Gerrard hungrig nach weiteren Titeln
Freitag, 3. April 2009
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Steven Gerrard hatte mit einem Doppelpack großen Anteil am Sieg von Liverpool FC gegen Real Madrid CF. Im Interview spricht er über seine weiteren Ziele, nachdem er gerade einem neuen Zwei-Jahres-Vertrag zugestimmt hat.
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Bei seinem 100. Einsatz in einem UEFA-Vereinswettbewerb erzielte Steven Gerrard, Kapitän von Liverpool FC, zwei Treffer gegen Real Madrid CF und führte seine Mannschaft damit ins Viertelfinale der UEFA Champions League. Vor dem erneuten Duell mit Chelsea FC verrät der englische Nationalspieler, was ihm die Teilnahme an der Königsklasse bedeutet, und, nachdem er gerade einem neuen Zwei-Jahres-Vertrag zugestimmt hat, wie sehr er an seiner Heimatstadt hängt und warum er dem Fußball nach seiner aktiven Karriere treu bleiben will.
Es gab an der Anfield Road schon einige denkwürdige Europapokalabende. Wo reiht sich der Erfolg gegen Madrid ein?
Gerrard: Ich glaube, er zählt zu den großartigsten Siegen überhaupt. Ich hatte das Glück, in vielen großen Spielen in Anfield mitzuwirken, besonders in der UEFA Champions League. Aber der Triumph über Real Madrid zählt sicherlich zu den besten überhaupt. Wir haben fantastische Zuschauer, die an Europapokalabenden über sich hinauswachsen. Sie sorgen für so viel Stimmung, dass es uns Spieler noch mehr motiviert.
Liverpool hat 1977 und 1984 in Rom den Europapokal geholt. Auch dieses Jahr findet das Endspiel im Stadio Olimpico statt. Bekommt der Wettbewerb dadurch eine besondere Würze für Sie?
Gerrard: Natürlich, denn wir wollen unbedingt erneut Geschichte schreiben und die Mannschaft sein, die erneut nach Rom fährt und dort gewinnt. Wir erinnern uns an diese magischen Nächte und wenn wir es nochmals schaffen, wäre dies etwas ganz Besonderes.
Sie sind in Liverpool geboren und aufgewachsen. Was bedeutet Ihnen Liverpool FC?
Gerrard: Der Verein bedeutet mir alles. Ich bin ein Anhänger des Vereins, seitdem ich angefangen habe, Fußball zu verfolgen. Der Großteil meiner Familie und viele meiner Freunde unterstützen Liverpool. Wenn wir also gute Ergebnisse einfahren, ist es immer ein tolles Gefühl, ein Teil davon zu sein und mit den Fans zu feiern.
Erinnern Sie sich an Ihr erstes Spiel an der Anfield Road?
Gerrard: Ich war ein kleiner Junge, vielleicht acht Jahre alt, und habe schon für Liverpool gespielt. Steve Heighway war damals für den Nachwuchs verantwortlich und hat uns drei Karten geschenkt, also bin ich mit meinem Vater und meinem Bruder zum Spiel gegangen. Jan Molby hat beim 3:0-Sieg gegen Coventry City drei Elfmetertore gemacht, also war es ein außergewöhnlicher Abend.
Wer war Ihr Lieblingsspieler, als Sie noch ein Junge waren?
Gerrard: Nach diesem ersten Spiel war Jan natürlich einer meiner Lieblingsspieler. Als ich regelmäßig Spiele von Liverpool verfolgt habe, gehörten Jamie Redknapp, Robbie Fowler und John Barnes zu meinen Helden.
Wenn man über die spektakulärsten Endspiele im Europapokal spricht, kommt man an Ihrem Sieg 2005, als sie einen 0:3-Rückstand gegen den AC Milan aufgeholt haben, nicht vorbei.
Gerrard: Ich bin da voreingenommen und sage, dass das Endspiel 2005 das beste aller Zeiten war. Wir waren 0:3 hinten, dann stand es 3:3 und schließlich kam das Elfmeterschießen. Für neutrale Zuschauer war es Unterhaltung pur, aber selbst daran teilgenommen zu haben war eine unglaubliche Erfahrung.
Was bedeutet Ihnen die UEFA Champions League?
Gerrard: Ich denke, das konnte man bei meiner Reaktion sehen, als ich 2005 den Pokal in Empfang genommen habe. Es war der beste Abend, den ich in meinem Leben als Fußballer bisher erlebt habe. Ich will dieses Gefühl unbedingt noch einmal haben.
Was haben Sie für die Zukunft noch für Ambitionen, sowohl mit Liverpool als auch mit der englischen Nationalmannschaft?
Gerrard: Es gibt noch viele Träume und Ambitionen, die ich mit Liverpool ausleben will. Natürlich gehört der Gewinn der Premier League dazu, weil es der einzige Titel ist, der mir noch fehlt. Es wäre schön, ein zweites Mal die UEFA Champions League zu gewinnen, also gibt es noch viele, viele Dinge, die ich mit dem Verein erreichen will. Selbstverständlich wäre es auch toll, mit England ein erfolgreiches Turnier zu spielen. Es wäre fantastisch, mal über das Viertelfinale hinaus zu kommen und vielleicht ein Endspiel zu erreichen.
Sehen Sie sich in Zukunft als Trainer? Werden Sie im Fußballgeschäft bleiben?
Gerrard: Ich habe darüber schon ziemlich oft nachgedacht. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und werde sicher nicht jünger. Es wäre großartig, dem Fußball erhalten zu bleiben, ob als Trainer, Manager oder vielleicht mit einem Job in den Medien. Da bin ich mir noch nicht so sicher, aber es wäre toll, irgendwie dabei zu bleiben, weil mir der Fußball so sehr am Herzen liegt.