2013/14: Madrid beendet Warten auf "La Décima"

Zwölf Jahre lang musste Real Madrid CF auf den zehnten Titel im Pokal der europäischen Meistervereine warten, bis man in Lissabon gegen den Stadtrvialen Club Atlético de Madrid triumphieren konnte.

Real Madrid mit dem Pokal
Real Madrid mit dem Pokal ©Sportsfile

Real Madrid CF hat die zwölfjährige Wartezeit auf den zehnten Europapokaltitel in einem dramatischen Endspiel gegen Club Atlético de Madrid in Lissabon beendet.

Es sah lange so aus, als sollte Atlético die spanische Meisterschaft dank des Kopfballtores von Diego Godín in der 36. Minute im Estádio do Sport Lisboa e Benfica auch noch mit der UEFA Champions League krönen, doch in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang Sergio Ramos mit einem Kopfballtreffer der Ausgleich. Nachdem Gareth Bale die Königlichen in der 110. Minute in Front gebracht hatte, brachen alle Dämme und Marcelo sowie Cristiano Ronaldo besorgten den 4:1-Endstand – der Strafstoß des Portugiesen war sein 17. Tor in dieser Europapokalsaison und damit ein neuer Rekord.

In einer Gruppenphase, die reich an Toren war, begann Ronaldo mit einem Dreierpack bei Galatasaray AŞ, er sollte vor Weihnachten auf neun Treffer kommen – ebenfalls eine neue Bestmarke. Zlatan Ibrahimović gelangen acht Tore, vier davon beim RSC Anderlecht, womit er den bisherigen Bestwert in der Gruppenphase, erzielt von Ruud van Nistelrooy 2004/05, Hernán Crespo und Filipo Inzaghi (beide 2002/03) einstellte. Real Madrid und Paris Saint-Germain kamen als Sieger der Gruppen B und C ins Achtelfinale.

Einige große Namen mussten allerdings früh die Segel streichen, darunter Juventus, das am letzten Spieltag bei Galatasaray unterlag, so dass die Türken hinter Madrid Gruppenzweiter wurden. SL Benfica wurde ebenfalls nur Dritter hinter Paris und Olympiacos FC, während der SSC Napoli gegenüber dem geschlagenen Finalisten von 2013, Borussia Dortmund, sowie Arsenal FC den Kürzeren zog. Die Gruppe H war die einzige, in der vier ehemalige Sieger vereint waren, und der FC Barcelona und der AC Milan erwiesen sich als zu stark für AFC Ajax und Celtic FC, während Titelverteidiger FC Bayern München seine Siegesserie auf zehn Spiele ausbaute und die Gruppe D gewann, obwohl man das letztlich bedeutungslose Heimspiel gegen Manchester City FC noch verlor.

City, das erstmals in der K.-o.-Runde vertreten war, unterlag im Achtelfinale insgesamt mit 1:4 gegen Barcelona, während Real (9:2 gegen den FC Schalke 04) und Paris (6:1 gegen Bayer 04 Leverkusen) deutliche Siege feierten. Atlético war eine von drei Mannschaften, die ungeschlagen durch die Gruppenphase gingen und setzte seinen eindrucksvollen Lauf mit dem Weiterkommen gegen Milan fort, vor allem durch den 4:1-Sieg im Rückspiel. Die letztjährigen Finalisten Bayern und Dortmund erwiesen sich für Arsenal und den FC Zenit als zu stark, während es im Old Trafford einen Comeback-Sieg für Manchester United FC gab, das im Hinspiel bei Olympiacos noch 0:2 verloren hatte, dann aber dank eines Dreierpacks von Robin van Persie weiterkam.

Chelsea FC gelang im Viertelfinale eine ähnliche Leistung, als man sich bei einem 3:3-Gesamtstand aufgrund der Auswärtstorregel gegen Paris durchsetzte, während Real gegen jene Mannschaft, gegen die man 2012/13 im Halbfinale ausschied, noch einmal unerwartet zittern musste. Nach dem 3:0-Heimsieg im Hinspiel gegen Dortmund sah alles nach einem klaren Halbfinaleinzug für die Königlichen aus, doch der BVB gewann in Deutschland mit 2:0 und ließ die Gäste lange bangen. Bayern setzte sich gegen United durch, während Barcelonas Rekordserie von sechs Halbfinaleinzügen in Folge durch Atlético, das sich insgesamt mit 2:1 behauptete, ein Ende fand.

Nach einem torlosen Hinspiel zwischen Atlético und Chelsea gab es im Halbfinal-Rückspiel an der Stamford Bridge ein echtes Drama, das zugunsten Chelseas zu kippen schien, als der ehemalige Atlético-Stürmer Fernando Torres das 1:0 erzielte. Adrián López konnte jedoch rasch ausgleichen und in der zweiten Halbzeit sorgten Diego Costa und Arda Turan für die erste Endspielteilnahme Atléticos seit 40 Jahren.

Real Madrid kam klarer weiter – 1:0 zu Hause und 4:0 bei Titelverteidiger Bayern (Ronaldo erzielte zwei weitere Tore), so dass man nach drei Halbfinalniederlagen in Folge endlich das 13. Finale erreichte. Dieses sollte man dann auch gewinnen, so dass Ancelotti der zweite Trainer wurde, der dreimal die Königsklasse gewann, während es für Real das ersehnte zehnte Mal wurde.