Was macht Celtic so besonders?
Sonntag, 2. April 2017
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Einst von einem Römisch-Katholischen Bruder gegründet, um auf das Elend der Armen Glasgows aufmerksam zu machen, hat Celtic in Schottland inzwischen seinen sechsten Meistertitel in Folge gewonnen - UEFA.com singt eine Ode an die "Bhoys".
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Celtic steht bereits jetzt als Teilnehmer der UEFA Champions League 2017/18 fest, nachdem sie durch ein 5:0 gegen die Hearts ihren sechsten schottischen Meistertitel in Folge geholt haben. UEFA.com nimmt die "Bhoys" unter die Lupe.
Gegründet: 1887
Spitznamen: The Hoops, the Bhoys
Erfolge in UEFA-Vereinswettbewerben:
• Pokal der europäischen Meistervereine: 1 (1967)
Nationale Titel (jüngste Erfolge in Klammern)
• Meisterschaft: 48 (2017)
• Schottischer Pokal: 36 (2013)
• Celtic wurde von einem Römisch-Katholischen Bruder gegründet, angeblich um die Armen am östlichen Ende von Glasgow zu versorgen. Nachdem es einen Zustrom von irischen Arbeitern gab, wollte Bruder Walfrid diese mit den einheimischen Glaswegians sozialisieren. Seine Vision war ein Fußballklub, den Schotten und Iren, Katholiken und Protestanten gleichermaßen unterstützen konnten.
• Gemeinnützige Arbeit ist und bleibt das Herz des Klubs. Die Celtic-Stiftung unterstützt gemeinnützige Organisationen sowohl im In- als auch im Ausland. Dieser Ethos wurde bei der Gründung am 6. September 1887 beschlossen, als Bruder Walfrid sagte: "Dieser Fußballklub entsteht, um für die Essenstische für die Kinder und Arbeitslosen zu sorgen.
• Celtic war der erste britische Verein, der den Pokal der Meistervereine gewann - dieses Jahr ist das 50. Jubiläum des 2:1-Siegs der Lisbon Lons gegen Inter Mailand im Finale des Pokals der europäischen Meistervereine 1967. Bekanntlich sind alle bis auf einer der 15 Spieler von Jock Stein innerhalb eines Radius von 15 km um den Celtic Park geboren. "Wir haben es geschafft, weil wir Fußball gespielt haben - reinen, schönen und einfallsreichen Fußball," sagte Stein. "Für negative Gedanken war kein Platz in unseren Köpfen."
• Die "Hoops" oder "Bhoys" (ein Name, den sich irische Immigranten in Glasgow selbst gaben) haben viele berühmte Fans. Sänger Sir Rod Stewart weinte, als Celtic im November 2012 mit 2:1 gegen Barcelona gewann. Auch Comedian Billy Connolly und Musik-Stars wie Jay-Z und Snoop Dog haben sich schon in Trikots der Hoops gezeigt.
• Die Atmosphäre im Celtic Park während Spielen in der UEFA Champions League hat schon die größten Stars Europas beeindruckt. Lionel Messi sagte: "Ich hatte das Glück, mit Barcelona in einigen tollen Stadien in Europa zu spielen, aber an Celtic kommt keines ran." Cristiano Ronaldo fügte hinzu: "Die Celtic-Fans sind unglaublich. Es ist immer toll, dort zu spielen." Xavi Hernández sagte sogar, dass die Atmosphäre im "Paradies" die Beste des ganzen Kontinents sei. "Die feindselige Stimmung, die du spürst, wenn Du in Madrid spielst ist toll, aber die Atmosphäre bei Celtic war am Besten."
• Mit 37 ungeschlagenen Spielen in Folge in einer Saison hat Celtic einen neuen schottischen Rekord aufgestellt. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg, um Willie Maleys Bhoys zu toppen, die 1915-17 insgesamt 62 Spiele ungeschlagen blieben.
• Celtic hat jetzt sechsmal in Folge die Meisterschaft gefeiert. Das ist beeindruckend, aber Steins Lisbon Lions waren noch besser, als sie von 1956/66 bis 1973/74 neun Titel gewannen.
• Die Hoops sind auf dem Weg zum dritten schottischen Tripel. Nachdem man sich bereits den Titel im schottischen Ligapokal und der Meisterschaft gesichert hat, fehlt Rodgers nur noch der schottische Pokal, um das Tripel von Stein (1966/67 und 1968/69) und Martin O'Neill (2000/01) zu wiederholen. Dafür muss im Halbfinale zunächst Stadtrivale Rangers geschlagen werden.
• Sie haben ein Auge für Schnäppchen. Celtics Toptorjäger in dieser Saison, Moussa Dembélé, kam für nur 600.000 Euro im letzten Sommer aus Fulham. Er war ähnlich günstig wie die Vereinshelden Henrik Larsson (ca. 750.000 € von Feyenoord) oder Lubomír Moravčík (350.000 € von Duisburg).
• Das Idol überhaupt ist Jimmy Johnstone aka "Lord of the Wing" oder "The Flying Flea". Er wurde zum besten Celtic-Spieler aller Zeiten gewählt. "Jinky" Johnstone feilte als kleiner Junge an seinen Fähigkeiten, indem er zwischen Milchflaschen hindurchdribbelte. Seine Flugangst war aber genauso berüchtigt wie sein Talent. Einst sagte ihm Trainer Stein zur Pause im Pokal der europäichen Meistervereine gegen Crvena Zvezda im Novemeber 1968, dass er vom Flug zum Rückspiel nach Belgrad verschont bleiben würde, wenn Celtic mit einem angenehmen Vorsprung gewinne. Johnstone erzielte daraufhin zwei Tore und legte zweit weitere auf, um Celtic eine uneinholbare 5:1-Führung zu sichern. Zur Pause hatte es noch Unentschieden gestanden.