesem Abend. (The Times, England)
(La Voz de Galicia, Spanien)
AS Monaco FC - Olympiacos CFP 2:1
Monaco hat seinen Gegner in der Tabelle überholt und die Spitzenposition erobert. Damit hat das Team vor den letzten Spielen alle Chancen. Aber wie sehr haben sie auf dem Weg dahin leiden müssen? Sie hätten beinahe noch ihren Vorsprung verspielt, den ihre Angreifer, die sich herrlich gegen die griechische Abwehr durchsetzten, herausgeschossen hatten. (L'Equipe, Frankreich)
Bayer 04 Leverkusen - AS Roma 3:1
Die Gäste bestätigen durch zahllose Undiszipliniertheiten ihren schlechten Ruf. Wenn die Italiener nicht spektakulär den toten Mann spielten, hämmerten sie mit Fäusten und Füßen auf ihre Gegenspieler ein, was allerdings erst kurz vor Schluss Folgen hatte: Die Römer Panucci und de Rossi erhielten die Rote Karte. Eine deutlich verbesserte Leverkusener Mannschaft gewann mit 3:1 und hat nun nach dem zweiten Sieg im dritten Spiel eine reelle Achtelfinal-Chance. (Kölner Stadt-Anzeiger, Deutschland)
Einmal mehr hatte die Roma ihre schwachen Nerven nicht im Griff. Zunächst Panucci, der erfahrenste Spieler im Kader. Dann De Rossi, das aufstrebende Talent. Sein Tritt war schrecklich. Trainer Del Neri hat die schwere Aufgabe, den Spielern klar zu machen, dass sie statt mit den Beinen mit dem Kopf denken müssen. Auch die Abwehrarbeit muss verbessert werden. Romas Fehler machten aus einer ausgeglichenen Partie einen peinlichen Abend. (Gazzetta dello Sport, Italien)
Real Madrid CF - FC Dynamo Kyiv 1:0
Michael Owen trat zum richtigen Zeitpunkt in Erscheinung, erzielte das Siegtor und verschwand, ohne ein Wort zu sagen. Der Engländer hatte mit einer melancholischen Durststrecke zu kämpfen, und dieses glückliche Tor, sein erster Treffer für seinen neuen Verein, könnte eine Art Anti-Depressiva sein. Für Madrid war das Tor noch wichtiger, denn es verlieh ihnen einen Funken Hoffnung. (El Mundo, Spanien)
Madrid war eine spaßige Angelegenheit ... viele Chancen und Schüsse aufs Tor sowie auf Ronaldo. Das Spiel hat Spaß gemacht. Real spielte mit offenem Visier, und Dynamo stellte sich dem nach anfänglichem Zögern entgegen. Das Team konnte aber seine zahlreichen Chancen nicht nutzen und muss nun damit zufrieden sein, Ronaldo zwei Mal in die Weichteile getroffen zu haben. Wenn das ein Trost sein sollte. (sport.com.ua, Ukraine)
AFC Ajax - Maccabi Tel-Aviv FC 3:0
Ajax hat das erste dieser beiden Duelle brillant bestritten. In diesem Spiel ging es schon um alles, auch wenn Trainer Ronald Koeman davon nichts wissen wollte. Seit dem Wochenende befand sich der Verein in einer Problemzone zwischen Entzündung und Explosion. Nach einigen Vorfällen, Konflikten und Niederlagen war Koeman verunsichert. (Algemeen Dagblad, Niederlande)
Maccabi Tel-Aviv kassierte in der Champions League-Gruppe C seine dritte Niederlage und hat noch kein einziges Tor erzielt ... Trainer Nir Klinger nahm zahlreiche Umstellungen in seiner Startelf vor, um die Niederländer durch eine offensivere Ausrichtung zu überraschen, doch nach nur vier Minuten wurden Klingers Pläne bereits durchkreuzt, als Ajax früh in Führung ging. (Jerusalem Post, Israel)
Juventus - FC Bayern München 1:0
Ein solides Juventus bezwang Bayern durch eine Kombination zwischen Ibrahimovic und Nedved. Die Bianconeri stehen nach dem dritten 1:0-Sieg in der Gruppe mit einem Bein in der nächsten Runde. Das Team wird immer mehr Fabio Capellos Juve - wir können uns nicht an viele Trainer erinnern, die so pragmatische Mannschaften aufbauen, wie es Capello tut. (Corriere dello Sport, Italien)
Die Bayern nach dem Deisler-Schock – sie holten sich den nächsten Tiefschlag ab! 0:1 in Turin verloren, gleichzeitig gewann Ajax gegen Tel Aviv – plötzlich müssen sie wieder ums Weiterkommen zittern. Wenige Zuschauer, wenige Höhepunkte: Vor nur 20.000 spielte sich fast alles zwischen den Strafräumen ab – im spaßfreien Raum. Ein Punkt schien ihnen zu reichen – aber diese Rechnung hatten sie ohne Pavel Nedved gemacht. (Bild, Deutschland)
Fenerbahçe SK - Olympique Lyonnais 1:3
Fenerbahçe verlor mit 1:3 und braucht nun ein Wunder, um in der Champions League die nächste Runde zu erreichen. Der Spitzenklub aus Istanbul verärgerte seine Fans im ausverkauften Sükrü Saraçoglu-Stadion durch eine Niederlage im wohl wichtigsten Spiel der Gruppenphase. (Hürriyet, Türkei)
Wer kann Lyon aufhalten? Der dreimalige französische Meister ist in allen Wettbewerben vorne dabei und hat auswärts nunmehr unglaubliche fünf Siege und ein Unentschieden vorzuweisen. Zudem übernahm Lyon die Tabellenführung in der Gruppe D und kann in zwei Wochen vielleicht bereits das Achtelfinal-Ticket buchen. Dies wäre eine großartige Leistung. (L'Equipe, Frankreich)
AC Sparta Praha - Manchester United FC 0:0
Sparta glänzte und schockte das große Manchester United durch aggressive Spielweise. Fast hätte das Team einen grandiosen Sieg gefeiert. Das Remis ist jedoch auch ein tolles Resultat. Noch wichtiger als der erste Punktgewinn war Spartas Leistung gegen die Superstars aus Old Trafford. Von der befürchteten Zehn-Mann-Defensive war nichts zu sehen, Sparta zeigte eine tolle Leistung. (Sport, Tschechische Republik)
Manchester United hat beste Chancen auf das Erreichen des Achtelfinals, auch wenn niemand, der diese schwache Leistung gesehen hat, ernsthaft daran glauben wird, dass der Europapokal wieder nach Old Trafford geholt werden kann. (The Guardian, England)