Kaum Zweifel am Weiterkommen
Montag, 22. August 2011
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Vor dem Rückspiel in den Play-offs der UEFA Champions League zwischen dem FC Zürich und dem FC Bayern München besteht kaum Zweifel am Weiterkommen des Bundesligisten.
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Schon nach dem Hinspiel hatten sich die Zürcher ernüchtert geäußert. Zu deutlich war der Klassenunterschied zwischen den beiden Mannschaften vor allem nach der Pause offensichtlich geworden, so dass das Spiel deutlicher höher als 2:0 für die Deutschen hätte ausgehen können. Nach dem frühen 1:0 durch Bastian Schweinsteiger gelang Arjen Robben eine gute Viertelstunde vor Schluss das zweite Tor. Es hätten bei ein bisschen mehr Konsequenz des deutschen Rekordmeisters auch weitere Treffer fallen können, so dass man über den Einzug in die Gruppenphase eigentlich gar nicht mehr diskutieren müsste.
"Es besteht noch eine Chance - und an die werden wir glauben. Wir haben in München von der Ausrüstung beim Fischen gesprochen. Ich denke, wir müssen mit unserer Ausrüstung das Beste machen. Ich werde nichts ändern", sagte Zürichs Trainer Urs Fischer, der mit seiner Mannschaft am Wochenende eine weitere ernüchternde 0:2-Niederlage gegen Neuchâtel Xamax FC in der heimischen Super League hinnehmen musste. Platz sieben steht dort zurzeit zu Buche. "Das Unmögliche möglich machen" - so ist Fischers Wunsch, und aus den ersten 45 Minuten in München zieht er Hoffnung dafür. "Wir haben das in München gut gemacht und den Bayern in der ersten Halbzeit das Leben schwer gemacht." Auch Stürmer Admir Mehmedi gibt sich optimistisch, dass noch etwas machbar ist im eigenen Stadion: "Wir haben nur zwei Tore wettzumachen, da ist immer noch alles offen."
Und die Bayern? Werden sie versuchen, die Partie einfach runter zu spielen? So kräfteschonend wie möglich zu agieren? Wenn es nach Trainer Jupp Heynckes geht, wird das auf keinen Fall so sein. "Die Mannschaft ist hungrig, die Mannschaft will in die Gruppenphase der Champions League. Wir nehmen die Partie sehr ernst. Zürich wird zu Hause viel mutiger und vehementer nach vorne spielen. Wir dürfen sie nicht zur Entfaltung kommen lassen", so der Bayern-Coach, der ankündigte, keine Spieler schonen zu wollen, trotz des offenkundigen Leistungsunterschieds der beiden Mannschaften im Hinspiel und des herausgearbeiteten Vorsprung."Eines darf man im internationalen Fußball nicht tun: einen Gegner unterschätzen. Das werden wir auf keinen Fall. Wir spielen mit der bestmöglichen Mannschaft."
Rückenwind dürfte auf jeden Fall das Spiel des vergangenen Wochenendes in der Bundesliga geben. Wie entfesselt besiegte der FCB den Hamburger SV mit 5:0, vor allem die lange angeschlagenen Franck Ribéry und Arjen Robben haben sichtlich an Fahrt aufgenommen. So ist auch für Bastian Schweinsteiger klar, dass seine Elf immer für einen Treffer gut ist, egal wie die Partie auch laufen mag. "Alle wissen, worum es geht. Es wäre gut, wenn wir in Führung gehen könnten. Zürich wird alles versuchen vor dem eigenen Publikum. Sie werden sich nicht aufgeben, wollen das 2:0 wettmachen. Ein 3:0 wird es für den FC Zürich nicht geben."
Torjäger Mario Gomez, dem beim Kantersieg gegen Hamburg sein erster Saisontreffer gelang, zeigt, dass ausgerechnet ein Stürmer die Ausrichtung des Trainers verstanden hat, welcher vor der Saison vor allem darauf verwies, dass er die Defensivarbeit seiner Bayern im Vergleich zur Vorsaison verbessern wolle:"Wir wollen zu Null spielen, dann sind wir in der Champions League. Das ist unser wichtigstes Ziel. Wir müssen da keine Gala hinlegen. Wir müssen auch nicht denken, dass wir jetzt Zürich 5:0 oder 6:0 schlagen. Wir müssen einfach da hinfahren, zu Null spielen, in die Champions League einziehen und nach Hause fahren. Das ist alles."