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Ernst mit Beşiktaş unter Druck

Wenn Beşiktaş JK am Mittwoch beim VfL Wolfsburg antritt, sind die Blicke in Wolfsburg wohl vor allem auf Fabian Ernst gerichtet, der in der Türkei mittlerweile sein Glück gefunden hat.

Fabian Ernst hat bei Beşiktaş sein Glück gefunden
Fabian Ernst hat bei Beşiktaş sein Glück gefunden ©Getty Images

Wenn Beşiktaş JK am Mittwoch beim VfL Wolfsburg antritt, sind die Blicke in der Wolfsburger Arena wohl vor allem auf einen Spieler gerichtet: Fabian Ernst kehrt nach seinem Wechsel zum türkischen Spitzenklub im Winter 2009 erstmals nach Deutschland zurück und kämpft um das sportliche Überleben in der UEFA Champions League.

Pflicht erfüllt – folgt nun die Kür?

Nach einem Stotterstart in der Süper Lig feierte der amtierende Meister und Pokalsieger am Wochenende beim 2:1 gegen Kasimpasa SK den zweiten Erfolg in Serie und findet langsam wieder Anschluss an die internationalen Plätze. Fabian Ernst erlebte die finale Abwehrschlacht in den Katakomben, nachdem er in der 83. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Vier Minuten später wurde auch Teamkollege Matteo Ferrari vorzeitig zum Duschen geschickt, Beşiktaş rettete den Sieg schließlich mit neun Mann über die Zeit. In der UEFA Champions League dagegen steht das Team von Trainer Mustafa Denizli nach zwei Spieltagen noch ohne einen Punkt am Ende der Gruppe B. Die Partie beim deutschen Meister ist für den Ex-Schalker somit die letzte Chance, das Achtelfinale nicht aus den Augen zu verlieren.

Schnelle Integration
Der ehemalige Nationalspieler (24 Spiele, 1 Tor) hat sich bei Beşiktaş bestens eingelebt und gilt als unumstrittener Leistungsträger mit Stammplatzgarantie beim 13-maligen Meister. Er ist Dreh- und Angelpunkt im Spiel, fungiert als perfekt funktionierendes Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff und besticht durch seine große Übersicht, Antizipation und Zweikampfstärke. “Bereits am Flughafen habe ich erfahren, welchen Stellenwert Fußball hier hat, als dort viele Menschen auf mich gewartet haben“, zeigt sich der 30-Jährige im Interview mit uefa.com beeindruckt von der Euphorie der Fans bei seiner Ankunft, die vor allem die leidenschaftliche Spielweise des nimmermüden Antreibers lieben, und betont: “Auch die Verständigung mit meinen Mitspielern funktionierte von Anfang an.“ Nachdem seine Frau mit den Zwillingen im Sommer an den Bosporus nachgezogen ist, blüht der defensive Mittelfeldspieler auch abseits des Rasens auf. “Istanbul ist eine wunderschöne Stadt, ich bin hier sehr glücklich“, so Ernst, der es privat gerne ruhig angehen lässt.

“Unglaubliche Stimmung“

Im Gegensatz zur Bundesliga sieht der gebürtige Hannoveraner, der beim Hamburger SV debütierte, die Süper Lig nur in der absoluten Spitze als konkurrenzfähig an und verweist auf die große Rivalität der drei dominierenden Istanbuler Vereine, die “alle international mithalten können“. Besonders die knisternde Stimmung in den Stadtduellen ist für den Teilnehmer an der UEFA EURO 2004™ beeindruckend. “Es war natürlich zu Schalker Zeiten schon immer fantastisch, die Stimmung bei den Derbys erleben zu dürfen. Aber in Istanbul ist die Stimmung unglaublich, wenn wir gegen die Stadtrivalen spielen. Sowas habe ich wirklich noch nirgendwo erlebt.“

Hoffen auf Heimstärke
Fabian Ernst baut in den verbleiben Spielen vor allem auf die Heimstärke im Inönü-Stadion: “Gerade hier in Istanbul können wir mit unseren Fans im Rücken alle schlagen und es wird für die Mannschaften, die hier gegen uns antreten müssen, sicher nicht leicht“, was bereits Manchester United FC beim mühsamen 1:0-Erfolg erfahren musste. Nun gilt es, zunächst die Auswärtsschwäche abzulegen, die auch “auf die relative Unerfahrenheit der Mannschaft in internationalen Spielen“ zurückzuführen sei.

Platz zwei im Visier

“In erster Linie wollen wir natürlich unsere beiden Titel verteidigen. Das steht ganz klar im Vordergrund. In der Champions League liegt unser Fokus auf Platz zwei“, so der Rekord-U21-Nationalspieler (31 Einsätze), der laut eigener Angabe unter Werder-Trainer Thomas Schaaf, mit dem er 2004 in Bremen das erste Double seiner Karriere feiern konnte, den größten Entwicklungssprung machte. Für sich selbst kann sich Ernst für die Zeit nach seiner aktiven Karriere keinen Posten an der Seitenlinie vorstellen, bis dahin jedoch gibt es für den Hobby-Archäologen auch noch jede Menge Schätze auf dem Platz auszugraben.