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Alaba vom Final-Fluch ereilt

Durch die Sperre von David Alaba bleiben die UEFA-Champions-League-Endspiele auch weiterhin ohne österreichische Beteiligung. In seiner Heimat ist der 19-jährige Abwehrspieler der Bayern dennoch ein Held.

David Alaba (hier im Duell mit Reals Ángel Di María): cool wie eine Hundeschnauze, aber im Finale leider gesperrt
David Alaba (hier im Duell mit Reals Ángel Di María): cool wie eine Hundeschnauze, aber im Finale leider gesperrt ©AFP/Getty Images

David Alaba ist mit seinen 19 Jahren bereits ein Mann der Rekorde. Mit 17 wurde er zum jüngsten Nationalspieler Österreichs, auch bei seinem Verein FC Bayern München hat vor ihm noch nie ein Jüngerer in der Bundesliga, DFB-Pokal oder UEFA Champions League gespielt. Einen Rekord wird der Senkrechtstarter aber vorerst nicht knacken. Er wird nicht der erste rot-weiß-rote Kicker sein, der in einem Finale der Königsklasse auf dem Platz steht.

Grund dafür ist die Gelb-Sperre, die der Wiener aussitzen muss. Spätestens nach seinem verwandelten Elfmeter im Penaltyschießen gilt er aber als tragischer Held. Soviel Nervenstärke traute wohl niemand dem Riesentalent zu. "Bei ihm muss man sich schon manchmal wundern, was der für ein Selbstvertrauen und eine Kaltschnäuzigkeit hat", meinte auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß. In Österreich überschlugen sich die Medien mit Lobeshymnen, die Zeitungen, Webseiten und Rundfunk-Berichte waren randvoll mit Berichten über den sympathischen Fußballer des Jahres 2011.

"David, du warst trotzdem toll", eröffnete Stürmerlegende Toni Polster seine Kolumne in der Tageszeitung "Österreich". Der "Kurier" druckte binnen sieben Tagen vier Ausgaben mit Alabas Foto auf dem Titelblatt. "Ein Teenager mit Weltformat" hieß es unter anderem. Zu Wort kam auch sein Vater George, der in den Neunzigern mit der Gruppe "Two in One" die rot-weiß-roten Charts aufmischte: "Ich finde es toll, dass die ganze Nation, die gesamte Republik hinter David steht." Bei Facebook schaffte es eine Petition binnen einer Woche knapp 12.000 Anhänger zu finden, die sich -vergeblich - für eine Aufhebung der Sperre einsetzten.

Der FC Bayern hat in Österreich traditionell eine große Anhängerschaft – allerdings polarisiert der deutsche Rekordmeister auch stark. Dennoch dürften nun viele Nicht-Sympathisanten den Münchnern die Daumen drücken. All das zeigt die Verbundenheit, die das Acht-Millionen-Einwohner-Land mit dem 19-Jährigen hat.

Trauer herrschte in Österreich aber dennoch. Auch deswegen, weil auf der Alpenrepublik ein wahrer Final-Fluch der UEFA Champions League lastet. 1997 strich Ottmar Hitzfeld als Trainer von Borussia Dortmund Wolfgang Feiersinger aus taktischen Gründen Stunden vor dem Endspiel gegen Juventus von der Kaderliste – und das, obwohl der Libero im Halbfinale gegen Manchester United FC zwei Weltklasseleistungen geboten hatte. Hitzfeld bezeichnete es später als die schwierigste Entscheidung seiner Karriere.

2010 stand Marko Arnautović beim Sieger FC Internazionale Milano nicht im Kader. Alaba kam damals bei den unterlegenen Bayern zwar im Semifinale zum Einsatz, das Endspiel musste er aber von der Tribüne aus verfolgen. "Aller guten Dinge sind drei", wird er sich nun denken. Mit seinen gerade erst 19 Jahren hat der österreichische Nationalheld auch noch lange genug Zeit, um sich seinen Traum doch noch zu erfüllen.

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