Souness' Triumph '78 mit Liverpool
Freitag, 20. Mai 2011
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1978 verteidigte Liverpool FC in Wembley den Pokal der Landesmeister. Graeme Souness sagte zu UEFA.com: "Dass wir dieses Spiel verlieren könnten, war gar kein Thema."
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Liverpool FC galt vor dem Finale im Pokal der europäischen Meistervereine 1978 natürlich als der große Favorit, denn die Reds hatten schon die Ausgabe im Jahr zuvor gewonnen. Diesmal ging es gegen Club Brugge KV, das noch nie ein so großes Endspiel erreicht hatte. Und Liverpool hatte Heimvorteil, fand das Duell doch in Wembley statt.
Trotz der Favoritenrolle dauerte es bis zur 65. Minute, ehe Graeme Souness seinen schottischen Nationalmannschaftskollegen Kenny Dalglish bediente, der dann für die Mannschaft von Ernst Happel das Tor des Tages erzielte. Für Souness war dieses Spiel, wie er gegenüber UEFA.com sagte, eine ganz große Sache, denn erst im Januar war er von Middlesbrough FC gekommen.
Graeme Souness
Da wurde ein Traum war. Als ich das Endspiel 1977 sah [als die Reds den VfL Borussia Mönchengladbach schlugen], war ich gerade in Australien. Und lustigerweise habe ich es in einer deutschen Bar mit dem Namen Woolongong gesehen , und die Australier dort waren nicht gerade sehr glücklich. Aber ein Jahr später spielte ich in Wembley.
Die Liverpooler Mannschaft von damals hatte etwas Unbesiegbares. Dass wir dieses Spiel verlieren könnten, war gar kein Thema. Wir waren die haushohen Favoriten, wir waren der Titelverteidiger vor 95 000 Fans, wovon 85 000 Liverpool-Anhänger waren.
Zu jener Zeit war es für Liverpool normal, nach Wembley zu fahren, um dort große Endspiele zu bestreiten. Manche Vereine würden dort hinfahren und sich drei oder vier Tage darauf vorbereiten und hätten in einem noblen Hotel gewohnt. Aber wir sind erst Freitag angereist, für uns war es wie ein normales Auswärtsspiel.
Brügge begann nervös, immer standen die Leute hinter dem Ball, und so lief es die gesamten 90 Minuten. Dann erzielten wir das Tor. Wir waren eine so gute Mannschaft zu jener Zeit. Wenn wir auf europäische Bühne spielten, dann konnten wir sie zu Tode passen, weil wir eine Mannschaft mit einem guten Passspiel waren. Und Wembley ist ein Platz, wo man gut passen kann
Ich erinnere mich an das Tor, es war in der Nähe der Strafraumlinie. Der Ball war in der Luft, und als er bei mir landete, schaffte ich es, einen Pass zu spielen, der auch das richtige Timing hatte, und Kenny lupfte die Kugel über den Keeper. Im Eins-gegen-Eins gegen einen Torhüter war niemand besser als Kenny.
Danach fuhren wir in ein Hotel, wo wir mit Frauen und Freundinnen ein paar Stunden verbrachten und mit einer Menge Champagner feierten. Und dann brachte ich meine Medaille zu Mum und Dad und zu meiner Vermieterin, bei der ich wohnte, als ich in Middlesbrough war. Ich wollte alle drei sehen. Ich weckte sie zu einer irrwitzigen Uhrzeit auf und bestellte Champagner und trank mit ihnen. Das waren sehr besondere Zeiten, und ich bin glücklich, dass ich sie erlebt habe.