Marseille ist für Ben Arfa wie gemacht
Freitag, 3. Oktober 2008
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Nach seinem 11-Millionen-Euro-Transfer von Olympique Lyonnais hat sich Hatem Ben Arfa bei Olympique de Marseille sehr schnell in die Mannschaft eingefügt und die Lücke des Abgangs Samir Nasri geschlossen.
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Trotz der langjährigen Dominanz innerhalb des französischen Fußballs kennt Olympique Lyonnais auch die Schattenseiten des Geschäfts. Der siebenmalige Meister musste im vergangenen Sommer nicht zum ersten Mal erfahren, dass die Anziehungskraft des Rivalen Olympique de Marseille nach wie vor sehr groß ist.
"Größter Klub"
Hatem Ben Arfa symbolisierte diese Kuriosität zuletzt, als er auf den Wechsel zu einem Verein bestanden hatte, der seinen letzten großen Pokal im Jahr 1993 gewonnen hat. Lyon versuchte den französischen Nationalspieler nach Spanien zu Real Madrid CF zu verkaufen, damit er nicht bei einem Liga-Rivalen unterschreibt. Der 21-Jährige setzte sich aber durch und spielt seitdem für Marseille. "Marseille ist in Frankreich ein Symbol", sagte er. "Auch wenn die letzten Jahre nicht gut waren, ist er der größte Klub. Der Verein hat einen Platz in den Gedanken der Franzosen. Als ich noch ein Kind war, haben alle von Marseille gesprochen. Es ist für mich eine Ehre, nun für sie zu spielen. [Lyon] ist sportlich immer noch die Nummer 1 in Frankreich, aber ich glaube, wir können mit ihnen mithalten."
Nötige Kreativität
Trotz der hohen Ablöse von elf Millionen Euro und der Tatsache, dass er als Spieler bisher nur Lyon kannte, fühlt sich Ben Arfa in seiner neuen Heimat schon sehr wohl. Bereits bei seinem Debüt bei Stade Rennais FC schoss er ein Tor. Die Lücke, die der zu Arsenal FC gewechselte Samir Nasri hinterlassen hat, schloss der Spielmacher schnell. "Marseilles Präsident und seine Mitarbeiter geben dir wirklich das Gefühl, willkommen zu sein", erklärte er. "Die Spieler haben mir bei der Integration auch sehr geholfen." Für Trainer Erik Gerets bringt er die Kreativität mit, die einen Mitfavoriten auf den Titel auszeichnet. "Er erwartet von mir, dass ich die Dinge umsetze, die ich kann", sagte Ben Arfa. "Ich soll den finalen Pass spielen, Tore machen und Räume schaffen. Ich muss mich für die Mannschaft einbringen und damit ihr gesamtes Spiel verbessern."
Kein Druck
Natürlich wird von jedem Fußballer, der nach Marseille wechselt, einiges erwartet. Dieselben Fans, die OM zu einem so begehrten Ziel für Spieler machen, können ihnen aber auch zur Last werden. Ben Arfa fühlt sich darauf gut vorbereitet. "Wir werden alle erwachsen", sagte er. "Ich weiß, dass ich mich hier verbessern werde und als Fußballer sowie als Mensch reifen werde. Das Wichtigste ist, mental stark zu sein. Dann ist man auch gut auf dem Platz. Ich spreche nicht über Druck, weil das ein künstlicher Begriff ist. Es gibt keinen Druck. Wir Spieler haben genug zu essen, wir verdienen genug Geld. Deshalb gibt es für uns keinen Druck."
"Großes Potenzial"
Da er so vielseitig einsetzbar ist - im linken und im rechten Mittelfeld, hinter den Spitzen oder auch als Stürmer -, ist es vielleicht auch keine Überraschung, das sich Ben Arfa so schnell eingefügt hat in die Mannschaft. Im Ausland könne er später immer noch spielen, sagte er. Aber auch zurzeit schon sind ihm in Europa keine Grenzen gesetzt. Er spielt in der UEFA Champions League und mit Frankreich in der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft 2010. Auch wenn er von Raymond Domenech nicht für die UEFA EURO 2008™ berufen wurde, wird sehr viel von dem Youngster erwartet, der in Clamart geboren wurde. Auf ihm ruhen die Hoffnungen genauso wie auf Nasri, Karim Benzema aus Lyon oder Stürmer Jérémy Menez von AS Roma. "Es stimmt, dass wir eine besondere Generation sind", sagte Ben Arfa, der bereits sechs Länderspiele bestritten hat. "Einige sind schon sehr früh in die Nationalelf gekommen. Diese Generation ist viel versprechend. Die Menschen erwarten viel von uns, also müssen wir uns stets beweisen. Ich denke, wir haben großes Potenzial." Da ist er nicht der Einzige.
Dieses Interview wurde für das UEFA Champions League Magazine Show geführt, die offizielle TV-Sendung der UEFA Champions League.