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Spalletti denkt nicht an Rache

Luciano Spalletti redet vor der Neuauflage der höchsten Europapokalniederlage seines AS Roma im Old Trafford alle Gedanken um Revanche-Gelüste klein.

Luciano Spalletti redet vor der Partie seines AS Roma im Old Trafford alle Gedanken um Revanche-Gelüste klein. Die Neuauflage der höchsten Europapokalniederlage der Römer birgt trotzdem jede Menge Zündstoff.

Die Leiden des Ausscheidens
Für die Roma bietet sich, allen Beteuerungen zum Trotz, die frühe Möglichkeit, in der Begegnung der Gruppe F bei Manchester United FC die Erinnerungen an das schmerzhafte 1:7 vom letzten April, das damals das Viertelfinal-Aus bedeutet hatte, zu vertreiben. Spalletti will nun "zeigen, dass es nur ein Ausrutscher in unserer Entwicklung war und einen Schlussstrich darunter ziehen." Vor allem aber will er alle Rachegelüste im Keim ersticken. "Wenn wir an eine Vendetta denken, könnten wir nicht konzentriert genug sein, um zu unserem Spiel zu finden und das können wir uns auf diesem Niveau nicht leisten. Wir müssen uns daran erinnern, wie wir letztes Mal gelitten haben, was wir falsch machten und rausgehen und zeigen, dass wir in der Lage sind, gegen eine so starke Mannschaft wie Manchester United zu spielen."

Torflaute
Manchester-Coach Sir Alex Ferguson betonte, dass das erneute Aufeinandertreffen eine "große Möglichkeit" für die Roma biete und schloss eine Wiederholung der Ereignisse im Frühjahr aus. "Das war einmalig, das wird nicht wieder passieren – so ist der europäische Fußball heutzutage nicht. Das war eine außergewöhnliche Leistung an diesem Abend." Ein ähnliches Schützenfest scheint allein schon deshalb wahnwitzig zu sein, da ManU derzeit ernsthafte Schwierigkeiten hat, Tore zu erzielen. Deshalb beschrieb Sir Alex die Rückkehr der Roma als "Erinnerung an die tolle Form von damals, nach der wir derzeit noch immer suchen". Der englische Meister liegt in der Premier League zwar auf Platz zwei, doch nur der Tabellenletzte Derby County FC hat in acht Spielen weniger Tore als ManU erzielt, das bisher auf sieben Treffer kommt.

Defensiv-Fragen
Sir Alex, der wohl im Sturm auf Wayne Rooney und Carlos Tévez setzen wird, sagte, er sei sicher, dass seine Angreifer wieder in Form kommen würden. "Wayne wird mehr in der Sturmspitze spielen, während Carlos sich mehr fallen lässt. Sie verstehen sich schon", sagte er und fügte hinzu: "Sie sind gute Spieler und die Fähigkeiten, die sie haben, werden schon bald zur Geltung kommen." Aufgrund der wenigen Treffer ist klar, dass die Defensive bei ManU besonders im Blickpunkt steht. Am Samstag gab es bei Birmingham City FC den sechsten 1:0-Sieg aus acht Spielen – umso mehr ist der ManU-Trainer beunruhigt, weil zwei Akteure aus seiner Viererkette angeschlagen sind: Nemanja Vidić und Wes Brown sind für die Begegnung fraglich und konnten vor der Partie nicht trainieren. Falls der in Top-Form spielende Vidić ausfallen würde, wäre das ein herber Verlust, vor allem, da Torhüter Edwin van der Sar wegen eines verletzten Zehs ebenfalls nicht dabei ist. Für ihn bestreitet Tomasz Kuszczak sein erstes Europapokalspiel.

Reaktion
Die Roma kam in Manchester ohne Christian Panucci an, der Rückenprobleme hat. Spalletti wird wohl den wieder genesenen Alberto Aquilani im Mittelfeld für David Pizarro beginnen lassen. Wie ManU fuhr auch die Roma am ersten Spieltag drei Punkte ein, aber seitdem haben die Römer dreimal nicht gewonnen und am Samstag die erste Saisonniederlage hinnehmen müssen – eine deftige 1:4-Heimniederlage gegen den FC Internazionale Milano. "Wir müssen diese Ergebnisse hinter uns lassen und eine Reaktion zeigen", sagte Spalletti. Man darf gespannt sein, ob die Reaktion zu einem weiteren torreichen Spiel führen wird.