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Die größten Teams aller Zeiten: AC Milan 1988-90

Die Größten: "Wir haben verteidigt, indem wir attackiert und Druck ausgeübt haben", sagte Carlo Ancelotti über den AC Milan, der in den späten 1980ern unter Arrigo Sacchi alle Gegner besiegte.

Milan vor seinem Europapokal-Triumph 1990
Milan vor seinem Europapokal-Triumph 1990 ©Getty Images

UEFA.com analysiert die Mannschaften, die den Fußball verändert haben. Dieses Mal steht der AC Milan im Fokus, der den Pokal der europäischen Meistervereine zwei Mal in Folge, 1989 und 1990, gewinnen konnte.

Das Goldene Zeitalter
Seit sie 1979 ihren zehnten Scudetto gewannen, herrschte bei Milan Flaute bis Silvio Berlusconi 1986 Klubpräsident wurde. Der relativ unbekannte Arrigo Sacchi wurde im Sommer 1987 als Trainer verpflichten, die Holländer Marco van Basten und Ruud Gullit wurden ebenfalls Teil des Teams. Sacchis Mannschaft gewann die italienische Meisterschaft gleich in der ersten Saison, dann den Pokal der europäischen Meistervereine und in den folgenden zwei Jahren den UEFA-Superpokal und sowie den Weltpokal.

Obwohl Fabio Capello und später auch Carlo Ancelotti Milans dominante Position im europäischen Fußball aufrechterhalten konnten, war Sacchis Milan die denkwürdigste Mannschaft dieser Zeit. "Unser Präsident hatte einen Traum", erinnert sich Sacchi. "Er wollte die beste Mannschaft der Welt. Als ich ankam, gab es eine Gruppe großartiger Profis, die alle gewinnen wollten, aber nur, wenn sie auch den spektakulärsten Fußball spielen konnten."

Die Übergabe des Zepters
Der Sieg über Real Madrid CF im Halbfinale des Pokals der europäischen Meistervereine 1988/89 war ein Wendepunkt für Milan, die einen dritten holländischen Star, Frank Rijkaard, im vorigen Sommer verpflichtet hatten. Madrid war Zuhause praktisch unschlagbar und man erwartete, dass Milan sich im Hinspiel im Santiago Bernabéu einigeln und auf Reals Sturmlauf warten würde. Doch Sacchi hatte andere Pläne.

Seine Mannschaft übernahm die Initiative, musste sich jedoch mit einem 1:1-Remis zufriedengeben. Das spielte dennoch keine Rolle. Sie gewannen das Rückspiel in Mailand 5:0, Ancelotti erzielte das erste Tor. "Ancelottis Tor war ein Symbol dafür, wie wir das Spiel angegangen sind", sagte Mittelfeldspieler Roberto Donadoni. "Wir waren unglaublich entschlossen und hungrig."

"Fantastique Milan AC!" war die Schlagzeile der französischen Sportzeitung L'Equipe am nächsten Tag; das Finale gewannen sie mit 4:0 gegen FC Steaua București in Barcelona – jeweils zwei Tore wurden von Gullit und Van Basten erzielt.

Arrigo Sacchi 1990
Arrigo Sacchi 1990©Getty Images

Die wegweisende Philosophie
Bedacht auf Konzepte wie die "kollektive Intelligenz" forderte Sacchi "elf aktive Spieler in jeder Situation des Spiels, sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff". Im Training veranstaltete er ganze Spiele ohne Ball, er sagte den Spielern, wo der imaginäre Ball war, sodass sie entsprechend reagieren und sich positionieren konnten.

"Man kann eine Mannschaft nur aufbauen, wenn man Spieler hat, die als Team spielen können", sagte Sacchi. "Alleine schafft man nichts, und falls es doch einmal funktioniert, hält es nicht lange an. Ich zitiere gerne Michelangelo: 'Der Geist führt die Hand.'"

Das taktische Genie
"Ich hätte nie gedacht, dass man erst ein Pferd sein muss, um Jockey werden zu können", war die Antwort Sacchis auf Kritiker, die seine Fähigkeit hinterfragten, einen Top-Klub wie Milan zu leiten, da er in seiner Spielerkarriere nur ein unauffälliger Verteidiger war. Er hat sich als Trainer hochgearbeitet und kam nach einer erfolgreichen Zeit bei Parma FC zu Milan, entschlossen, den traditionellen italienischen Stil zu verändern. "Die meisten italienischen Teams konzentrieren sich auf die Verteidigung", erklärte er. "Jede Mannschaft hat mit einem Libero und Manndeckern gespielt. Im Angriff hing alles von den individuellen Fähigkeiten und der Kreativität der Nr. 10 ab."

Sacchis Mannschaften spielten ein 4-4-2, der Abstand zwischen Verteidigung und Mittelfeld betrug nie mehr als 25 bis 30 Meter. Die hoch stehende Verteidigung – und effektive Abseitsfalle – übte großen Druck auf Gegner aus, die nicht daran gewöhnt waren, gehetzt zu werden.

Die Starspieler
Franco Baresi: "Kaiser Franz" war der Libero unter Trainer Nils Liedholm, als Milan den Scudetto 1978/99 gewann, und war in Milans schweren Zeiten der Kapitän. Er nahm Sacchis Raumdeckung an und führte die Verteidigung mit Mauro Tassotti, Alessandro Costacurta und Paolo Maldini an.

Ruud Gullit 1989
Ruud Gullit 1989©Getty Images

Ruud Gullit: Er war das Sinnbild von Sacchis Stil und von jeder Position aus torgefährlich. "Er ist ein großartiger Spieler", sagte George Best 1990 über ihn. "Er hat keine Angst davor, große Dinge mit dem Ball zu tun. Und es sieht so aus, als ob er dabei jede Sekunde genießt. Ich denke, dass er deshalb ein besserer Spieler als Maradona ist."

Marco van Basten: "Meiner Meinung nach bleibt er der beste Stürmer aller Zeiten", sagte Sacchi. "Kein anderer Stürmer hat so hart für das Team gearbeitet wie Marco in Milan. Darüber hinaus erinnere ich mich gerne an seine Eleganz und seine unglaublichen Fähigkeiten."

Sie sagten
Roberto Donadoni: "Sacchi startete eine Revolution im italienischen Fußball, auf mentalem und taktischem Niveau. Wir hatten unsere Art zu spielen, und wir haben alle Gegner damit konfrontiert, von Amateuren im Training unter der Woche bis zu Real Madrid im Bernabéu."

Carlo Ancelotti: "Arrigo hat den italienischen Fußball komplett verändert – die Philosophie, die Trainingsmethoden, die Intensität, die Taktik. Italienische Mannschaften haben sich immer auf die Verteidigung konzentriert – wir haben verteidigt, indem wir attackiert und Druck ausgeübt haben."

Xavi Hernández, einst FC Barcelona: "Wir sind sehr stolz, wenn sie uns mit Sacchis Milan vergleichen. Das war eine Mannschaft, die Fußballgeschichte geschrieben hat."