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Wahnsinnsspiel in Barcelona

FC Barcelona - Chelsea FC 2:2 (Gesamt: 2:3)
Dank der Treffer von Ramires und Fernando Torres zitterten sich die in Unterzahl spielenden Gäste ins Endspiel.

Wahnsinnsspiel in Barcelona
Wahnsinnsspiel in Barcelona ©AFP/Getty Images

Titelverteidiger FC Barcelona ist im Halbfinale der UEFA Champions League am Chelsea FC gescheitert. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel langte den Londonern in einem Wahnsinnsspiel im Camp Nou ein 2:2-Remis zum Einzug ins Finale von München.

Während Chelseas Trainer Roberto di Matteo auf die Startelf aus dem Hinspiel vertraute, ließ sich Josep Guardiola etwas ganz Besonderes einfallen: Nach den Erfahrungen aus dem Hinspiel, als die Katalanen bei defensiven Londonern fast 80 Prozent Ballbesitz hatten und nur eine Torchance zuließen, setzte Barcelonas Trainer auf eine Dreierabwehrkette und eine sehr offensive Aufstellung.

Nach zwei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge kamen die Gastgeber gleich nach drei Minuten zur ersten Großchance. Alexis Sánchez passte das Leder zu Lionel Messi, der halbrechts in den Strafraum eindrang und aus zehn Metern ans Außennetz schoss. Noch besser war die Gelegenheit in der 19. Minute, als Messi nach einem herrlichen Doppelpass mit Cesc Fàbregas, der das Leder im Zentrum mit der Hacke weiterleitete, am glänzend reagierenden Petr Čech scheiterte.

Die Gäste, die bereits nach zwölf Minuten den verletzten Abwehrspieler Gary Cahill durch José Bosingwa ersetzen mussten, lieferten von Beginn an eine wahre Abwehrschlacht ab und hofften in der Offensive auf einen Geniestreich ihres Angreifers Didier Drogba, der im Hinspiel den einzigen Treffer erzielt hatte. In der 25. Minute umkurvte der Ivorer dann mal Gerard Piqué an der Grundlinie, schoss aber aus spitzem Winkel ans Außennetz.

Nur eine Minute später musste auch Barça erstmals wechseln: Piqué, der zehn Minuten zuvor von seinem eigenen Torhüter Víctor Valdés umgerannt worden war, konnte nicht mehr weiterspielen und wurde durch Daniel Alves ersetzt. Nach 35 Minuten war es dann soweit: Alves spielte das Leder halblinks zu Isaac Cuenca, der in die Mitte passte, wo Sergio Busquets aus fünf Metern - völlig alleingelassen - einschieben durfte.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Zwei Minuten später sah Chelseas Kapitän John Terry nach einer Tätlichkeit an Sánchez die Rote Karte, und in der 43. Minute besorgten die Katalanen das 2:0. Sánchez passte das Leder zu Messi, der sofort Fahrt aufnahm und kurz vor dem Strafraum Andrés Iniesta einsetzte. Der Mittelfeldspieler schob das Leder dann aus 13 Metern halblinker Position überlegt in die lange Ecke.

Doch damit nicht genug, Chelsea wollte sich noch nicht geschlagen geben und kam in der ersten Minute der Nachspielzeit zum Anschlusstreffer: Ramires wurde von Frank Lampard steil geschickt und lupfte den Ball aus 14 Metern sehenswert über Valdés hinweg ins Netz - ein Weltklassetor und ein würdiger Schlusspunkt in einem denkwürdigen ersten Durchgang in Barcelona.

Auch im zweiten Durchgang legten die Hausherren wieder los wie die Feuerwehr. Nach 47 Minuten wurde ein Iniesta-Schuss im letzten Moment zur Ecke abgeblockt. Zwei Minuten später gab es dann Elfmeter für die Katalanen, nachdem Fàbregas von Drogba gefoult worden war, doch Messi, der zuvor noch nie gegen Chelsea getroffen hatte, jagte den Ball gegen die Latte. Nach 54 Minuten flankte Alves von der rechten Seite an den zweiten Pfosten, wo Sánchez knapp links am Tor vorbeiköpfte.

Nach 62 Minuten erspielten sich die Gastgeber die nächste Gelegenheit. Iniesta passte das Leder in den Strafraum zu Cuenca, der aus sechs Metern am starken Cech scheiterte. Barcelona biss sich jedoch immer wieder die Zähne an der massiven Abwehr der Londoner aus, die auch in Unterzahl geschickt verteidigten und gelegentlich versuchten, in der Offensive kleine Nadelstiche zu setzen - aber ohne Erfolg.

In der 78. Minute köpfte Alves das Leder zu Busquets, der aus 14 Metern über das Gehäuse schoss. Fünf Minuten später folgte mal wieder ein großer Auftritt von Messi, der am Strafraum dribbelte und aus 18 Metern knallhart abzog, doch Cech konnte das Geschoss noch irgendwie an den Pfosten lenken.

Trotz Brechstange wollte den Spaniern der erlösende Treffer zum Weiterkommen nicht mehr gelingen, vielmehr war es der eingewechselte Fernando Torres, der in der ersten Minute der Nachspielzeit alleine auf Valdés zulief, den Torhüter umkurvte und zum 2:2 einschob. Chelsea hat sich den Einzug ins Endspiel aber teuer erkauft, denn neben Terry werden auch die gelbgesperrten Ramires, Branislav Ivanović und Raul Meireles am 19. Mai in München nicht auflaufen können.