Fenerbahçe fürchtet Chelsea nicht
Mittwoch, 2. April 2008
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Zwar geht Fenerbahçe im UEFA-Champions-League-Viertelfinale als Außenseiter in das Duell mit Chelsea, doch die Türken hoffen auf eine Überraschung.
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Zwar geht Fenerbahçe SK als Debütant im UEFA-Champions-League-Viertelfinale als krasser Außenseiter in das Duell mit Chelsea FC, das in den letzten vier Jahren dreimal das Halbfinale erreichen konnte, doch das hindert die Türken nicht daran, vor dem Hinspiel in Istanbul von der großen Sensation zu träumen.
Keine Angst
Fenerbahçe hat in dieser Saison im heimischen Sükrü Saraçoglu-Stadion immerhin schon Teams wie den FC Internazionale Milano, den PSV Eindhoven, PFC CSKA Moskva und Sevilla FC geschlagen und Trainer Zico weiß nur zu gut, dass im Viertelfinale der Königsklasse jeder jeden schlagen kann. "Im Fußball von heute, mit all den modernen Kommunikationsmethoden, weiß doch jeder Trainer alles über seine Gegner", erklärt der Brasilianer. "Deshalb ist es nicht wichtig, welchen Namen oder welche Trikots du trägst, sondern, was du auf dem Rasen zeigst."
Positives Denken
Unmittelbar nach einem wichtigen Prestige-Erfolg gegen den Lokalrivalen Beşiktaş JK, exakt wie schon vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen PSV Eindhoven, setzt Zico wieder auf positives Denken, das sich für sein Team schon des Öfteren ausgezahlt hat. "Chelsea hat eine starke Abwehr, aber wir haben auch gute Stürmer, deshalb sind wir überzeugt davon, dass wir ihre Abwehr knacken können." Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dürfte auch die lautstarke Anfeuerung der heißblütigen Fenerbahçe-Fans sein. "Sie machen der Mannschaft und den Spielern Mut", weiß Zico.
Abwehrsorgen
Zwei Stammkräfte in der Verteidigung sind vermutlich nicht mit dabei, denn Gökhan Gönül ist gesperrt und Roberto Carlos hat seit einer Oberschenkelverletzung, die er sich vor sechs Wochen gegen Sevilla zugezogen hat, kein Spiel mehr absolviert, er dürfte laut Zico auf keinen Fall 90 Minuten durchhalten. Neuzugang Claudio Maldonado könnte im Mittelfeld sein Debüt geben. Chelseas Trainer Avram Grant wird im Tor weiter auf Carlo Cudicini setzen, da Petr Čech noch immer an einer Sprunggelenkverletzung laboriert. Kapitän Frank Lampard ist dagegen nach überstandener Magenverstimmung wieder an Bord.
Vorsicht hat Vorrang
Als Chelsea im Achtelfinale bei Olympiacos CFP antrat, ging bei den Londonern Sicherheit vor, ein unansehnliches 0:0 war die Folge. Doch diesmal möchte sich Grant nicht auf das Rückspiel an der Stamford Bridge verlassen. "Wir versuchen ja immer, Unterhaltung und Erfolg zu kombinieren, aber das klappt halt nicht immer", meinte Grant. "Wir versuchen, beides zu zeigen, aber am Ende wollen wir vor allem ins Halbfinale." In Hinblick auf die Gastgeber fügte er hinzu: "Jede Mannschaft unter den letzten 16 ist eine gute Mannschaft und Fenerbahçe ist sogar eine sehr gute Mannschaft. Sie schießen viele Tore, sie zeigen sehr guten Fußball und sind ein richtig schwerer Gegner."
Vertauschte Rollen
Grant setzt vermutlich von Beginn an auf den ehemaligen Fenerbahçe-Publikumsliebling Nicolas Anelka, auf der Gegenseite stürmt der Ex-Chelsea-Torjäger Mateja Kežman. Der israelische Trainer begann seine Pressekonferenz übrigens mit einem Dank an die Galatasaray AS-Fans, die seinem Team am Flughafen von Istanbul einen großartigen Empfang bereitet hatten. Weniger freundlich dürften sich am Mittwochabend die Fenerbahçe-Anhänger gebärden, doch Grant freut sich in jedem Fall auf die Partie. "Ich liebe die Atmosphäre hier, es ist eine wunderbare Atmosphäre für den Fußball", sagte Grant, der auf eine Wiederholung des 5:0-Triumphes von Chelsea bei Galatasaray aus dem Jahr 1999 hofft.