2:2 nach 2:0: Folgt jetzt die Wende bei Bayer?

Ein 2:2 nach einer 2:0-Führung ist in den seltensten Fällen ein Grund zur Freude - so war es auch für Bayer Leverkusen nach dem Spiel gegen ZSKA Moskau. UEFA.com-Reporter Matthias Rötters erklärt, weshalb die Bauchlandung dennoch eine große Chance für die Werkself ist.

Roger Schmidt konnte mit dem Remis gegen Moskau nicht besonders gut leben
Roger Schmidt konnte mit dem Remis gegen Moskau nicht besonders gut leben ©Getty Images

Gute Ansätze

Mal wieder zeigte die Werkself, dass sie selbst in der Königsklasse Mannschaften an die Wand spielen kann. In den ersten 30 Minuten gegen Moskau deutete sich ein Klassenunterschied an. Auch Roger Schmidt analysierte später: "In der ersten halben Stunde hatten wir alles im Griff."

Großes Potential

Auch die Qualität im Kader ist absolut Champions-League-tauglich. Wer zunächst auf den besten Bundesliga-Torschützen der laufenden Saison [Joel Pojanpalo, 4 Treffer] verzichten kann und dann noch Kaliber wie Charles Aránguiz oder Kevin Volland einwechselt, der hat einen Kader, der definitiv stark genug besetzt ist, um (mindestens) die Gruppenphase zu überstehen.

Der Aha-Moment?

Doch dazu muss es jetzt endlich Klick machen bei der Werkself. Das Spiel gegen Moskau war eines von etlichen in der jüngeren Geschichte, in denen das Team trotz klarer Überlegenheit unnötig Punkte verschenkte [Beispiele: 4:4 gegen Rom, 1:1 gegen Barcelona]. "Wir haben heute viel Lehrgeld bezahlt", erklärte Trainer Roger Schmidt und fügte an: "Wir müssen aus diesem Spiel nun unsere Lehren ziehen."

Völler gibt den Kurs vor

Wie diese aussehen müssen, erklärte kurz später Ex-Weltmeister und Bayer-Sportdirektor Rudi Völler: "Wenn Du so früh 2:0 führst wie wir heute, dann musst Du die mit 4:0 oder 5:0 vom Platz schießen. Teams wie Barcelona oder München machen das - da müssen wir auch hin. Wir müssen da einfach konsequenter sein."

Geburtsstunde einer neuen Mentalität

Und so könnte diese "gefühlte Niederlage" gegen Moskau vielleicht für eine neue Sieger-Mentalität bei Bayer sorgen, die dem Team in wichtigen Momenten zuletzt so oft fehlte. "Natürlich müssen wir nun ganz genau analysieren, was falsch gelaufen ist", erklärte Volland. Das wichtigste Analyse-Ergebnis dürfte sein, dass man sich mit dem Anspruch eines Klubs wie Bayer Leverkusen nicht zu schnell zufrieden geben darf auf dem Platz...