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Neal erinnert sich an Finalsieg 1977

Im Vorfeld des UEFA-Champions-League-Endspiels blickt uefa.com zurück auf die drei bisherigen Finals in Rom. Diesmal erinnert sich Phil Neal an den 3:1-Sieg des Liverpool FC gegen Borussia Mönchengladbach im Jahr 1977.

Liverpool FC bezwang im Endspiel 1977 den VfL Borussia Mönchengadbach
Liverpool FC bezwang im Endspiel 1977 den VfL Borussia Mönchengadbach ©Getty Images

Im Vorfeld des UEFA-Champions-League-Endspiels in Rom kommen auf uefa.com Spieler zu Wort, die in den drei vorangegangenen Finals im Stadio Olimpico dabei waren. Diesmal ist Rechtsverteidiger Phil Neal an der Reihe, der 1977 auf dem Platz stand, als Liverpool FC gegen den VfL Borussia Mönchengladbach zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Europapokal gewann.

Liverpool ging als amtierender UEFA-Pokal-Sieger in diese Partie, doch die Königsklasse hatten die Reds zu diesem Zeitpunkt noch nie gewonnen. Bob Paisleys Mannschaft ging durch Terry McDermott in Führung. Allan Simonsen markierte zwar kurz nach der Pause den Ausgleich, doch Tommy Smith und schließlich Neal selbst mit einem Elfmeter in der 82. Minute stellten den 3:1-Sieg für Liverpool sicher.

Phil Neal
"Dieses Spiel war für uns die Chance zur Wiedergutmachung, denn eine Woche zuvor hatten wir das Finale des FA Cups gegen Manchester United verloren. Besonders motiviert hat uns aber die Tatsache, dass es das letzte Spiel von Kevin Keegan im Trikot von Liverpool war. Wir wollten aber nicht nur ihm ein Geschenk machen, sondern auch aus Eigeninteresse gewinnen. Wir haben Charakter gezeigt und genau das im Olympiastadion getan. Das Finale 1977 war ganz anders als 1984, denn '77 kam der Sieg doch etwas überraschend. Bob Paisley hat alles richtig gemacht, als er zu Kevin Keegan sagte: 'Berti Vogts wird Dich so eng decken, wie es noch keiner zuvor gemacht hat. Ich will, dass Du deshalb über jeden einzelnen Grashalm läufst' - und genau das hat Kevin gemacht.

Ich werde mich immer an das Stadion erinnern, es war ungewöhnlich. Der Bus hat uns unter den Platz gefahren, denn die Umkleidekabinen waren unterirdisch. Die Betreuer sagten uns, dass wir uns zuerst den Platz ansehen sollten, damit sie währenddessen unsere Trikots vorbereiten konnten. Die Fans hatten alles bezahlt, um an diesem Samstag ins Wembley-Stadion zu kommen, deshalb hatten wir nicht erwartet, viele von ihnen zu sehen, aber die Unterstützung war fantastisch. Wir waren uns als Mannschaft einig, dass wir für die Fans gewinnen müssen, sie haben uns mit Geld und ihrer Stimme unterstützt. Ich war zufrieden, als wir in Führung gegangen sind - wenn sie das erste Tor gemacht hätten, wäre es schwer für uns geworden. Terry McDermott war nach einem Pass von Stevie Heighway zur Stelle. Dann sind sie zurückgekommen. Simonsen, der im nächsten Jahr zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde, nutzte ein Missverständnis zwischen mir und Jimmy Case aus und schoss den Ball an Ray Clemence vorbei in den Winkel.

Alle blieben konzentriert und diszipliniert, und Keegan holte [nach dem 2:1 durch Tommy Smith] in der 82. Minute einen Elfmeter heraus. Ich konnte die Sache schließlich vollenden und Wolfgang Kneib bezwingen. Im Jahr zuvor hatten wir den UEFA-Pokal gewonnen, doch diese wundervolle Trophäe in den Händen zu halten, ist noch etwas ganz anderes. Nach diesem ersten Triumph hat jeder gefühlt, dass dies genau der richtige Wettbewerb für uns ist.

Wir sind nach dem Spiel zurück ins Hotel gefahren, halb Liverpool hat mit uns gefeiert. Das war wahrscheinlich die größte Partie, die der Klub in den 70ern gefeiert hat, zumindest was die Kosten betrifft. Danach wechselte Kevin Keegan nach Hamburg, und wir alle wurden in der Heimat grandios empfangen. Ich weiß noch, wie schön es war, am nächsten Tag die ganzen Fotos in den Zeitungen zu sehen - auf einem war Ian Callaghan, wie er seine Hände gefaltet hatte, als ich zum Elfmeter angetreten bin. Die Fahrt durch die Stadt mit dem Pokal war ein zweiter Adrenalinschub."