Kaká verfolgt weiter seinen Traum
Montag, 8. März 2010
Artikel-Zusammenfassung
Das Finale der UEFA Champions League im Santiago Bernabéu ist das große Ziel von Kaká und Real Madrid CF, doch zunächst gilt seine ganze Konzentration der "großartigen Mannschaft" von Olympique Lyonnais.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Ricardo Izecson Dos Santos Leite, besser bekannt als Kaká, verfügt nicht nur über eine herausragende Technik und Athletik, er ist außerdem noch sehr intelligent und wortgewandt.
Der brasilianische Spielmacher ist ein perfekter Botschafter seines Landes, seines Klubs Real Madrid CF und des Fußballs im allgemeinen. Er ist der festen Überzeugung, dass die Königlichen das Potenzial haben, das Finale der UEFA Champions League im eigenen Stadion zu erreichen, doch zunächst einmal stehen sie gegen Olympique Lyonnais unter Druck.
Kaká und seine Teamkollegen haben das Achtelfinal-Hinspiel in Frankreich mit 0:1 verloren. Lyon hat dabei eindrucksvoll bewiesen, dass man im Lager der Madrilenen noch nicht an das Finale im Mai denken sollte, sondern nur an das Achtelfinal-Rückspiel in dieser Woche. Der Brasilianer meinte gegenüber UEFA.com: "Für uns ist es eine zusätzliche Motivation, im Santiago Bernabéu zum zehnten Mal in der Vereinsgeschichte die Königsklasse zu gewinnen, und keine Verpflichtung."
"Wenn es zu einer Verpflichtung werden sollte, würde es viel schwieriger für uns werden. Unsere Fans und meine Teamkollegen hoffen einfach auf 'La Décima' im Bernabéu, denn es gibt nur sehr wenige Klubs, die die Möglichkeit haben, ein Finale im eigenen Stadion zu erreichen. Ich habe schon ein Champions-League-Finale gewonnen und eines verloren, ich weiß also, wie schwer es ist, diesen Titel zu holen."
Aber auch ein erfahrener Realist wie Kaká gibt sich manchmal ein paar Träumen hin. Einer wurde erfüllt, als ihm Real-Präsident Florentino Pérez im letzten Sommer ermöglichte, nach Madrid zu wechseln.
Für den Brasilianer war es nicht leicht, seinen geliebten AC Milan zu verlassen. Letztendlich hat er sich aber dazu entschlossen, weil er der Ansicht war, die Italiener würden von seiner Ablösesumme enorm profitieren. Gegen wen würde er im Finale am 22. Mai lieber spielen, Reals Erzrivalen FC Barcelona oder Milan?
"Das ist eine hypothetische Frage, aber ich denke, lieber gegen Barcelona, denn ich spiele lieber gegen einen Rivalen als gegen einen Klub, bei dem ich so lange war und den ich so liebe", erklärte die Nummer 8 der Königlichen. "Für mich hat eine neue Phase meiner Karriere begonnen, ich fühle mich sehr wohl in Madrid. Wenn ich also wählen könnte, würde ich lieber gegen den spanischen Erzrivalen von Real spielen."
Mit der Verpflichtung von Kaká und Cristiano Ronaldo hat Pérez im letzten Sommer damit begonnen, eine neue Mannschaft aufzubauen. Das Duo kostete zusammen rund 140 Millionen Euro, doch das Geld scheint gut angelegt zu sein, denn die Harmonie wird immer besser.
"Cristiano Ronaldo ist einerseits eine beeindruckende Persönlichkeit und mein Freund, andererseits ein überragender Fußballer", so Kakà. "Wir leben zwar ein anderes Leben, aber trotzdem sind wir Freunde und sprechen über alles. Cristiano ist ein Musterprofi, der hart arbeitet und über ein unglaubliches Talent verfügt."
Real sollte also durchaus in der Lage sein, den 0:1-Rückstand im Bernabéu noch umzudrehen und ins Viertelfinale einzuziehen, doch Stürmer Karim Benzema hat schon vor dem Hinspiel nicht zu unrecht vor den Stärken seiner ehemaligen Mannschaft gewarnt. Auch Kakà weiß um die Gefährlichkeit der Franzosen, die zuletzt zwei Unentschieden bei den Königlichen geholt haben.
"In der Liga läuft es für Lyon in diesem Jahr zwar nicht so gut, doch die Champions League ist eine ganz andere Geschichte", warnte er. "Wir erwarten einen starken Gegner, sie sind ein Spitzenklub in Europa und in der Champions League natürlich besonders motiviert." Der Weg ins Finale im Bernabéu beginnt für Real mit einem echten Härtest im Bernabéu.