Liverpool darf weiter träumen
Dienstag, 11. Dezember 2007
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Olympique de Marseille - Liverpool FC 0:4
Liverpool war längst abgeschrieben, konnte sich aber dennoch für die nächste Runde qualifizieren.
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Seit nahezu zwei Monaten war Liverpool FC eigentlich schon abgeschrieben, aber dann gelang in der UEFA Champions League ein unglaubliches Comeback, das in einem 4:0 bei Olympique de Marseille seinen Höhepunkt fand und die Reds in die nächste Runde katapultierte.
Marseille auf Platz drei
Weil sich in der Gruppe A der FC Porto gegen Beşiktaş JK durchsetzte, hätte den Franzosen im Stade Vélodrome ein Remis gereicht, um ins Achtelfinale einzuziehen. Aber schon nach elf Minuten waren alle Träume dahin, denn da hieß es nach Treffern von Steven Gerrard und Fernando Torres bereits 2:0 für die Gäste. Von diesem schnellen Rückstand konnte sich Marseille nicht mehr erholen, und als Dirk Kuyt kurz nach der Pause sogar noch erhöhte, war auch der letzte Widerstand gebrochen. Den Schlusspunkt setzte kurz vor dem Ende der eingewechselte Ryan Babel. Marseille spielt damit im Frühjahr im UEFA-Pokal.
Gerrard im Nachschuss
Die französischen Fans begleiteten gleich zu Beginn jede Ballberührung der Gäste mit einem gellenden Pfeifkonzert, aber die Truppe von Rafael Benítez behielt in dieser aufgeheizten Atmosphäre die Nerven. Gerrard hatte im Mittelfeld freie Bahn, lief auf das Gehäuse zu und konnte im Strafraum nur noch durch eine Notbremse von Gaël Givet gestoppt werden. Der Kapitän schritt selbst zur Ausführung des Elfmeters, aber Steve Mandanda hielt den zu schwach getretenen Schuss, ehe Gerrard den Abpraller doch noch im Gehäuse unterbringen konnte. Liverpool führte damit bereits in der vierten Minute mit 1:0.
Slalomlauf von Torres
Bereits sieben Minuten später war die Partie vorentschieden. Diesmal bediente Harry Kewell auf der linken Seite seinen Kollegen Torres, der an drei Gegenspielern vorbei marschierte und den Ball am langen Pfosten im Kasten unterbringen konnte. Damit waren alle taktischen Pläne von Erik Gerets über den Haufen geworfen. Und so sah sich der belgische Trainer in der 34. Minute gezwungen, den leicht angeschlagenen Samir Nasri für Benoït Cheyrou zu bringen.
Chancen für Liverpool
Gegen Ende der ersten Halbzeit begann Marseille nun endlich, etwas Druck zu entwickeln, aber die besseren Chancen ergaben sich auf der anderen Seite, als Gerrard einen Freistoß knapp am Gehäuse vorbeidrehte, der auf dem linken Flügel spielende Kewell mit einem Volleyschuss scheiterte oder Torres bei einem Heber Pech hatte. Kurz vor der Pause gab es für die Gastgeber den nächsten Rückschlag, denn Givet wurde verletzt und durch Jacques Faty ersetzt.
Kuyt trifft
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts musste Marseille wechseln, als ein ehemaliger Liverpool-Spieler für einen anderen kam: Boudewijn Zenden machte Platz für Djibril Cissé, doch es war ein aktueller Liverpool-Stürmer, der für den nächsten Schock sorgte. Nach einem schwachen Abschlag von Mandanda in der 48. Minute reagierte Kewell am schnellsten und spielte einen exzellenten Pass auf Kuyt, der allein im Strafraum stand und keine Mühe hatte zu erhöhen.
Ins leere Netz
In der ersten Minute der Nachspielzeit setzte Liverpool noch einen Treffer nach, als Babel Torhüter Mandanda umkurvte und die Kugel ins leere Netz schob. Vor gar nicht allzu vielen Wochen stand Liverpool am Abgrund, nun können sie davon träumen, einmal mehr nach den Sternen zu greifen.