Bremen mit breiter Brust
Montag, 5. November 2007
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Die beiden Trainer Delio Rossi und Thomas Schaaf lieferten vor dem Duell zwischen S.S. Lazio und Werder Bremen ein unterschiedliches Bild ab.
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Bei der Pressekonferenz vor dem Duell zwischen S.S. Lazio und Werder Bremen am Dienstag in Rom lieferten die beiden Trainer Delio Rossi und Thomas Schaaf ein unterschiedliches Bild ab.
Fehlende Frische
Obwohl die beiden Teams nur durch einen Punkt getrennt sind, trat der Deutsche sehr selbstbewusst ans Mikrofon, während sein italienischer Kollege nach vier Heimniederlagen in Folge doch etwas niedergeschlagen wirkte. "Derzeit haben wir keine gute Phase und die Niederlagen sind auch nicht gerade gut für die Moral", sagte Rossi. Zudem hat Lazio auch das Hinspiel in Bremen vor zwei Wochen mit 1:2 verloren. "Es ist hart, alle drei Tage zu spielen. Meine Spieler sind nicht mehr frisch, aber das ist nicht das Problem. Wenn ich nicht die Zeit dazu habe, im Training an unseren Fehlern in der Defensive zu arbeiten, kann ich sie auch nicht ausmerzen."
Schwere Zeiten
Lazio belegte in der vergangenen Saison den dritten Platz in der Serie A, doch in der laufenden Spielzeit haben die Römer lediglich zwei von elf Ligaspielen gewonnen. Damit liegen sie nur auf dem 15. Rang, einen Punkt vor den Abstiegsplätzen. Am Sonntag konnte ACF Fiorentina alle drei Punkte aus dem Stadio Olimpico entführen, nach einem Torwartfehler des 43-jährigen Marco Ballotta. Die Biancocelesti müssen zudem den verletzungsbedingten Ausfall von einigen Schlüsselspielern verkraften - Verteidiger Sebastiano Siviglia und Spielmacher Stefano Mauri. Zu allem Überfluss steht auch hinter dem Einsatz von Stürmer Goran Pandev, der beim 2:2-Unentschieden gegen Real Madrid CF beide Treffer erzielt hatte, noch ein Fragezeichen.
Liebe und Stolz
"Es ist wie in einer Ehe", so der Trainer. "Man sollte sich gegenseitig nicht beschuldigen. Es wäre einfach, die Schuld auf die Spieler zu schieben, wenn es nicht so läuft. Für mich ist es jedoch nicht der richtige Weg, nach Schuldigen zu suchen, nach Guten und Bösen. Wir dürfen nicht über Fehler jammern, ich glaube nicht an Glück oder Unglück. Wir haben unseren Stolz und unsere Pflicht. Die Spieler sind vielleicht müde oder angeschlagen, aber ich habe niemanden gesehen, der dieses Trikot nicht tragen will."
Vorsicht vor Lazio
Trotz der schlechten Ergebnisse von Lazio in der letzten Zeit warnte Schaaf seine Bremer vor den Italienern. Werder hat nach den zwei Auftaktniederlagen in der Gruppe C die letzten sieben Partien in der Bundesliga nicht mehr verloren. "Manchmal ist die Champions League eine willkommene Abwechslung von den Problemen in der Liga", sagte Schaaf. "Sie haben gut gespielt, aber sie hatten einfach kein Glück."
Wieder gefangen
Bremen wurde in dieser Saison auch nicht gerade vom Glück begünstigt, doch zuletzt hat sich die Mannschaft wieder gefangen und bis auf den dritten Platz in der Bundesliga nach vorne gearbeitet. "Unsere Mannschaft ist richtig zusammengewachsen", so Schaaf, der auf Mittelfeldspieler Torsten Frings und Angreifer Boubacar Sanogo verzichten muss. Dafür sind die beiden Mittelfeldspieler Daniel Jensen und Carlos Alberto auf dem Weg der Besserung. "Wir haben zuletzt gut gespielt. Beide Teams haben viele gute Spieler, aber meiner Meinung nach sind wir offensiver ausgerichtet als Lazio. Ich bin zuversichtlich, dass wir die drei Punkte mitnehmen können."
Sonderlob
Der portugiesische Stürmer Hugo Almeida, der am Samstag mit seinem sechsten Saisontor den 1:0-Siegtreffer gegen den FC Hansa Rostock erzielte, hat von seinem Trainer ein Sonderlob bekommen. "Wir haben immer gewusst, dass er ein großer Spieler ist und der Knoten irgendwann platzen wird." Schaaf hofft natürlich darauf, dass sein Torjäger auch am Dienstag trifft.