Finale an alter Wirkungsstätte
Donnerstag, 20. Mai 2010
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Obwohl Real Madrid CF die Teilnahme am UEFA-Champions-League-Finale verpasst hat, werden am Samstagabend fünf bekannte Gesichter den Rasen des Santiago Bernabéu betreten.
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Das Achtelfinal-Aus gegen Olympique Lyonnais beendete Real Madrid CFs Träume, das UEFA-Champions-League-Finale vor heimischer Kulisse zu bestreiten. Am kommenden Samstag werden jedoch gleich fünf ehemalige Real-Akteure den Rasen des Santiago Bernabéu betreten: FC Bayern Münchens Flügelflitzer Arjen Robben und FC Internazionale Milanos Wesley Sneijder, Samuel Eto'o, Walter Samuel und Esteban Cambiasso.
Erst im vergangenen Sommer wechselten die Niederländer Robben und Sneijder von Real Madrid zu ihren neuen Vereinen. Zuvor hatten die Königlichen eine eindrucksvolle Transferoffensive gestartet: Cristiano Ronaldo, Kaká und Karim Benzema wurden allesamt als Neuzugänge in der spanischen Hauptstadt verkündet. Für Robben und Sneijder ist die Finalteilnahme im Stadion des ehemaligen Arbeitgebers natürlich eine ganz besondere Geschichte.
"Ein Traum ist für uns beide wahr geworden", erzählt Robben UEFA.com. "Keiner von uns hat bisher ein Champions-League-Finale bestritten und natürlich hat es auch was mit der Art und Weise zu tun, wie wir Madrid verlassen haben. Aber am Ende geht es nur um Fußball und ums Gewinnen. Wir beide wollen unbedingt den Titel gewinnen."
Bei ihren neuen Vereinen haben beide Spieler sofort Führungsrollen eingenommen. Robben erzielte in jeder K.o.-Runde jeweils ein Traumtor, als der FC Bayern nacheinander ACF Fiorentina, Manchester United FC und Lyon aus dem Weg räumte. Sneijder ist für Inter nicht weniger ausschlaggebend gewesen - fünf Torvorlagen und drei Tore hatten großen Anteil an Inters Finaleinzug.
"Ja, es wird ein gutes Gefühl sein, dort zu spielen", erklärt der frühere AFC-Ajax-Spieler UEFA.com. "Es wäre überragend, wenn wir das Finale für uns entscheiden könnten. Nachdem ich zu Inter ging und wusste, dass das Finale im Bernabéu stattfinden wird, war es ein Traum für mich, dies zu erreichen und den Pokal zu gewinnen. Wir werden unser Bestes geben, nichts ist unmöglich."
Ein weiterer Neuzugang vom letzen Sommer ist Eto'o. Die Karriere des Kameruners, der letztes Jahr seine zweite UEFA Champions League mit dem FC Barcelona gewinnen konnte, hat in Madrid seinen Ursprung. "Ich bin in dem Stadion groß geworden", erinnert er sich. "Dort habe ich meine ersten Schritte als Profi vollbracht. Ich hoffe, dass es uns Glück bringt."
In der UEFA-Champions-League-Saison 1999/2000 absolvierte Eto'o drei Spiele for Real Madrid, wurde aber während der Saison ausgeliehen und fehlte daher, als die Königlichen am Ende der Saison den Henkelpott stemmen durften. "Ich habe keine Medaille bekommen, weil ich ja ausgeliehen wurde [zu RCD Mallorca]", sagt er. "Ich war noch sehr jung und musste viel lernen. Es tat mir gut, meinen Idolen beim Fußballspielen zuzusehen. Als Mannschaft ziehen alle am selben Strang. Einige spielen mehr, andere weniger. Ich gehörte zu denen, die weniger spielten, aber am wichtigsten ist, dass man zum Nutzen der Mannschaft eine positive Stimmung an den Tag legt. Dadurch habe ich viel gelernt."
Inters Innenverteidiger Samuel verbrachte die Spielzeit 2004/05 bei den Madrilenen. Cambiasso hingegen wechselte bereits als Teenager im Jahre 1996 zu den Königlichen. Nachdem er zwischenzeitlich zurück nach Argentinien ging, spielte der Mittelfeldakteur zwischen 2002 und 2004 für Real Madrid. "Mit 15 bin ich zu Real gekommen, 14 Jahre später habe ich die Möglichkeit, ein UEFA-Champions-League-Finale hier zu bestreiten. Es fühlt sich schon ein wenig merkwürdig an - vor allem weil ich Real verlassen habe", berichtet Cambiasso.
Nichtsdestotrotz glaubt Cambiasso, dass das Santiago Bernabéu der perfekte Austragungsort für das Finale ist. "Mehr als jedes andere auf der Welt hat dieses Stadion eine Geschichte", sagt er. "Einige der größten Spiele aller Zeiten haben hier stattgefunden. Zudem ist es ein sehr schönes Stadion - die Atmosphäre wird zweifellos grandios sein."