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Technischer Bericht der Champions League 4: Wie die Tore fielen

Im vierten Teil des neuen Technischen Berichts zur UEFA Champions League erklärt das Expertengremium, warum mehr Tore als je zuvor aus dem Spiel heraus fielen.

Saúl Ñíguez war gegen Bayern mit einem formidablen Solo erfolgreich
Saúl Ñíguez war gegen Bayern mit einem formidablen Solo erfolgreich ©AFP/Getty Images

Die wichtigsten Zahlen:
Tore aus dem Spiel heraus
2015/16: 266 (77% aller Tore)
2014/15: 267 (74%)
2013/14: 268 (74%)

Tore aus der Kategorie "Laufen mit dem Ball"
2015/16: 24
2014/15: 17

Weitschusstore aus dem Spiel heraus
2015/16: 25
2014/15: 36

Tore aus dem Spiel, denen eine Hereingabe vorausging
2015/16: 63
2014/15: 51

Die Zahl der aus dem Spiel heraus erzielten Tore ist in den letzten drei Ausgaben verblüffend konstant geblieben: von 267 (2013/14) über 268 (2014/15) auf 266. Ebenfalls hoch blieb der Anteil der Treffer aus Kombinationen (61 gegenüber 63 im Vorjahr), wodurch sich hier der klare Aufwärtstrend bestätigte.

Entstanden noch 2009/10 nur 21 Treffer aus Kombinationen, hat sich dieser Wert innerhalb von sechs Jahren beinahe verdreifacht. Bayern und Barcelona verstanden es erneut, selbst die engmaschigsten Abwehrreihen mit schnellen Kurzpasskombinationen zu überwinden – am Ursprung stand dabei oft ein vertikaler Pass auf einen eng gedeckten Spieler.

Luis Suárez: BARCELONA v Leverkusen
Luis Suárez: BARCELONA v Leverkusen

Paradebeispiele für die diesbezügliche Stärke des Teams von Luis Enrique waren der Siegtreffer von Luis Suárez im Heimspiel gegen Leverkusen und das Tor von Neyma zum 3:0-Sieg gegen BATE Borissow. Grundsätzlich finden jedoch immer mehr Mannschaften über Kombinationen zum Erfolg; zwei weitere Beispiele sind der 2:1-Siegtreffer von Zenit-Mittelfeldspieler Oleg Shatov gegen Gent und die Bayern-Kombination mitten durchs Zentrum der Abwehr von Dinamo Zagreb, die Robert Lewandowski mit dem Treffer zum 5:0-Endstand abschloss.

Die Tore aus der Kategorie "Laufen mit dem Ball" nahmen von 17 auf 24 zu. Dieser Anstieg um 41 % hängt vor allem mit den vielen Kontertoren zusammen, bei denen ein Spieler alleine auf das gegnerische Tor zulaufen konnte.

Beispielhaft waren der Treffer von Simone Zaza zum 2:0-Sieg von Juventus gegen Sevilla, die Einzelaktionen von PSG-Angreifer Zlatan Ibrahimović gegen Malmö und Shakhtar Donetsk, das Kontertor von Alexandre Lacazette zum 2:0-Sieg von Lyon in Valencia, der Treffer von Arjen Robben zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung der Bayern beim Achtelfinalhinspiel in Turin und nicht zuletzt der beeindruckende Sololauf von Álvaro Morata im Rückspiel, dank dessen Vorarbeit Juan Cuadrado Juventus mit 2:0 in Führung brachte.

Saúl Ñíguez: ATLÉTICO v Bayern
Saúl Ñíguez: ATLÉTICO v Bayern

Wie man eine harmlos scheinende Situation durch einen Slalomlauf in ein Tor ummünzen kann, zeigte wiederum niemand besser als Saúl Ñíguez beim 1:0-Sieg Atléticos beim Halbfinalhinspiel gegen die Bayern.

Ein überraschend starker Rückgang war bei den Weitschusstoren zu verzeichnen: Die 25 Treffer aus der Distanz bedeuteten Minusrekord in der Geschichte der UEFA Champions League. Mögliche Erklärungen für diese Abnahme um 31 % sind die starken Torwartleistungen und der Trend hin zur Doppelsechs im defensiven Mittelfeld, wodurch potenzielle Schützen aufgrund fehlender Freiräume in Strafraumnähe weniger oft in günstige Abschlusspositionen gelangen.

Am auffallendsten war der Anstieg um satte 24 % bei den Toren, denen eine Hereingabe vorausging (63). Damit entsprach diese Kategorie dem Niveau der Ausgabe 2013/14, als 62 Flankentore gezählt wurden. Da allerdings auch die Tore aus nach hinten aufgelegten Pässen um 21 % zunahmen, wurden insgesamt 35 % sämtlicher Tore aus dem Spiel heraus über die Seiten vorbereitet.

Highlights: De Bruyne sends Man. City into the semi-finals
Highlights: De Bruyne sends Man. City into the semi-finals

Dementsprechend zurückgegangen sind die Treffer aus Steilpässen, die sich in den letzten drei Jahren auf vergleichsweise niedrigem Niveau eingependelt haben (33, 37, 35). Ihr Anteil hat sich seit 2011/12 praktisch halbiert und liegt weit hinter dem Spitzenwert von 2010/11 (82). Die jüngere Geschichte hat gezeigt, dass es immer schwieriger wird, Abwehrreihen mit dem klassischen öffnenden Pass auszuhebeln.

Analog zur Statistik der Sololäufe kamen viele Treffer aus solch vertikalen Zuspielen im Rahmen eines Konters zustande. Beispiele aus der K.-o.-Phase sind Kevin De Bruynes Führungstreffer für Manchester City in Paris, das Tor von Atlético-Stürmer Fernando Torres in Barcelona und der Treffer von Antoine Griezmann in München, durch den sich Atlético dank der Auswärtstorregel für das Finale qualifizierte.

Dieser Artikel ist auch im neuen Technischen Bericht zur UEFA Champions League 2015/16 abrufbar: Hier geht's zum Download.

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