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Bayer Leverkusens neue Stabilität

Bayer Leverkusen hat beim deutlich zu hoch ausgefallenen 3:0-Sieg gegen den SC Paderborn am Sonntagabend einmal mehr bewiesen, dass man immer mehr zur eigenen Balance gefunden hat.

Leverkusen arbeitet momentan erfolgreich
Leverkusen arbeitet momentan erfolgreich ©Getty Images

Was war das nur für ein Saisonstart für Bayer 04 Leverkusen unter dem neuen Coach Roger Schmidt, der aus Salzburg kam und ein extremes Pressing-System im 4-4-2 mit sich brachte, bei dem er Wert auf schnelles Umschalten und hohes Stehen legte. Mit seiner Spielidee fügte er als Trainer des FC Salzburg im Januar 2014 dem amtierenden UEFA-Champions-League-Sieger FC Bayern München eine 3:0-Niederlage bei, die Pep Guardiola dazu veranlasste zu sagen, dass er noch nie ein solches Pressing gesehen habe.

In der Bundesliga war anfangs Spektakel angesagt: 2:0 überraschte die Werkself am allerersten Spieltag Borussia Dortmund, es folgten attraktive und teils vogelwilde Spiele: 4:2 gegen Hertha BSC Berlin, 3:3 gegen den SV Werder Bremen, 1:4 beim VfL Wolfsburg, 3:3 beim VfB Stuttgart, 5:1 gegen den 1. FC Köln – besonders profitierte Bayer davon, im Umschaltspiel die schnellen Flügelspieler wie Son Heung-Min oder Karim Bellarabi einzusetzen. Da man extrem hoch stand und dazu noch sehr stark auf die Ballseite verschob, war und ist man besonders für diagonale Spielverlagerungen anfällig. Mit zunehmendem Saisonverlauf begegneten immer mehr Bundesligisten dem Leverkusener Pressing mit effektiven Gegenmaßnahmen, zudem sah es so aus, als ob der Schmidt-Elf gegen Spielende oft die Kraft ausgehe.

Der Beginn der Rückrunde schien dies zu bestätigen: Bayer unterlag Werder mit 1:2 und Wolfsburg mit 4:5, was den Absturz auf Tabellenrang sechs zur Folge hatte. Schmidt bewies in seiner ersten Bundesliga-Saison Lernfähigkeit: Seine Mannschaft presst nicht mehr permanent so extrem und intensiv wie noch zuvor, man öffnet die eigenen Außen nicht mehr so stark wie zuvor und variiert die Pressinglinien im Laufe eines Spieles häufiger. Das heißt nicht, dass der 47-Jährige von seinen Vorstellungen abgerückt ist – er hat sie nur ein wenig abgeändert und prompt den Erfolg geerntet: In den letzten vier Pflichtspielen durfte sich Leverkusen darüber freuen, dass man kein einziges Gegentor kassierte, konsequenterweise wurden auch alle diese Spiele gewonnen, mit 7:0 Toren.

Besonders deutlich wurde diese abgewandelte Philosophie im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League gegen Club Atlético de Madrid: Bayer war aggressiv, presste gegen den letztjährigen Finalisten, der ja selber für starkes Pressing bekannt ist, früh und hoch, ging dabei aber den Tick weniger Risiko, als noch in der ersten Saisonhälfte. Lohn dafür war ein wertvoller 1:0-Erfolg, so dass Atlético-Coach Diego Simeone hernach von einem "komischen Spiel" sprach, dessen Ergebnis "schlimmer hätte ausfallen können".

So ist es auch kein Wunder, dass man in Leverkusen nach dem hart erarbeiteten 3:0 beim SC Paderborn sehr zufrieden war. In einer intensiven Partie (auch Paderborn ist auf starkes Pressing ausgelegt) konnte sich keine der Mannschaften einen echten Vorteil erarbeiten, bis Kyriakos Papadopoulos nach einer Halbfeldflanke per Kopf das 2:0 gelang (73.). In der Folge machte Son nach zwei schnellen Gegenstößen alles klar. "Es war kein Spiel auf höchstem Niveau. Wir haben hinten raus noch einmal Qualität bewiesen und nach der Führung die Räume gut benutzt", sagte Schmidt. Wenn das in den nächsten Wochen so weitergeht, dürfte seine Elf ihrem Ruf als "Ergebnismaschine" (Jürgen Klopp) durchaus gerecht werden.

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