Lazio ohne Angst vor Real
Mittwoch, 3. Oktober 2007
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Lazios Trainer Delio Rossi hat vor Real Madrid CF durchaus Respekt, doch er versprach auch, dass seine Spieler "keine Albträume bekommen werden".
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Vor dem zweiten Spiel von S.S. Lazio in der UEFA-Champions-League-Gruppe C war Trainer Delio Rossi voll des Lobes für die namhaften Gäste von Real Madrid CF - er versprach aber gleichzeitig auch, dass seine Mannschaft nicht in Ehrfurcht vor den großen Namen im Kader des neunmaligen Europapokalsiegers erstarren wird.
Kindheitstraum
"Es ist der Traum eines jeden Jungen, gegen Real Madrid spielen zu dürfen", sagte der 46-Jährige. "Aber für diejenigen, die mit dem Fußball zu tun haben, ist es etwas ganz anderes. Ich habe keine Albträume von Madrid oder träume von weißen Trikots." Am ersten Spieltag schaffte Lazio ein 1:1-Unentschieden beim griechischen Klub Olympiacos CFP, außerdem endeten vier der ersten sechs Saisonspiele in der Serie A mit einem Remis. Mit sieben Punkten liegt Lazio dort derzeit auf dem zwölften Platz, bereits sieben Zähler hinter Spitzenreiter FC Internazionale Milano. Trotzdem wäre Rossi mit einer weiteren Punkteteilung am Mittwoch "zufrieden".
Keine Angst
"Wir können gewinnen, wenn wir die für Lazio typische Entschlossenheit und Begeisterung an den Tag legen, aber es wird sehr schwer", sagte Rossi. "Wir dürfen nicht an ihre große Vergangenheit und ihre Spieler denken, wir müssen ihnen ohne Angst begegnen. Es sind drei Punkte zu vergeben. Es sieht so aus, als sollten wir vor einem ausverkauften Haus spielen, also hoffe ich, dass die ganzen Emotionen und die ganze Anspannung des Abends in eine Richtung geht - und zu unseren Gunsten arbeitet." Lazio hat in der Serie A bisher nur gegen Cagliari Calcio gewonnen und in allen neun Begegnungen der laufenden Saison in der ersten Halbzeit noch nicht getroffen. Über den Einsatz des italienischen Nationalstürmers Tommaso Rocchi, der in fünf Ligaspielen bereits drei Tore erzielt hat, wird erst kurz vor Spielbeginn entscheiden. Sollte er ausfallen, würde Stephen Makinwa in die Mannschaft rücken.
Schuster entspannt
Die Truppe von Bernd Schuster hat sich seit dem Abgang von Fabio Capello im Mai deutlich gesteigert. Der spanische Meister steht sowohl an der Spitze der Primera División – mit fünf Siegen aus sechs Partien - als auch der Gruppe C, nach dem 2:1-Heimerfolg zum Auftakt gegen Werder Bremen. "Wir müssen nicht allzu viel verändern", erklärte Schuster. "Lazio spielt ein ähnliches System wie Bremen. Wir müssen einfach nur unser Spiel machen. Ich denke, die Außenpositionen werden entscheidend sein." Die Verteidiger Christoph Metzelder und Pepe sowie Angreifer Robinho fallen verletzungsbedingt aus. Trotz dieser Personalprobleme und der guten Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf wird der deutsche Trainer, der im Sommer von Getafe CF ins Santiago Bernabéu gekommen ist, wegen seiner Rotationspolitik immer wieder kritisiert.
Rotationsprinzip
"Wie alle Mannschaften haben auch wir einen Stamm von Spielern, die bei den meisten Partien zum Einsatz kommen. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass unsere Spieler bei den Topspielen in bester Verfassung sind", so Schuster. "Manchmal müssen wir Umstellungen vornehmen, darum haben wir auch so einen großen Kader. Das wird auch hier passieren." Madrid hat die europäische Königsklasse seit 2002 nicht mehr gewonnen. Laut Schuster ist der zehnte Triumph in diesem Wettbewerb das große Ziel für die Saison 2007/08: "Wir müssen auch an die anderen Wettbewerbe wie die spanische Liga und den Pokal denken, aber natürlich ist das der wichtigste Wettbewerb und hat absolute Priorität. Aber wir sind nicht wie italienische Teams, für die nur die Champions League zählt."